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Vojvodina
 

Autonomna Pokrajina Vojvodina
Аутономна Покрајина Војводина
Flagge Wappen
Flag of Vojvodina.svg Grb Vojvodine.jpg
(Details) (Details)
Basisdaten
Hauptstadt: Novi Sad
Fläche: 21.506 km²
Einwohner: 2.031.992 (30. April 2002)
Bevölkerungsdichte: 94,51 Einwohner je km²
Amtssprachen: Serbisch, Ungarisch, Kroatisch, Rumänisch, Slowakisch, Russinisch
BIP
 - Total
 - Anteil BIP Serbien
2005
n/a  Mrd. €
n/a
Staatsform: autonome Provinz innerhalb Serbiens
Offizielle Website: www.vojvodina.sr.gov.yu
Karte
100px-Serbien-Vojvodina.PNG

Die Vojvodina * (serbisch-kyrillisch Војводина, deutsch auch Wojwodina, ungarisch Vajdaság oder Délvidék) ist eine autonome Provinz Serbiens. Sie macht den Landesteil nördlich der Donau aus, der bis zum Ersten Weltkrieg und dem Vertrag von Trianon zu Österreich-Ungarn gehörte. Die Vojvodina beginnt direkt nördlich von Belgrad, das bereits zum benachbarten Engeren Serbien gehört. Hauptstadt der Vojvodina ist Novi Sad.

Die Vojvodina ist bekannt dafür, dass sie bis heute ein Gebiet mit großer ethnischer Vielfalt geblieben ist. Neben Serben, die heute die absolute Mehrheit der Bevölkerung stellen, leben hier u. a. Ungarn, Kroaten (u.a. Bunjewatzen und Šokci), Russinen, Slowaken, Sinti und Roma, Rumänen und Deutsche (wenn auch inzwischen nur noch wenige).

siehe auch: Woiwode

Bevölkerung


Die Vojvodina zählt 2.031.992 Einwohner, welche sich folgendermaßen auf die sieben Verwaltungsbezirke verteilen:

Die nationale Zugehörigkeit setzt sich laut der Volkszählung von 2002 aus 65,05 % Serben, 14,28 % Ungarn, 2,79 % Slowaken, 2,78 % Kroaten, 2,45 % Jugoslawen, 1,75 % Montenegrinern, 1,50 % Rumänen zusammen. Die restliche Bevölkerung bilden Albaner, Bosnier, Bulgaren, Bunjewatzen, Goranen, slawische Mazedonier, Russen, Russinen, Sinti und Roma, Deutsche, Slowenen, Tschechen, Ukrainer und andere Nationalitäten.

69 % der Bürger sind Orthodoxe Christen, 19,1 % Katholiken, 3,6 % Protestanten.

Geographie


Die Vojvodina ist die flachste Gegend Serbiens. Den größten Teil der Provinz nimmt die Pannonische Tiefebene ein. Nur in Syrmien durchzieht die bis knapp über 500 m ansteigende Fruška Gora die Provinz und im äußersten Osten bei Vršac erheben sich die Ausläufer der Karpaten. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung der Vojvodina: Der 641 m hohe Gudurički vrh.

Die Vojvodina wird geprägt von drei großen Flüssen. Die Donau bildet zunächst die Grenze zum Westen und fließt dann mitten durch die Provinz hindurch. Von Norden kommt die Theiß und von Westen die Save. Beide münden bei Belgrad in die Donau. Die Vojvodina ist durch diese Flüsse zugleich in drei Regionen gegliedert: Syrmien, Banat und Batschka.

Im Südwesten, zwischen Donau und Save, liegt Syrmien (serbisch Срем). Nördlich von Syrmien liegt die Batschka (Бачка). Die Donau bildet hier sowohl die Westgrenze als auch die Südgrenze, da der Fluss hier von der Nord-Süd-Richtung nach West-Ost abknickt. Die Theiß ist die Grenze zwischen der Batschka und dem Banat. Das Banat liegt also östlich der Theiß und nördlich der Donau, und ist besser gesagt der serbische Teil des Banats, weil es auch ein rumänisches Banat gibt.

Die Hauptstadt ist Novi Sad; weitere wichtige Städte sind Ruma, Inđija, Sremski Karlovci und Sremska Mitrovica in Syrmien; Subotica, Sombor, Vrbas, Bačka Topola und Bačka Palanka in der Batschka; und Zrenjanin, Kikinda, Pančevo und Vršac im Banat.

Die Vojvodina gilt als die Kornkammer Serbiens. In der Frühzeit lag hier das Pannonische Meer. Der fruchtbare Humus der Vojvodina ist zum Teil aus Meeresfossilien entstanden.

Geschichte


Siehe: Geschichte der Serben der Vojvodina

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 gehörte die Vojvodina zu Österreich-Ungarn. Nach dessen Zerfall und dem Sieg der Entente, welcher auch Serbien angehörte, wurde die Vojvodina dem neu gegründeten Staat der Serben, Kroaten und Slowenen zugeschlagen. Die Nationalversammlung der Vojvodina beschloss am 5. November 1918 sich Serbien anzuschließen. Zunächst bestand die Vojvodina aus dem Gebieten Baranja, Bačka und dem Westbanat. Innerhalb des neuen Staates, welcher sich ab 1921 Königreich Jugoslawien nannte, exisitierte die Vojvodina zusammen mit Syrmien (serb.: Srem) und einem Teil des Engeren Serbien südlich der Donau als die Banschaft Donau (serbisch: Dunavska Banovina) mit Novi Sad als Hauptstadt. 1941 marschieren deutsche, ungarische und kroatische Truppen in die Vojvodina ein und teilen sie unter sich auf: Die Baranja und Bačka fallen an Ungarn, der Srem an Kroatien und der Banat verbleibt in einem Rumpfserbien unter deutscher Verwaltung. Während des gesamten Krieges kamen 50.000 Menschen ums leben, 280.000 waren in Gefangenschaft. Eine der heftigsten Schlachten auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens lieferten sich Titos Partisanen und die deutschen und kroatischen Faschisten im Srem (Sremski Front). Im April 1945 wird die Vojvodina endgültig befreit. Die meisten der dort ansässigen Donauschwaben werden vertrieben, tausende Zurückgebliebene werden in Lagern interniert und kommen dort ums Leben.

Im selben Jahr wird sie als autonome Provinz mit der Hauptstadt Novi Sad in ihren heutigen Grenzen (d.h. ohne die Baranja, dafür mit dem größten Teil Syrmiens) der jugoslawischen Teilrepublik Serbien angeschlossen. 1974 wird der Autonomiestatus durch eine Verfassungsänderung Titos erweitert. 1989 stuft der serbische Präsident Slobodan Milošević die Autonomie der Vojvodina auf den Stand von vor 1974 zurück. Später hebt er sie vollständig auf und unterstellt die Provinz der Zentralregierung in Belgrad. Erst nach seinem Sturz erhält die Vojvodina im Jahr 2002 einen Teil ihrer alten Kompetenzen wieder zurück.

Siehe auch


Weblinks


Serbien | Historische Landschaft

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