| Vogelspinnen | ||||||||||
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| Psalmopoeus irminia 2.jpg | ||||||||||
| : | Gliederfüßer (Arthropoda) |
| : | Kieferklauenträger (Chelicerata) |
| : | Spinnentiere (Arachnida) |
| : | Webspinnen (Araneae) |
| : | Vogelspinnenartige (Mygalomorphae) |
Sie ernähren sich von Insekten, kleinen Echsen, kleinen Nagetieren, Amphibien und sogar kleinen (Gift-)Schlangen.
Ihren deutschen Trivialnamen "Vogelspinne" verdankt sie wahrscheinlich der berühmten Naturforscherin und Künstlerin Maria Sybilla Merian. Ihre Eindrücke von einer Reise nach Surinam veröffentlichte sie 1705 in dem Werk "Metamorphosis Insectorum Surinamensium". Auf Seite 18 ist darin ein Kupferstich zu finden, mit einer großen Spinne, die auf einem Ast sitzend einen Kolibri verspeist. Dies inspirierte wiederum Carl von Linné 1758 eine Spinne mit dem wissenschaftlichen Namen Aranea avicularia zu beschreiben Avicularia avicularia (Linnaeus, 1758).
Vögel gehören aber wohl nur in den seltensten Fällen zur Beute von Vogelspinnen. Hauptbeutetiere von südamerikanischen Baumvogelspinnen wie Avicularia spp. stellen Schaben, andere Insekten und Baumfrösche dar.
Trotz ihrer Größe ist ein Biss der meisten Vogelspinnen zwar schmerzhaft, aber dennoch harmlos, es sei denn es treten allergische Reaktionen auf. In vielen Büchern wird dieser mit dem Stich einer Biene oder Wespe verglichen, was aber nicht auf alle Arten zutrifft. Beispielsweise bei Vertretern der asiatischen Gattungen "Poecilotheria" und "Haplopelma" kann ein Biss von Muskelkrämpfen und Benommenheit begleitet werden, die mehrere Tage anhalten können. Recht häufig tritt bei einem Biss allerdings eine Sekundärinfektion auf, ausgelöst durch die zahlreichen Keime an den Cheliceren der Spinne.
Einige neuweltliche (amerikanische) Vogelspinnen besitzen zusätzlich zur Verteidigung so genannte Brennhaare auf ihrem Hinterleib, die mit Widerhaken besetzt sind und potenziellen Feinden durch rasche Bewegungen der hinteren Beinpaare entgegengeschleudert werden können (sog. Bombardieren). In Schleimhäuten und Augen können die Brennhaare zu Entzündungen führen, bei wiederholtem Kontakt mit Brennhaaren kann es aber auch zu allergischen Reaktionen kommen.
Viele Vogelspinnenarten können im Terrarium gehalten werden, da sie geringe Ansprüche stellen. Allerdings müssen die Haltungsbedingungen der einzelnen Arten, zum Beispiel Temperatur und Luftfeuchtigkeit, eingehalten werden.
| Körperbau der Vogelspinne | |||||||||||||||||||||||||
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| Aufbau_einer_Vogelspinne.jpg |
| Aufbau_der_Vogelspinne_von_unten.jpg |
| 1 = Fuß (Tarsus) |
| 2 = Mittelfuß (Metatarsus) |
| 3 = Schiene (Tibia) |
| 4 = Knie (Patella) |
| 5 = Schenkel (Femur) |
| 6 = Schenkelring (Trochanter) |
| 7 = Hüfte (Coxa) |
| 8 = Taster (Pedipalpen) auf dem unteren Bild mit Bulben |
| 9 = Beißklauen (Chelizeren) |
| 10 = Augen |
| 11 = Vorderkörper/Oberseite (Prosoma/Carapax) |
| 12 = Vertiefung der Oberseite (Thoraxgrube) |
| 13 = Hinterleib ( Opistosoma (Abdomen)) |
| 14 = großes Spinnwarzenpaar |
| 15 = kleines Spinnwarzenpaar |
| 16 = oberes Buchlungenpaar |
| 17 = unteres Buchlungenpaar |
| 18 = Geschlechtsöffnung (Epigastralfurche) |
| 19 = Unterseite Vorderkörper (Sternum) |
| 20 = Mundöffnung (Labium) |
| 21 = männliches Geschlechtsorgan (Bulbus) |
Die Vogelspinne zählt zu den Gliedertieren. Ihr Körper ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Bei der Vogelspinne unterscheidet man grob in den Vorderkörper (Prosoma) mit den vier Laufbeinpaaren (Extremitäten), den (Kiefern-)Tastern (Pedipalpen) und den Beißklauen (Cheliceren) sowie den Hinterleib (Opistosoma) mit den Spinnwarzen.
