Dr. Vitali Klitschko (ukrainisch Вiталiй Володимирович Кличко/Witalij Wolodymyrowytsch Klytschko; * 19. Juli 1971 in Belowodsk, Kirgisistan) ist ein ehemaliger ukrainischer Profiboxer. Er ist Sohn eines ukrainischen Offiziers und einer ukrainischen Pädagogin. Sein jüngerer Bruder ist Wladimir Klitschko. Seit April 1996 ist er verheiratet. Mit seiner Frau hat er drei Kinder (Stand: März 2006).
Der Antritt des Armeedienstes erzwang vorübergehend eine Unterbrechung seiner sportlichen Karriere. Im ZSKA nahm Klitschko bei Wladimir Zolotarew das Training wieder auf. Klitschko betrieb schwerpunktmäßig Kickboxen und parallel dazu Boxen. Als Armeesportler gewann er 1991 die Kickbox-Weltmeisterschaft in Paris. Insgesamt beläuft sich die Zahl seiner Weltmeisterschaftstitel im Kickboxen auf sechs; zwei bei den Amateuren, vier bei den Profis. Während seiner Kickboxkarriere erlitt er den einzigen KO seiner sportlichen Laufbahn. Bei den Kickbox-Europameisterschaften 1992 in Warna, Bulgarien traf er im Finale auf den Briten Pele Reid und musste nach einem Tritt ans Kinn in der 2. Runde zu Boden. Da es bei dieser Leichtkontaktvariante des Kickboxens kein Anzählen gibt, wurde der Kampf vom Ringrichter sofort abgebrochen.
Danach bereitete er sich auf die Olympischen Spiele von Atlanta vor. Da ihm in einer Dopingprobe jedoch die Einnahme des Steroids Nandrolon nachgewiesen wurde, blieb ihm aufgrund der folgenden einjährigen Sperre die Teilnahme versagt.
Nach verletzungsbedingter Pause gab Klitschko am 25. November 2000 mit einem Kampf um den vakanten Europameistertitel gegen Timo Hoffmann sein Comeback. Es war der einzige Kampf seiner Profikarriere, den Klitschko nach Punkten gewann. In der Folgezeit kämpfte er sich mit mehreren Siegen gegen erstklassige Gegner, Orlin Norris, Ross Puritty, Vaughn Bean und Larry Donald, an die Spitze der Ranglisten der Boxverbände zurück und stieg dadurch zum Pflichtherausforderer des damaligen Weltmeisters Lennox Lewis auf.
Ursprünglich sollte er bei einer freiwilligen Titelverteidigung von Lewis gegen den Kanadier Kirk Johnson in einem Vorkampf gegen einen anderen Gegner boxen. Durch die verletzungsbedingte Absage Johnsons bekam Klitschko allerdings die Chance, gegen Lewis anzutreten. Am 22. Juni 2003 verlor Klitschko gegen Lewis durch technischen KO. Nach der sechsten Runde wurde der Kampf vom Ringarzt wegen mehrerer, stark blutender Cutverletzungen im Augenbereich Klitschkos abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er auf allen drei Punktezetteln der Punktrichter vier der sechs Runden gewonnen.
Wegen der unglücklichen Art der Niederlage blieb Klitschko hoch in den Ranglisten platziert. Noch im Dezember desselben Jahres konnte er sich durch einen KO-Sieg über den hoch in den Ranglisten platzierten Kirk Johnson für einen weiteren Titelkampf qualifizieren.
Am 25. April 2004 wurde Klitschko in Los Angeles zum zweiten Mal Weltmeister im Schwergewicht, diesmal nach Version des "World Boxing Council" (WBC), des renommiertesten aller Boxverbände, nach einem Kampf gegen Corrie Sanders. Der Titel war nach dem Rücktritt von Lennox Lewis zuvor vakant geworden. Er gewann in Los Angeles gegen Corrie Sanders durch technischen KO in der 8. Runde. Am 8. März 2003 hatte Sanders noch Klitschkos Bruder Wladimir bei dessen Titelverteidigung überraschend besiegt.
Klitschko verteidigte anschließend seinen Titel am 12. Dezember 2004 gegen den Engländer Danny Williams durch technischen KO in der 8. Runde. Es war der letzte Kampf in der Profikarriere des Ukrainers, was zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen war.
Nächster Gegner sollte der Amerikaner Hasim Rahman sein, der sich 2001 mit einem überraschenden KO-Sieg über Lennox Lewis einen Namen gemacht hatte, im direkten Rückkampf allerdings selbst schwer KO gegangen war und auch anschließend in einigen anderen Kämpfen seiner weiteren sportlichen Laufbahn enttäuscht hatte. Klitschko musste diese Pflichtverteidigung mehrmals verletzungsbedingt verschieben. Am 30. April war ein Muskelfaserriss der Grund, am 18. Juni und am 23. Juli eine Rücken-OP und kurz vor dem 12. November dann ein Meniskusriss im rechten Knie. Neben dem Meniskusschaden wurde bei ihm zusätzlich noch ein Riss des Kreuzbandes im rechten Knie diagnostiziert. Da durch diese Verletzungen der Kampf erneut abgesagt werden musste, kündigte die WBC an, Klitschko den Weltmeistertitel abzuerkennen, falls er seiner Verpflichtung zur Titelverteidigung nicht innerhalb von 60 Tagen nachkomme.
Daraufhin entschied sich der 34-Jährige zum überraschenden Rücktritt. Am 9. November 2005 gab Klitschko offiziell das Ende seiner Profiboxkarriere bekannt.
Liste seiner wichtigsten Kämpfe: Boxkämpfe Vitali Klitschko
Seit 1996 engagieren sich Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir neben dem Sport für mehr soziale Gerechtigkeit. Sie haben einen Fonds für sozial benachteiligte Kinder gegründet und starteten in Marokko und Brasilien Hilfsprojekte. Sie unterstützen Schulungs- und Bildungsaktivitäten für Kinder in den Ländern in Afrika, Asien und Südamerika. Für ihren Einsatz werden sie von der UNESCO als "Heroes for Kids" ausgezeichnet, als Vorbilder für Fairness, sportlichen Erfolg und Bildung.
Klitschko schloss ein Sportlehrerstudium an der Pädagogischen Hochschule Perejaslaw Chmelnizki mit Auszeichnung ab. Im Jahre 2000 promovierte er zum Doktor der Sportwissenschaften.
Aktive Zeit: November 1996 bis November 2005
Trainer: Fritz Sdunek
Größe: 2,02 Meter
Gewicht (Ø): 112 kg
Reichweite: 2,02 Meter
Brustkorbumfang: 1,18 Meter
Bizeps: 43,5 cm
Unterarm: 43 cm
Faust: 30 cm
Mann | Ukrainer | Boxer (Ukraine) | Kickboxer | Geboren 1971 | Weltmeister (Boxen)
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