Als Vormärz wird der historische Zeitabschnitt zwischen dem Ende des Wiener Kongresses 1815 und der Märzrevolution von 1848/49 bezeichnet. (Siehe auch: Biedermeier/Vormärz.)
Es war die Restaurationsphase, in der Napoleon (verbannt auf St. Helena) und mit ihm die Französische Revolution endgültig besiegt schienen. Noch unmittelbar vor dem letzten Sieg über Napoleon in der Schlacht von Waterloo vereinbarten die meisten Monarchien und Fürstentümer Europas unter prägendem Einfluss des österreichischen Diplomaten und Staatskanzlers Fürst von Metternich auf dem Wiener Kongress die gemeinsame Politik der Restauration. Mit ihr sollte im Sinne der herrschenden Fürstenhäuser die "gute alte Zeit" des Ancien régime wiedererstehen. In Deutschland ging dies kulturell mit dem Biedermeier und der Romantik einher. Die Menschen beschränkten sich in der Biedermeierzeit auf ein (ungewolltes) Leben, weil sie gegen ,,die da oben`` nicht viel unternehmen konnten. Sie gaben sich mit allem zufrieden.
Wichtige Stationen auf dem Weg zur Märzrevolution waren:
Der Begriff des Vormärz ist eine unscharfe Sammelbezeichnung für die oppositionelle bis revolutionäre politische Literatur der Jahrzehnte vor der deutschen Märzrevolution von 1848. Der Beginn dieser Literaturepoche ist nämlich umstritten; einige setzen ihn bei 1815 (Wiener Kongress) an, andere bei 1819 (Karlsbader Beschlüsse), 1830 (Juli-Revolution) oder 1840. Zur Literatur des Vormärz zählt man auch das literarische Werk Georg Büchners (Woyzeck, Lenz, Der Hessische Landbote, Leonce und Lena, Dantons Tod) und der Autorengruppe des Jungen Deutschlands. Der Vormärz, der politische Veränderungen in Deutschland anstrebte und eine Verbesserung der Lebensumstände erhoffte, stand im Gegensatz zur Literatur des konservativen, restaurativen und politisch resignierten Biedermeiers. Wichtige Genres des Vormärz sind der Brief und der Reisebericht.
Das Junge Deutschland, dessen Veröffentlichungen 1835 durch den Deutschen Bundestag verboten wurden, ist die wohl wichtigste Autorengruppe dieser Zeit. Die Vertreter dieser Strömung wollten das politische Bewusstsein des Bürgertums erreichen und forderten eine politisch engagierte Literatur mit dem Ziel der Revolution. Die Hauptvertreter waren Christian Dietrich Grabbe, Ludwig Börne (Briefe aus Paris), Heinrich Laube, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Ferdinand Freiligrath (Ca ira; Neue politische und soziale Gedichte), Bettina von Arnim (Dieses Buch gehört dem König), Georg Weerth (Humoristische Skizzen aus dem deutschen Handelsleben, Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphanski), Louise Aston (Meine Emanzipation) und Georg Herwegh (Gedichte eines Lebendigen).
Obwohl Heinrich Heine mit seinen sozial- und gesellschaftskritischen Werken zu den wichtigsten Autoren des Vormärz gehört, ist es problematisch, ihn, wie es oftmals getan wird, zu den Autoren des Jungen Deutschlands zu zählen. Heines Schriften wurden zwar zusammen mit denen des Jungen Deutschlands 1835 verboten. Er hob sich allerdings deutlich von seinen Schriftstellerkollegen ab, die in ihren „gereimten Zeitungsartikeln“, so Heine, in zu rebellischer Art für Veränderungen eintraten und dabei Poesie, Kunst und Ästhetik vernachlässigten. Aus diesen Gründen und weil er den enthusiastischen und bombastischen Grundton ihrer Werke nicht schätzte, schimpfte er sie „Tendenzpoeten“.
http://www.vormaerz.de
http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaftaktiv/Vorlesungen/literaturge/vormaerz.htm
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