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Virginia Apgar (* 7. Juni 1909 in Westfield, New Jersey; † 7. August 1974 in New York City) war eine angesehene Chirurgin und Anästhesistin. 1952 entwickelte sie den APGAR-Index.

Zeit als Chirurgin


Durch die wissenschaftliche Tätigkeit und Krankheiten ihrer Brüder wurde sie dazu angespornt, Medizinerin zu werden und war eine der besten Schülerinnen ihres Colleges, wo sie MA der Zoologie wurde. Virginia Apgar war eine der, damals wie heute, wenigen Frauen, die Chirurgin werden wollten. Sie absolvierte ihr Medizinstudium an der Columbia University, und gehörte im Jahre 1933 zu den ersten Frauen, die an der dortigen Medizinischen Fakultät ihre Examen machten. Ihre anschließende Assistenzzeit absolvierte sie in der Abteilung für Innere Medizin am angesehenen Columbia University College of Physicians and Surgeons. Nach zwei Jahren hatte sie mehrere hundert Operationen erfolgreich durchgeführt. Trotzdem litt Apgar unter den Bedingungen der von Männern beherrschten Chirurgie. Sie legte diese Tatsache durchaus nicht nur den Männern sondern auch den Frauen zur Last:
"Frauen wollen nicht von einer Chirurgin operiert werden. Nur Gott weiß, warum."

Zeit als Anästhesistin


Virginia Apgar wandte sich deshalb später der Anästhesie zu. Dieses Fachgebiet lag in den US-amerikanischen Kliniken seit langem in den Händen von Frauen, nämlich von Krankenschwestern. Hier wurden aufgrund der immer komplizierteren und langwierigeren Eingriffe dringend gut ausgebildete Spezialistinnen gebraucht. 1938 wurde Apgar Leiterin der Anästhesieabteilung des Columbia University College of Physicians and Surgeons. In den Jahren ihrer Tätigkeit hier legte sie die Grundlagen für ein neues akademisches Fachgebiet der Medizin. 1949 ernannte sie die Universität zur ersten ordentlichen Professorin für Anästhesiologie der Vereinigten Staaten.

Der APGAR-Index


siehe auch: APGAR-Zahl

Auf Grund ihrer Erfahrungen und Beobachtungen in der Anästhesie und Geburtshilfe entwickelte Virginia Apgar einen Bewertungsindex, der überraschend schnell Anerkennung fand und unter ihrem Namen im Jahre 1952 in die geburtshilfliche Praxis eingeführt wurde. Mit diesem Schema werden seither fünf entscheidende Aspekte der Gesundheit eines Neugeborenen geprüft. Sowohl die amerikanischen als auch deutschen Anfangsbuchstaben der fünf Merkmale ergeben den Namen "APGAR", beinhalten jedoch eine unterschiedliche Bedeutung. In den USA wurde das Akronym erst 1963 durch Joseph Butterfield eingeführt:

Für die Merkmale werden jeweils 0 Punkte (Merkmale fehlen), 1 Punkt (Merkmale nicht ausgeprägt) oder 2 Punkte (Merkmale gut vorhanden) vergeben und in das Untersuchungsprotokoll eingetragen; die maximale Punktzahl ist 10. Beurteilt wird nach Erhebungszeiten von 1, 5 und 10 Minuten nach der Geburt. Zeigt das "reife" Neugeborene, d.h. nach 37 vollendeten Schwangerschaftswochen, keine Auffälligkeiten und hat es sich gut angepasst, bleibt es auf der Wöchnerinnenstation bei der Mutter.

Viele Säuglinge sterben infolge von nicht diagnostizierten pränatalen Schäden, die sich nach der Geburt verschlimmern, aber auch infolge von Mängeln oder Verletzungen während des Geburtsvorganges, wie etwa Hirnblutungen, Sauerstoffmangel oder einer Kombination solcher Schädigungen. Vor der weltweiten Anwendung des Apgar-Index hüllte man Neugeborene einfach in eine Decke und untersuchte sie später auf der Säuglingsstation. Atmungs- und Kreislaufprobleme, die leicht hätten behandelt werden können, wenn sie sofort nach der Geburt erkannt worden wären, führten dann oft zu Komplikationen mit vielfach lebenslangen Folgen oder gar zum Tod des Kindes. Virginia Apgar schrieb in ihrem Buch "Is my Baby All Right?":

"Die Geburt ist der gefährlichste Zeitabschnitt des Lebens * Es ist dringend notwendig, den Gesundheitszustand von Neugeborenen rasch zu beurteilen und auftretende Krankheitssymptome sofort zu diagnostizieren, um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können."

Virginia Apgar war bei rund 17.000 Geburten dabei gewesen, als sie sich 1959 einer neuen Aufgabe widmete: Sie übernahm den Posten einer Direktorin der March-of-Dimes Stiftung, wo sie wichtige Beiträge zur Verhinderung von Geburtsschäden leistete. Daneben bemühte sie sich unermüdlich, Mittel für diese Stiftung zu beschaffen. Es gelang ihr, die Jahreseinnahmen von 19 Mio. Dollar bei ihrem Amtsantritt auf 46 Mio. zu erhöhen. Auf die Frage, warum sie nie geheiratet habe, erklärte sie einmal: "Ich habe eben keinen Mann gefunden, der kochen kann."

Virginia Apgar starb am 7. August 1974 in New York City. 1995 wurde sie in die National Women's Hall of Fame der USA aufgenommen.

Frau | Anästhesist | Chirurg | Geboren 1909 | Gestorben 1974

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