Volksmusik bezeichnet zum einen die traditionelle, häufig schriftlos überlieferte Musik verschiedener Völker und Regionen. Sie ist für bestimmte Regionalkulturen charakteristisch oder wird dafür gehalten. Sie umfasst Volkslieder, instrumentale Stücke und Musik für Volkstanz.
Daneben bezeichnet Volksmusik moderne Unterhaltungsmusik mit Elementen der traditionellen Volksmusik. Der nachstehende Artikel beschränkt sich auf die erste Bedeutung, die zweite Bedeutung wird unter Volkstümlicher Schlager beschrieben.
Oftmals werden die genannten Bedeutungen sprachlich durch die Bezeichnungen Volksmusik und volkstümliche Musik (auch volkstümlicher Schlager) unterschieden. Insbesondere Anhänger des Kulturguts Volksmusik grenzen sich dadurch von der oft kommerzialisierten Schunkelmusik ab. Medien, Produzenten und Freunde der volkstümlichen Musik unterscheiden seltener und bezeichnen auch diese Musik als Volksmusik.
Der Begriff Volksmusik kann nicht genau festgelegt werden.
Volksmusik hat ihren Ursprung in der Musizierpraxis der bäuerlich-dörflichen oder kleinstädtischen Gemeinschaften und hat sich angesichts der sozialen Barrieren auch in relativer Selbständigkeit entwickelt. So blieb sie ein unmittelbarer Spiegel der Lebensweise, eingebunden in die alltäglichen Lebensprozesse oder in die (rituellen) Feste des Dorflebens oder der kleinstädtischen Gesellschaft.
Gerade im bayerischen, österreichischen und schweizerischen Raum wird der ländlich-bodenständigen Volksmusik auch im Rundfunk viel Raum gegeben. Sie wird von der schlagerorientierten, volkstümlichen Unterhaltungsmusik streng geschieden. Deshalb bezieht sich der Begriff Volksmusik in diesen Gegenden meist nur auf handgemachte Folklore mit mundartlich vorgetragenen Liedern und tradierten Volksmusikstücken. Die verschiedenen Formen der traditionellen Volksmusik stammen überwiegend noch aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurden von Volkskundlern schriftlich aufgezeichnet und werden von Musikgruppen häufig neu interpretiert bzw. im alten Stil neu geschaffen.
Dazu gehören unter anderem Ländler, Boarische, Mazurkas, Schottische, Zwiefache, aber auch Menuette, Tanzstücke (etwa die schweizerische Örgelimusik) Balladen und die couplethaft vorgetragenen Gstanzln und Schnaderhüpfel. Im bairisch-alemannischen Raum und in Österreich ist der Jodler verbreitet, Sonderformen sind der im Bayerischen Wald beheimatete Arienjodler oder der in alemannischen Alpengegenden (Schweiz, Allgäu) vorherrschende Naturjodler, der mit seinen eingängigen Harmonien auf Instrumentalbegleitung weitgehend verzichtet. Im restlichen deutschsprachigen Raum erfolgte in den letzten fünf Jahrzehnten eine starke Abkehr von traditionellen, mundartlichen Weisen.
Die oft gehörte Annahme, Volksmusik sei die Musik einer Nation, eines Staatsvolkes, ist in dieser Ausschließlichkeit unhaltbar. Es gibt zahllose regionale Gemeinsamkeiten über Sprachgrenzen, Staatsgrenzen hinaus, wie unter vielen anderen das Beispiel Zwiefacher zeigt.
Volksmusik ist nichts auf ewig Festgelegtes, immer Gleiches - im Gegenteil, sie wird bei jedem Musizieren neu geschaffen. Dass jede einzelne Melodie durch Jahrzehnte oder Jahrhunderte überliefert wird, ist nicht Voraussetzung für die Einstufung als Volksmusik. Im Gegenteil, viele Weisen sind erst in den letzten Jahren entstanden und entstehen immer wieder neu. Auch sie gehören zur Volksmusik, wenn deren je nach Region unterschiedliche Regeln befolgt werden.
Oft wird behauptet: "Die einzige Gemeinsamkeit ist vermutlich, dass sie vom Volk, also den einfachen Menschen gemacht und weitergetragen wird." Richtig daran ist in diesem Zusammenhang die Definition von Volk, Volksmusik wurde zumindest ursprünglich von den unteren Bevölkerungsschichten getragen.
Allerdings gab und gibt es zunehmend Angehörige der Oberschicht, die Volksmusik pflegten, etwa Herzog Max Joseph in Bayern, Erzherzog Johann von Österreich, der Fabrikant Konrad Mautner und viele andere.
Es gibt aber über die Definition Musik der einfachen Menschen hinaus weitere Gemeinsamkeiten in der Volksmusik verschiedener Regionen. Eine der wichtigsten ist wohl die der Volksmusik innewohnende Möglichkeit der schriftlosen Überlieferung, die auf Improvisation beruhende Bildung von Varianten begünstigt.
Die in der Kunstmusik verwendeten Musikinstrumente werden bis auf geringe Ausnahmen auch in der Volksmusik verwendet, zusätzlich sind viele ältere, in der Kunstmusik nicht mehr verwendete Instrumente bis heute noch als Volksmusikinstrumente im Gebrauch.
Siehe auch: Liste von Volksmusikinstrumenten
Volksmusik | Ethnologie | Volkskunde
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