Die vier Laufbein-Paare der Vogelspinne sind in je 7 Segmente unterteilt:
Bei einigen Arten, zum Beispiel Grammostola, Psalmopoeus oder Avicularia haben die erwachsenen Männchen am ersten Beinpaar am Schienensegment so genannte Schienbeinhaken (Tibiaapophysen). Diese dienen dem Männchen beim Paarungsakt dazu die Beißklauen des Weibchens zu blockieren. Sie kommen aber nicht immer zum Einsatz.
Beim Beutefang dringen die Beißklauen in das Opfer ein und durch einen feinen Kanal wird das Gift injiziert. Die Giftdrüse liegt im oberen Teil der Beißklauen.
Einige Gattungen (alle Gattungen der Unterfamilie Theraphosinae), zum Beispiel Brachypelma oder Theraphosa, besitzen auf dem Hinterleib Brennhaare. Diese Haare sitzen locker auf der Hinterleibshaut und werden bei Störung des Tieres durch schnelles Reiben mit den Hinterbeinen dem Störenfried oder Feind entgegengeschleudert. Die Haare besitzen Widerhaken und verursachen starke Hautreizungen. Die Gattung Brachypelma macht davon oft Gebrauch. Bei stark "bombardierenden" Spinnen kann man dann durchaus die "nackte" Haut erkennen. Färbt sich diese Haut dunkel bis schwarz kann von einer bevorstehenden Häutung ausgegangen werden. Die schwarze Farbe kommt von der Exuvialflüssigkeit, die die alte von und neuen Haut trennt. Die neue Haut ist zunächst unbehaart. Die Brennhaare werden nach der Häutung erneut nachwachsen.
Am Ende des Hinterleibes befinden sich der Darmausgang und die beiden Spinnwarzen-Paare. Die Vogelspinne besitzt ein großes (14) und ein kleines Paar Spinnwarzen (15). Die Spinnwarzen sind in drei Glieder unterteilt und sind jede für sich bewegbar. Mit den Spinnwarzen produziert die Spinne die Spinnseide für jede Gelegenheit, wie z.B. Wohnhöhle, Kokon, Fressen, Häuten.
Beim Männchen tritt an dieser Öffnung die Samenflüssigkeit aus, welche auf ein zuvor gesponnenes Spermanetz abgegeben wird. Dieses Spermanetz wird zwischen zwei Gegenständen (z.B. Terrarienwand/Pflanze) gesponnen. Um die Samenflüssigkeit abzugeben, kriecht das Männchen mit der Unterseite nach oben unter das Netz. Danach klettert es auf das Netz und nimmt die Flüssigkeit mit den Bulben durch Pumpbewegung auf. Anschließend wird das Netz meistens zerstört.
Die Entwicklung von Vogelspinnen vollzieht sich in drei Abschnitten: Zeit im Kokon (Ei und Larve), Nymphe, und Imago (erwachsenes Tier)
Im deutschen Sprachraum wird die Nymphe auch als Spiderling bezeichnet. Des Weiteren gibt es noch die Bezeichnung Fresshaut. Als Fresshäute bezeichnet der Vogelspinnenhalter juvenile Entwicklungsstadien der Tiere, in denen sie Nahrung selbst zu sich nehmen (Nymphe). Die vollentwickelte Nymphe ist die "erste Fresshaut". Mit jeder Häutung vergrößert sich die Zahl der Fresshaut (FH), also 1.FH, 2. FH, 3. FH, und so weiter.
