Grundfliessbild Dampfkraftwerk.png
Ein Wärmekraftwerk ist ein Elektrizitätswerk, das Wärmeenergie in elektrische Energie umsetzt. Es wird auch kalorisches Kraftwerk genannt. Die Wärmeenergie wird zunächst in einer Kraftmaschine in nutzbare kinetische Energie umgewandelt und diese dann durch einen Generator in elektrische Energie, es finden also Energieumwandlungen statt.
Viele Wärmekraftwerke sind Dampfkraftwerke. Es gibt allerdings auch Kraftwerke, die keine Dampfturbinen oder nicht einmal einen Wasserkreislauf aufweisen, wie beispielsweise historische Kraftwerke mit Dampfmaschinen oder moderne Diesel-/Gasmotor- oder Gasturbinenkraftwerke. Ein gemeinsames Kennzeichen von heutigen Wärmekraftwerken sind die thermodynamischen Kreisläufe des Arbeitsmittels, die beim Dampfkraftwerk geschlossen und beim Gaskraftwerk offen sind.
Funktionsprinzip
Das Funktionsprinzip ist stets folgendes:
- Aus einer "Energiequelle" wird Wärme entzogen und in ein Arbeitsmittel wie beispielsweise Wasserdampf überführt.
- In einer Wärmekraftmaschine wie beispielsweise einer Turbine wird ein kleinerer Teil der Wärme im Arbeitsmittel in mechanisch nutzbare Arbeit umgewandelt, beispielsweise dehnt sich das Arbeitsmittel gegen einen äußeren Druck aus.
- Am Ende des Prozesses verlässt das Arbeitsmittel die Wärmekraftmaschine und gibt den Rest der nicht genutzten Wärme an die Umgebung ab.
Danach wiederholt sich der erste Schritt wieder; der Vorgang ist zyklisch. Ein großer Teil der Wärmeenergie im Arbeitsmittel geht an die Umgebung verloren oder wird durch Kühlung bewusst abgeführt.
Wärmequelle
Die meisten Wärmekraftwerke erzeugen die benötigte Wärme selbst, indem sie fossile
Brennstoffe verbrennen oder die
Abwärme von nuklearen Prozessen nutzen. Als natürliche Wärmequellen können die
Erdwärme und die
Sonnenstrahlung genutzt werden.
Wirkungsgrad
Theoretisch wird dieser zyklische Prozess in der
Physik durch den
Carnot-Prozess beschrieben. Die
theoretische Betrachtung einer idealen Kraft-Wärme Maschine liefert das Ergebnis, dass der
Wirkungsgrad selbst unter Vernachlässigung von
Reibung,
Wärmestrahlung und
Wärmeleitung prinzipiell begrenzt ist. Wird die Abwärme nicht zum Heizen verwendet, liegt der Wirkungsgrad eines heutigen Kraftwerkes typischerweise zwischen 30% und 45%. Höhere Wirkungsgrade lassen sich in Systemen mit mehr als einer
Turbine erzielen, jedoch ist der
technische Aufwand entsprechend größer. Praktisch ausgeführt werden solche Anlagen beispielsweise in
GuD-Kraftwerken.
Wesentlich höhere Wirkungsgrade lassen sich theoretisch nur mit Systemen erzielen, die eine direkte Umwandlung von Energiequellen in elektrische Energie erlauben:
Faktoren für die praktische Nutzbarkeit
Neben dem Wirkungsgrad sind folgende Faktoren zu beachten:
- Generelle verfügbare Energiemenge der primären Energiequelle
- Erschliessbare Vorkommen
- Kosten pro erzeugter Engergieeinheit
- Technische Realisierbarkeit der Verbrennung
- Umweltbelastung durch Emissionen, Abwärme oder ionisierende Strahlung
- Betriebsrisiken
Wärmekraftwerk schematisch.png 2: Feuerung
3: Dampfturbine 4: Generator
5: Kondensator 6: Verbindende Rohrleitung]]
Kühlung
Viele Wärmekraftwerke nutzen zur Kühlung das Wasser vorbeifließender Flüsse. Es sind Grenzwerte festgelegt, um wieviel
Grad Celsius bzw. auf welche
Temperatur der Fluss maximal erwärmt werden darf. Dies kann im Sommer bei hoher Wassertemperatur zur Abschaltungen des Kraftwerks führen. Seit den Siebziger Jahren wurden sogenannte
Wärmelastpläne eingerichtet, denen man die maximale Temperatur des Gewässers entnehmen kann. Eine weitere, auch kombinierbare Möglichkeit ist die Verwendung von
Kühltürmen, über die die
Abwärme abgegeben wird, sofern man sie nicht über die
Kraft-Wärme-Kopplung zur
Heizung benachbarter Wohnsiedlungen oder von
Gewächshäusern nutzen kann.
Bedeutung
Wärmekraftwerke liefern heute einen Großteil (je nach Region 60% - 100%) der elektrischen Energie.
Der Grund für diese monopolähnliche Stellung sind die sehr großen, leicht erschließbaren Energievorkommen in Form von fossilen Brennstoffen wie
Erdöl,
Kohle und
Erdgas sowie die jahrzehntelange Nutzung dieser Technologie. Die oben erwähnten alternativen Verfahren gewinnen aber stetig an Bedeutung, da die fossilen Vorkommen begrenzt sind.
Technische Realisierungen des Prinzips Wärmekraftwerk
- Wärmefreisetzung im Kraftwerk selber:
- Wärmeentnahme aus anderen technischen Prozessen:
Kraftwerk
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