Visual Basic (Abk. VB) ist ein Sammelbegriff für verschiedene Programmierumgebungen der Firma Microsoft, die auf der Programmiersprache BASIC basieren und aus der MS-DOS-Anwendung QBasic hervorgegangen sind. Die mit VB erstellten Anwendungen laufen vornehmlich auf Microsoft-Plattformen. Der historische Erfolg von VB ist vor allem auf eine relativ einfach zu lernende Programmiersprache, eine visuelle Entwicklungsumgebung und eine unkomplizierte Ausbaufähigkeit zurückzuführen. 'BASIC' bedeutet 'Beginner's All-purpose Symbolic Instruction Code'.
Es muss zwischen verschiedenen Versionen unterschieden werden, deren zugrundeliegende Programmiersprache und Funktionalität sich teilweise stark unterscheiden:
Die Umstellung auf .NET-Technologie brachte neben diesen Änderungen im Hintergrund auch Änderungen für den Programmierer. Das .NET-Framework stellt nämlich zahlreiche Funktionsbibliotheken zur Verfügung, z.B. für Dateizugriffe oder zum Lesen und Schreiben von XML-Dateien. Am wichtigsten sind hier die Windows Forms, die das veraltete Thunder-Forms-System der vorherigen Versionen zur Erstellung von Benutzeroberflächen ablöst. Der augenscheinlichste Unterschied der Windows Forms gegenüber den Thunder Forms ist die Tatsache, dass kein spezielles Dateiformat mehr zur Speicherung verwendet wird, sondern die Formulare als Klassen durch Code erstellt werden. Dabei wird der Konstruktor der Fensterklasse verwendet, um die ebenfalls durch Klassen repräsentierten Steuerelemente zu erstellen. Moderne Integrierte Entwicklungsumgebungen ermöglichen die visuelle Erstellung von Formularen, wobei der für den Konstruktor der Fensterklasse notwendige Code von der Entwicklungsumgebung erzeugt wird. Auf der anderen Seite gab es mit dem Verlust der "Edit and Continue" Funktion einen großen entwicklungstechnischen Rückschritt. So konnte man noch in der Version 6 im Debug-Modus den Code ändern und die Ausführung ohne Unterbrechung weiterlaufen lassen. Dies ist in VB.NET 2002 nicht mehr möglich.
for-Schleife) auch die Unterstützung für Mobilgeräte.
My-Namensraum, IsNot-Schlüsselwort, überladbare Operatoren) und der visuelle Oberflächendesigner erweitert. Die Entwicklungsumgebung wurde um "Edit and Continue" erweitert, eine Technik, die es ermöglicht, während des Debuggens den Code zu ändern und mit der Ausführung fortzufahren, ohne dass der Debugger verlassen werden muss.
Die Express Edition richtet sich vor allem an Schüler, Studenten und Hobbyentwickler. Sie soll auch für Hobby-Entwickler erschwinglich sein. Ursprünglich sollte die Express Edition ein Jahr lang, bis November 2006, kostenlos bei Microsoft zu bekommen sein. Aufgrund der großen Beliebtheit der Express Edition hat Microsoft angekündigt, die Express Edition durchgehend kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Am oberen Ende der Produktpalette ersetzt die Team Suite die Enterprise-Edition, welche viele Funktionen für die gemeinsame Arbeit an Projekten bietet und eine Unterteilung der Entwicklungsarbeit in Design, Programmierung und Tests ermöglicht. Die deutschen Versionen von Visual Basic 2005 wurden im Februar 2006 auf einer eigenen Veranstaltung in Karlsruhe veröffentlicht.
Die Versionen vor VB.NET waren nur eingeschränkt objektorientiert. So konnte man zwar Objekte erstellen und benutzen, Polymorphie über Interfaces implementieren, jedoch nicht ableiten und erweitern. Unter der neuesten Version, VB.NET, die neben C# eine der Sprachen des .NET-Frameworks ist, gelten diese Einschränkungen nicht mehr. Sowohl in VB-Classic als auch in VB.NET wird das statische Linken von Programmbibliotheken nicht unterstützt. Die neuen Möglichkeiten in VB.NET bedeuten aber auch, dass das Programmieren mit VB.NET komplexer geworden ist. Trotzdem ist Visual Basic für viele leichter zu erlernen als andere höhere Programmiersprachen wie beispielsweise Java, C oder C++. Visual Basic bietet die Möglichkeit, über ein API auf so genannte Einsprungs-DLLs zuzugreifen und hat somit einen sehr großen Möglichkeitsbereich, auch auf andere Programme einzuwirken.
Die Zeit, die man für die Entwicklung eines Programms mit Visual Basic benötigt, macht bei einfachen C- oder C++-Programmen nur einen kleinen Anteil der Entwicklungszeit (siehe Rapid Application Development) aus.
In Visual Basic bis Version 6 geschriebene Anwendungen und Komponenten benötigen, wie viele andere Programmiersprachen auch, zusätzliche Laufzeitdateien und sind daher nicht vollkommen autark lauffähig. VB-Programme werden daher auf Zielrechnern i.A. installiert. Dieses Schicksal teilen heute sämtliche .NET-Sprachen (dort werden die Laufzeitdateien als "Framework" bezeichnet).
Da die Syntax und die Sprachparadigma mit der Integration in .NET stark geändert wurden, muss zwischen diesen Epochen unterschieden werden. Allgemein ist die Syntax im Vergleich mit anderen Hochsprachen wie C++ sehr schlüsselwortlastig und verwendet kaum Sonderzeichen. Zum Beispiel wurden beim Aufruf von Funktionen Klammern um die Parameter erst mit Visual Basic .NET verbindlich, bis zu Version 6 konnten sie (und mussten sie sogar) weggelassen werden, sofern der Rückgabewert nicht gespeichert werden soll.
Dieses Programm gibt in Visual Basic eine Meldung mit dem Text "Hello World" aus. Voraussetzung ist die Auswahl des Objektes "Sub Main" als Startobjekt.
Sub Main()
MsgBox "Hello World"
End Sub
Class HelloWorld
Shared Sub Main()
MessageBox.Show("Hello World")
End Sub
End Class
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