Bis die Spinne geschlechtsreif (adult) ist, benötigt sie je nach Art unterschiedlich viele Häutungen. Die Zeitabstände zwischen den Häutungen sind vom Klima abhängig. Die Abstände zwischen den Häutungen betragen am Anfang vier bis acht Wochen. Der Abstand vergrößert sich mit jeder Häutung. Die Anzahl der Häutungen ist teils auch noch vom Geschlecht abhängig. Die Männchen werden früher erwachsen.
Je nach Art ist das Tier bereits nach einem Jahr (Psalmopoeus cambridgei) oder erst nach sieben bis zehn Jahren (Mexikanische Rotknie-Vogelspinne, Brachypelma smithi) im weiblichen Geschlecht) erwachsen. Aber auch hier sind die Außentemperaturen entscheidend. Je wärmer es ist (28-32 °C), desto schneller wachsen und damit häuten sich die Tiere. Bei kühleren Außentemperaturen (20-24 °C) dauert die die Entwicklung wegen des reduzierten Stoffwechsels der wechselwarmen Tiere länger. Bei den oben genannten Tieren ist eine Haltung bei 24-28 °C optimal. Die optimale Haltungstemperatur schwankt von Art zu Art. Tiere aus höheren Lagen bevorzugen kühlere Temperaturen, welche aus Savannen oder Wüstengebieten höhere. Dies soll aber speziell in den jeweiligen Artbeschreibungen erwähnt werden.
Mit der Reifehäutung, welche beim Männchen die letzte Häutung seines Lebens ist, wird dann von einem adulten (erwachsenen) Tier gesprochen. Die Weibchen häuten sich nach der Reifehäutung immer wieder mal, ca. ein Mal im Jahr, alte Tiere nur noch alle zwei Jahre. Dabei legen sie immer noch an Größe zu. Der Größenunterschied zu vor und nach der Häutung ist nicht mehr so groß wie bei Nymphen. Ein erwachsenes Männchen ist gut an seinen Bulben (21) erkennbar, welche beim lebenden Tier, zum Körper hin, eingeklappt sind. Bei vielen Arten besitzen die Männchen noch Schienbeinhaken (Tibiaapophysen), welche bei der Paarung die Beißklauen des Weibchens blockieren sollen. Bei Weibchen ist die Reifhäutung schlecht zu bestimmen, da sie keine äußeren Anzeichen haben. Sicher kann man erst dann sein, wenn das Weibchen einen Kokon gebaut hat. Der Samenvorratsbehälter (Spermathek) ist bereits bei weiblichen Nymphen vorhanden. Bei jeder Häutung wird dieser mitgehäutet, so dass eine Geschlechtsbestimmung bereits bei Nymphen möglich ist. Er wächst auch das ganze Leben mit.
Vogelspinnen fressen alles, was sie überwältigen können. In der Regel sind das größere Insekten wie Grillen, Schaben und Heuschrecken. Auch Tausendfüßer und, je nach Größe, auch Skorpione gehören zum Beutespektrum. Große Vogelspinnenarten machen Jagd auf kleine Nager und Reptilien. Nestjunge oder kranke Vögel werden mitunter ebenfalls überwältigt.
Zu den natürlichen Feinden der Vogelspinnen zählt in Afrika die Wegwespe aus der Gattung der Pepsis, ferner machen Hundertfüßer und Skorpione Jagd zumindest auf die kleineren Vogelspinnenarten. Auch kleine räuberische Wirbeltiere wie etwa die afrikanischen Mangusten erbeuten gelegentlich Vogelspinnen. Wander- oder Treiberameisen fallen bei ihren Beutezügen über alles her, was nicht flieht, auch Spinnen jeglicher Größe und Art. In einigen Gegenden Südamerikas und Asiens gelten zubereitete Vogelspinnen als Delikatesse.
Die Systematik der Vogelspinnen befindet sich in einem ständigen Fluss, da immer noch neue Arten beschrieben und alte revidiert werden. Man unterscheidet die folgenden Unterfamilien mit exemplarischen Gattungen:
}}
Tarantula | Theraphosidae | Theraphosidae | Tarántula | טרנטולה | Tarantola (ragno) | Vogelspin | Ptasznikowate | Tarântula | Fågelspindlar | 捕鳥蛛科
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