Clefs_chord.png Notenschlüssel (lat. clavis, pt. clave, ital. chiave, engl./frz.: clef = Schlüssel) dienen in der Musik dazu, im Liniensystem festzulegen, welche Tonhöhe die fünf Notenlinien repräsentieren. Jeder Schlüssel hat dafür einen Referenzton, aus dessen Position sich die Lage der anderen Töne ableitet, die Bedeutung der Notenlinien erschließt sich also erst durch den Schlüssel. (Das ital. Wort chiave hat auch beide Bedeutungen.)
Daraus ergibt sich, dass die verschiedenen Notenschlüssel unterschiedliche Tonlagen repräsentieren und somit für jedes Instrument und jede Stimmlage ein geeigneter Schlüssel existiert.
Die so entstandenen C-Schlüssel wurden auch später weiterverwendet und werden bis heute nach den Gesangsstimmen benannt, für die sie geeignet sind. Lediglich ihr Aussehen hat sich verändert. Auf der Abbildung sieht man: (a) Alte C-Schlüssel; (b) Sopran- oder Diskant
Für tiefere Stimmen entstand fast zeitgleich mit dem C-Schlüssel der Bassschlüssel, der das kleine f anzeigt und dessen Form sich auf den Großbuchstaben F zurückführen lässt (a). Die ersten Bassschlüssel lagen noch auf der Mittellinie, waren also eigentlich Baritonschlüssel (b), später setzte sich die zweitoberste Linie als F-Linie durch (c): F-Cchluessel.png
Mit der Weiterentwicklung der Musik, vor allem als man begann, auch Instrumentalmusik zu notieren, die zum Teil außerhalb des menschlichen Stimmraumes lag, wurde ein neuer, höherer Schlüssel benötigt: Der nach seinem ursprünglichen Verwendungszweck benannte Violinschlüssel wurde um 1200 erfunden. (Die Bezeichnung Sopranschlüssel ist zu vermeiden, da ein C-Schlüssel gleichen Namens existiert). Auch seine Gestalt entwickelte sich aus dem Buchstaben des angezeigten Tones G, dem oberhalb ein dekorativer Haken hinzugefügt wurde. Dieser Haken könnte aus einem kursiven d auf der zugehörigen Linie (dem zweigestrichenen d) hervorgegangen sein. G-Schluessel.png
Mehrliniges_Notensystem.png Auf alten Noten für Tasteninstrumente findet man oft ein Liniensystem mit acht oder mehr Linien, in dem alle Schlüssel eingezeichnet wurden, ungefähr so, wie die Abbildung (Reproduktion) links zeigt. Das Zeichen ganz unten ist ein griechisches Gamma, mit dem zeitweise das große G markiert wurde. Dieser Γ-Schlüssel für besonders tiefe Lagen hat sich aber nicht gehalten.
Brahms_Rosmarin_Incipit.png
Der Violinschlüssel setzte sich mit der Zeit als universaler Notenschlüssel für hohe Lagen durch und löste in den meisten Fällen den C-Schlüssel ab. Nur für die Notation von Gesangsstimmen waren Sopran-, Alt- und Tenorschlüssel noch bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts der Standard, wie nebenstehender Ausschnitt einer reproduzierten Chorpartitur von Johannes Brahms zeigt.
Bei J. S. Bach findet man Chiavetten manchmal auch als Hilfestellung für Transpositionen, wie im folgenden Ausschnitt aus dem Magnificat, in dem eine Oboe d'amore, deren Klang eine Terz tiefer ist, im französischen Violinschlüssel notiert ist (b), womit sich, von den Vorzeichen abgesehen, das gleiche Bild ergibt wie bei der klingenden Notation (a): Chiavette.png
| Wo man früher Chiavetten verwendete, um Hilfslinien zu vermeiden, so benutzt man heute eine kleine 8, die man über oder unter den Schlüssel schreibt, um eine Oktavierung in die jeweilige Richtung anzuzeigen. Der nach unten oktavierende Violinschlüssel beispielsweise ist vor allem für Tenorstimme und Gitarre üblich. Seltener werden diese Schlüssel auch für Instrumente verwendet, die ohnehin um eine Oktave transponieren, z.B. Piccoloflöte (nach oben oktavierender Violinschlüssel) oder Kontrabass (nach unten oktavierender Bassschlüssel), was aber nicht nötig und sogar irreführend ist. Bisweilen findet man auch eine kleine 15, die das Versetzen um zwei Oktaven verlangt. | Violinschluessel-nach-unten-oktaviert.png | Violinschluessel-oktaviert.png | Violinschluessel-doppelt-oktaviert.png |
| Bei Gitarren und anderen Zupfinstrumenten gibt es die Möglichkeit, anstelle herkömmlicher Noten Tabulaturen zu notieren. In diesem Fall wird meistens ein TAB-Zeichen anstelle eines Schlüssels geschrieben. | Es werden dann nicht zwangsläufig fünf Notenlinien verwendet, sondern eine Linie für jede Saite des Instruments (bei der Gitarre also sechs Linien). Mit Zahlen auf den Linien wird angegeben, in welchem Bund die betreffende Saite zu drücken ist.Tab-schluessel-klein.png |
| Schluessel-rechteck.png | Schluessel-zweistriche.png | Für Schlaginstrumente wird meistens einer der beiden abgebildeten Schlüssel verwendet. Es gibt verschiedene Konventionen, welche Zeile welches Instrument repräsentiert. Näheres dazu im Artikel Schlagzeug-Notation. |
مفتاح موسيقي | Klíč (hudba) | Μουσικό κλειδί | Clef | Clave (música) | Clef (musique) | Uchdach (ceòl) | מפתח (מוזיקה) Chiave musicale Sleutel (muziek) 音部記号 Klucz (notacja muzyczna) | Clave Ключ (музыка) | Nuottiavain Klav | кључ (музички)
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