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Vorbis (auch Ogg Vorbis genannt) ist ein freier Codec zur verlustbehafteten Audiokompression, welcher im Rahmen der Xiph.Org Foundation als patent-freie Alternative zum weit verbreiteten MP3 entwickelt wird. Es unterstützt bis zu 255 Kanäle mit variabler Bitrate und ist streamingfähig. Die zur Kodierung/Dekodierung benötigten Bibliotheken wurden unter einer BSD-artigen Lizenz veröffentlicht.

Vorbis-Daten sind normalerweise in Ogg-Containerdateien (.ogg) eingebettet, die ebenfalls von der Xiph.Org Foundation entwickelt werden. Vorbis-Daten können aber auch in Matroska- oder OGM-Containern enthalten sein.

Vorbis komprimiert zwar effizienter als MP3, ist aber weniger verbreitet. Im Gegensatz zu MP3 definiert die Spezifikation von Vorbis keine festen Bitraten (CBR). Diese werden aber von vielen Codecs und auch der Referenzimplementierung unterstützt Ralph Giles: Vorbis and Wikipedia in einem Blog als Antwort auf eine Wikipedia-bezogene Anfrage, 29. Dezember 2005.

Geschichte


Im Herbst 1998 sandte das Fraunhofer-Institut Nachrichten an verschiedene Audio-Codec-Entwickler, dass das Verteilen oder Verkaufen von MP3-Audio-Codec-Software lizenzrechtlich geschützt ist, und dafür eine Lizenzgebühr entrichtet werden muss. Von dieser Ankündigung waren vor allen Dingen viele Freie-Software-Projekte betroffen, die daraufhin ihre Entwicklung meistens einstellten (siehe auch LAME).

Christopher Montgomery begann daraufhin, den freien und nicht von Lizenzen oder Patenten betroffenen Audiocodec Vorbis zu entwickeln. Der Name Vorbis stammte dabei von der Figur „Exquisitor Vorbis“ aus Terry Pratchetts Scheibenwelt-Roman Einfach Göttlich.

Im April 2000 trat das Projekt erstmals an die Öffentlichkeit und stellte den damals noch unter der LGPL stehenden Audiocodec vor Peter Nonhoff-Arps: Neue Konkurrenz für MP3 auf Heise online, 13. April 2000. Im März 2001 wurde die Lizenz des Codecs in eine BSD-artige, weniger restriktive Lizenz geändert, um die Verwendung des Codecs in kommerziellen Produkten zu vereinfachen Dr. Volker Zota: Ogg Vorbis: Freier Audio-Codec in Aufwind auf Heise online, 5. März 2001.

Im Juli 2002 wurde die Version 1.0 veröffentlicht Nico Jurran: Freies Audio-Format Ogg Vorbis glänzt golden auf Heise online, 12. Juli 2002. Damit stand die erste Version von Vorbis für Endanwender zur Verfügung. Kurz darauf gab auch die Firma Real Networks bekannt, Vorbis in ihrem Helix-Projekt zu unterstützen Dr. Volker Zota: Real will freies Audioformat Ogg Vorbis unterstützen auf Heise online, 25. Juli 2002. Im September 2002 wurde der vorher nicht frei verfügbare Decoder Tremor, der für den Einsatz auf besonderer Hardware zugeschnitten ist Sven Hansen: Audio-Codec für Hardware-Player von Ogg Vorbis auf Heise online, 4. September 2002, ebenfalls unter der BSD-artigen Lizenz kostenlos angeboten.

2003 begannen Hardwarehersteller, tragbare Musikgeräte mit Vorbis-Support auszuliefern. So veröffentlichte zum Beispiel iRiver im Oktober ein Firmware-Update für den iHP-100 und brachte den Nachfolger gleich mit passender Firmware heraus Dr. Volker Zota: Portabler MP3-Player spielt Ogg Vorbis auf Heise online, 23. Oktober 2003.

Real Networks folgte im August 2004 dem Versprechen, Vorbis im Helix-Projekt zu unterstützen, und veröffentlichte Versionen des Helix- und des RealPlayers, die Vorbis abspielen konnten Jürgen Kuri: RealNetworks gibt Medienplayer für Linux frei auf Heise online, 3. August 2004 .

Im September 2004 wurde die Version 1.1.0 des Codecs veröffentlicht Dr. Volker Zota: Neue Version des Audioformats Ogg Vorbis auf Heise online, 23. September 2004.

Belegung der Kanäle


Die Vorbis I specification gibt in Abhängigkeit von der Anzahl der Kanäle die Belegungen vor.

7 2 channels (extended surround sound) label.png anwendungsspezifisch, keine Vorgabe
Anzahl Kanäle Belegung
1 1 0 channels (mono) label.svg monophon
2 2 0 channels (stereo) label.svg Stereo: links, rechts
3 1D-Surround: links, mittig, rechts
4 4 0 channels (quadrophonic)(quadrophonie) label.png Quadrophonisches Surround: vorne links, vorne rechts, hinten links, hinten rechts
5 5 0 channels (surround sound) label.png 5-Kanal-Surround: vorne links, vorne mittig, vorne rechts, hinten links, hinten rechts
6 5 1 channels (surround sound) label.svg 5.1-Surround: vorne links, vorne mittig, vorne rechts, hinten links, hinten rechts, LFE-Kanal
7 oder mehr

Verbreitung


In der IT-Branche hat sich Vorbis mittlerweile als einer von vielen Standards für Audiodaten teilweise etabliert. Die Unterstützung von Vorbis in tragbaren Geräten, wie MP3-Playern oder CD-Spielern, ist jedoch sehr unterschiedlich.

Hardware-Unterstützung

Vorbis selbst wird nicht auf jeder Hardware unterstützt, da die Originalimplementierung einen Gleitkommazahl-Co-Prozessor benötigt, der insbesondere auf tragbaren Geräten selten zur Verfügung steht. Der alternative Vorbis-Decoder Tremor begegnet dem Problem, indem er Vorbis-Daten auf Basis von ganzen Zahlen decodieren kann. Der große Nachteil von Vorbis sind die, im Vergleich zur MP3-Dekodierung, höheren Anforderungen an den Prozessor, der die Sounddaten dekomprimieren soll. Aus diesem Grund ist Vorbis unter mobilen Playern nicht weit verbreitet.

Einige Hardware-Hersteller haben etwa von Anfang 2003 an Geräte für ihre Produktpaletten entwickelt, die das freie Audioformat abspielen können.

Abspielsoftware

Zum Abspielen von Vorbis-Audiodaten benötigt man spezielle Software. Diese steht für alle modernen Betriebssysteme zur Verfügung. In den meisten Linux-Distributionen ist sie von vornherein enthalten, verbreitete Multimedia-Player unter Windows, wie der VLC media player oder Winamp (nicht in der Lite-Version), bringen ebenfalls Vorbis-Unterstützung mit sich. Seit der Vorbis-Decoder Tremor ähnlich verfügbar ist wie die ursprüngliche Vorbis-Implementierung, gibt es auch für einige portable Player entsprechende Software.

Siehe auch


Hörtests


Es wurden im Laufe der Zeit immer wieder eine Vielzahl von Hörtests gemacht. Bei Vergleichen dieser Art ist zu beachten, dass sich alle Codecs im Laufe der letzten Jahre stark weiter entwickelt haben. Aus diesem Grund sind hier nur Tests jüngeren Datums angegeben.

Quellen


Weblinks


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