Vitznau ist eine Gemeinde im Amt Luzern des Kantons Luzern in der Schweiz.
Nachbargemeinden
Vitznau grenzt im Westen an
Weggis , im Norden an
Arth, im Osten an
Gersau (beide im Kanton Schwyz) und im
Vierwaldstättersee an
Ennetbürgen im Kanton Nidwalden.
Geographie
Vitznau liegt am Ufer des Vierwaldstättersees an einer Ausbuchtung des Weggiserbeckens - und gleichzeitig am Südfuss der
Rigi. Wegen dieser geschützten Lage verfügt die Gemeinde über ein aussergewöhnlich mildes Klima, wo sogar Wein und Palmen gedeihen.
Das Dorf selber ist als Folge des Zusammenwachsens verschiedener Weiler mit dem Dorf Vitznau ein langgestrecktes Strassendorf am Ufer des Sees. Die Weiler Reimen, Zihl, Tschuopis und Altdorf sind mittlerweile zu Dorfquartieren geworden. An der westlichen Gemeindegrenze liegt der Ortsteil Wilen, der aus den Weilern Unterwilen am Seeufer und verschiedenen Häusergruppen und Einzelgehöften am Hang darüber besteht und bis auf 774 m.ü.M. ansteigt. Zwischen Unterwilen und Vitznau Dorf befindet sich Lauisegg, welches ebenfalls am Ufer des Vierwaldstättersees liegt. Zwischen Reimen und dem südlich davon liegenden Dorf mündet der Dorf- oder Mühlebach , zwischen dem Dorf und dem südlich davon liegenden Quartier Altdorf der Altdorfbach in den Vierwaldstättersee. Überhaupt verfügt die Gemeinde über etliche kurze Bäche, welche unterhalb der Rigi entspringen und sich danach in mehr oder weniger wildem Lauf Richtung See wälzen. Nördlich des Dorfs am Hang liegen die Weiler Husen (546 m.ü.M.) und Hasliweid. Per Seilbahn erschlossen ist ein aus Einzelgehöften bestehender Ortsteil namens Hinterbergen (910-1'191 m.ü.M.). Die Gemeinde zählt noch etliche weitere Häusergruppen und Einzelgehöfte.
Vitznau.jpeg
Der südlichste Punkt der Gemeinde ist die Obere Nas, welche steil aus dem Vierwaldstättersee emporsteigt. Die Gemeindegrenze führt von dort in nordöstlicher Richtung bis zum Vitznauerstock/Gersauerstock (1'452 m.ü.M.). Dort dreht sie nach Norden, geht am Felmispass (1'181 m.ü.M.) vorbei und schlägt kurz vor Rigi-Scheidegg (Kanton Schwyz) eine Nordwestrichtung ein. Sie führt entlang eines Berggrats über den Dossen (1'685 m.ü.M.; höchster Punkt der Gemeinde), den Kleinen Dossen (1'670 m.ü.M.), den Würzenstock (1'482 m.ü.M.) und den Schild (1'548 m.ü.M.) nach Rigi-First (1'453 m.ü.M.;einem Ortsteil der Gemeinde Arth im Kanton Schwyz). Anschliessend geht die Gemeindegrenze in südlicher Richtung über 1'000 Höhenmeter hinunter an den Vierwaldstättersee westlich von Unterwilen.
Die Rigihänge wurden in den vergangenen Jahrhunderten teilweise für die landwirtschaftliche Nutzung gerodet, sind aber mehrheitlich von Wald bedeckt. Vom Gemeindeareal von 894 ha (ohne Seeanteil) sind 56,3% bewaldet. Rund ein Drittel - genauer 32,2% - sind landwirtschaftliches Nutzgebiet und 7,5% Siedlungsfläche.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung
Von
1798 bis
1930 wuchs die Einwohnerzahl langsam, aber stetig an und verdoppelte sich so in 130 Jahren (1798-1930:+108,1%). Nach einem Einbruch in den 1930er Jahren folgte ein langsames Wachstum bis
1960 , so dass sich die Zahl der Bewohner praktisch nicht veränderte (1930-1960:-1,0%). In den folgenden zwei Jahrzehnten gab es eine starke Abwanderung (1960-1980:-13,8%), die aber durch einen Bevölkerungsanstieg bis ins Jahr
2000 wieder wettgemacht wurde (1930-2000:-0,2%). Seither gibt es ein erhebliches Bevölkerungswachstum (2000-2004:+19,1%).
Sprachen
Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart, welche sich aber stark vom Stadtluzerner Dialekt unterscheidet und mehr der Sprache der benachbarten Schwyzer gleicht. Bei der letzten Volkzählung im Jahr
2000 gaben 91,72% Deutsch, 3,08% Albanisch und 1,15% Italienisch als Hauptsprache an.
Religionen - Konfessionen
Früher waren alle Bewohner Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung wie folgt aus. Es gibt 74,21% römisch-katholische- und 12,70% evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 6,83% Konfessionslose und 2,21% Muslime (albanischer Herkunft).
Herkunft - Nationalität
Von den 1'237 Einwohnern Ende 2004 waren 944 Schweizer und 293 (=23,7%) Ausländer. Der hohe Ausländeranteil ist bedingt durch die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften, welche im Fremdenverkehr tätig sind, Personen, die sich weiterbilden wollen und Leuten, die ihren Lebensabend im milden Klima von Vitznau geniessen wollen. Anlässlich der letzten Volkszählung waren 82,68% (einschliesslich Doppelbürger 86,04%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (meist Albaner), Deutschland, Italien und Portugal.
Verkehr
Da die geplante Bahn von Küssnacht nach Brunnen dem Vierwaldstättersee entlang nie verwirklicht wurde, ist die Gemeinde per Bus und Schiff (beide betrieben von der
Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV)) ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Die Schiffe fahren saisonal verschieden und verkehren von und nach Luzern. Die Buslinie
Küssnacht (Bahnhof)-Weggis-Vitznau-Gersau-Brunnen (Bahnhof) ist daher für den öffentlichen Personentransport bedeutender. Der Bahnhof Küssnacht SZ liegt an der Bahnlinie Luzern-Arth Goldau, der Bahnhof Brunnen an der Gotthardlinie.
Vitznau liegt an der Strasse Küssnacht SZ – Vitznau – Brunnen. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Küssnacht an der A4 in 13 km Entfernung.
Geschichte
Vitznau ist schon seit der Altsteinzeit bewohnt, wie eine
1913 entdeckte Höhle mit Siedlungsresten aus dieser Zeit beweist. In historischer Zeit wird der Ort erstmals
998 als Besitz des
Klosters Pfäfers erwähnt.
1282 gehörte er den
Habsburgern und wurde im Jahr
1380 als Teil von Weggis von der Stadt
Luzern gekauft. Da Vitznau bis
1798 keine eigenständige Gemeinde, sondern ein Ortsteil von Weggis war, teilte sie dessen Schicksal und gehörte zur
Landvogtei Weggis. Von 1798 bis
1803 war sie eine Ortschaft im
Distrikt Luzern und kam dann zum neu geschaffenen
Amt Luzern . Das diskutierte Fusionsprojekt von Greppen, Weggis und Vitznau (eventuell unter dem Namen Gemeinde Rigi) wurde
2005 auf unbestimmte Zeit verschoben, da alle drei Gemeinden finanziell gesund sind - und so kein Kostendruck für eine Fusion besteht.
Weblinks
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