Vivien Leigh (* 5. November 1913 in Darjeeling, Indien; † 7. Juli 1967 in London; eigentlich Vivian Mary Hartley) war eine britische Film- und Theaterschauspielerin.
Weltweit bekannt wurde sie mit der Rolle der Scarlett O'Hara im Film Vom Winde verweht (englisch: Gone with the Wind).
In England wurde Vivien für die nächsten acht Jahre in ein katholisches Internat geschickt. Im Convent of the Sacred Heart spielte sie in der Theatergruppe, Cello im Schulorchester und nahm nebenbei Ballett- und Klavierstunden. 1928 verbrachte sie einige Monate in einem anderen Konvent in San Remo an der italienischen Riviera. Anschließend beendete sie ihre schulische Ausbildung im französischen Auteuil und in den bayerischen Alpen.
Vivien hielt das Hausfrauendasein nicht lange aus. Bereits 1934 begann sie, an ihrem ersten Film (Things are looking up) zu arbeiten. Im September desselben Jahres sah sie zum ersten Mal Laurence Olivier auf der Bühne und begann für ihn zu schwärmen. In den nächsten Monaten spielte sie in einigen kleinen Filmen und Bühnenstücken. Ihr Mann Leigh war von ihrer "Schwärmerei für die Schauspielerei" nicht sehr begeistert und hoffte, sie würde davon abkommen, um ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter gerecht zu werden.
1935 stand Vivien erfolgreich auf der Bühne und trat in mehreren kleinen Filmproduktionen auf. Der Filmproduzent Alexander Korda sah sie in The Mask of Virtue und bot ihr einen Kontrakt für zehn britische Filme. Sie drehte sechs davon, bevor sie 1938 nach Hollywood ging. Während der Dreharbeiten zu Fire over England lernte Vivien Laurence Olivier persönlich kennen, und die beiden wurden bald ein Paar. Im Juni 1938 verließ Vivien Leigh ihren Mann und zog mit Laurence Olivier in eine Wohnung in Chelsea. Ihre Tochter Suzanne gab sie in die Obhut ihrer Mutter.
Als Laurence Olivier im Herbst 1938 nach Hollywood ging, begleitete ihn Leigh, um David O. Selznick kennenzulernen. Selznick war begeistert von der damals in den USA noch unbekannten Schauspielerin. Vivien musste Sprachunterricht nehmen, um den Südstaatenakzent zu lernen. Daneben nahm sie Gesangs- und Ballettstunden, um ihre Stimme und Haltung zu verbessern. Während der Dreharbeiten zu Vom Winde verweht wurde das Script ständig umgeschrieben, was für alle beteiligten Schauspielerinnen und Schauspieler eine große Herausforderung war. Vivien und Laurence sahen sich während dieser Zeit kaum.
Im Sommer 1939 war der Film abgedreht, und die Premiere in Atlanta im Herbst machte Vivien Leigh über Nacht berühmt. Kurz vor Weihnachten begann sie bereits mit den Dreharbeiten zu Waterloo Bridge. Am 29. Februar 1940 erhielt sie den Oscar als Beste Schauspielerin. Nach diesem Erfolg willigte ihr Mann Leigh Holman endlich in die Scheidung ein. Am 31. August 1940 heirateten Vivien Leigh und Laurence Olivier in Santa Barbara; Katharine Hepburn war ihre Trauzeugin. Nach den Dreharbeiten für Lady Hamilton reiste das Paar nach London, wo Vivien Leigh bis 1943 mit The Doctor's Dilemma auf der Bühne stand. Anschließend nahm Vivien an einer Tour zu den britischen Truppen teil.
1947 begann sie mit den Dreharbeiten zu Anna Karenina. Obwohl sie wegen ihrer Krankheit schwer depressiv und in psychiatrischer Behandlung war, liebte sie die Rolle der Anna. In den Jahren 1948 und 1949 stand sie mit Laurence Olivier auf der Bühne. Die beiden machten eine Welttournee, die sie bis nach Australien führte. Wegen ihrer ständigen Depressionen und Alkoholmissbrauchs lief die Beziehung der beiden nicht mehr gut. Laurence hatte etliche Affären. Im Herbst 1949 stand Vivien in England mit dem Stück A Streetcar Named Desire von Tennessee Williams auf der Bühne, und im darauf folgenden Jahr spielte sie die Rolle der Blanche neben Marlon Brando in der Hollywood-Verfilmung des Stücks. Regisseur Elia Kazan hielt Vivien Leigh zwar für eine zielstrebige Handwerkerin, aber weniger begabt als seine Broadwaybesetzung der Blanche, Jessica Tandy. Die Produzenten bestanden jedoch auf Vivien Leigh, da dieser als der größere Star galt und deshalb einen größeren Erfolg an der Kinokasse versprach. Ihre Performance in dem Film war schließlich so großartig, dass sie für die Rolle ihren zweiten Oscar als Beste Schauspielerin bekam.
Von 1950 an stand Vivien Leigh wieder vermehrt auf der Bühne. Sie war jedoch oft krank und erlitt mehrmals Nervenzusammenbrüche. Auf Laurence Oliviers Drängen hin begab sie sich in psychiatrische Behandlung - zur damaligen Zeit hieß das Elektroschockbehandlung. Die 1950er Jahre waren eine schwere Zeit für Vivien Leigh. Mehrmals musste sie wegen ihres Gesundheitszustandes Dreharbeiten abbrechen. Sie hatte schwere Gedächtnisprobleme und konnte deswegen nicht mehr regelmäßig im Theater auftreten.
In den Jahren 1960/61 verfiel Vivien Leigh immer tiefer in Depressionen und unterzog sich mehreren Schockbehandlungen. Sie trank sehr viel, trat jedoch immer noch erfolgreich auf der Bühne auf. Sie zog mit ihrem Liebhaber, dem Bühnenschauspieler John Merivale zusammen und begann mit den Dreharbeiten zu The Roman Spring of Mrs. Stone. Sie bekam gute Kritiken für diesen Film, was ihre Gesundheit so verbesserte, dass sie wieder im Theater auftreten wollte. 1963 überzeugte sie in dem Musical Tovarich, wofür sie mit dem Tony Award geehrt wurde. Die Auftritte waren jedoch so anstrengend, dass sie einen Burnout hatte und wiederum in die Psychiatrische Klinik musste. Von nun an wurde sie von einer Krankenschwester betreut und begleitet.
1965 tourte sie mit dem Stück Ivanov von Anton P. Tschechow in England und den USA. Erschöpft suchte sie danach mehrere Sanatorien in Frankreich und Griechenland auf. Im Mai 1967 wurde sie wiederum sehr krank: die Tuberkulose war mit voller Kraft zurückgekehrt. Am 7. Juli 1967 fand ihr Lebensgefährte, John Merivale, sie tot auf dem Boden ihres Schlafzimmers liegend.
Erst die Autopsie ließ erkennen, dass Vivien Leigh die ganze Zeit über an einer Form von chronischer Tuberkulose gelitten hatte. Ihre schweren Depressionen, Stimmungsschwankungen und hysterischen Anfälle, welche ihre Karriere und ihre Beziehung mit Laurence Olivier zerstörten, waren eine bekannte Begleiterscheinung dieser Erkrankung.
sowie zahlreiche Theateraufführungen
Frau | Brite | Schauspieler | Theaterschauspieler | Filmschauspieler | Oscarpreisträger | Geboren 1913 | Gestorben 1967
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