Villars-sur-Glâne ist eine politische Gemeinde im District de la Sarine (deutsch: Saanebezirk) des Kantons Freiburg in der Schweiz. Die früheren deutschen Namen Glanewiler und Wiler bei Matran werden heute nicht mehr verwendet. Durch die Nähe der Kantonshauptstadt Fribourg, die Autobahn A12 Bern - Vevey sowie die Eisenbahnlinie Romanshorn - Genève, haben sich verschiedene Industriezweige angesiedelt, und die Bevölkerungszahl wuchs auf über 10'000 Einwohner. Seit Dezember 2004 gilt Villars-sur-Glâne als Stadt.
Die Fläche des 5.5 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Molassehöhen zwischen den Tälern von Glâne respektive Saane im Süden und Sonnaz im Norden. Die südliche Grenze verläuft entlang der Glâne und unterhalb deren Mündung entlang der Saane. Beide Flüsse sind hier tief in die Molasseschichten der Umgebung eingeschnitten und weisen einen flachen Talboden (rund 560 m ü. M.) mit einer Breite von ungefähr 100 m bis 400 m auf. Daran schliesst sich ein über weite Strecken von Sandsteinfelsen durchzogener bis zu 100 m hoher Steilhang an, nur unterhalb des Dorfes Villars ist der Hang etwas flacher.
Das nördlich angrenzende Hochplateau von Villars zeigt nur geringe Reliefunterschiede. Die höchsten Erhebungen befinden sich auf den Waldhöhen Belle Croix und Bois de Moncor (beide 721 m ü. M.), weiter im Osten liegen der Hügel Champriond (704 m ü. M.) und an der Stadtgrenze zur Freiburg die Höhe von Guintzet (690 m ü. M.). Die nördliche Gemeindegrenze wird weitgehend durch den Verlauf der Autobahn A12 gebildet. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 46 % auf Siedlungen, 18 % auf Wald und Gehölze, 35 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.
Zu Villars-sur-Glâne gehören die ausgedehnten Wohnquartiere von Cormanon (690 m ü. M.), Les Daillettes (656 m ü. M.) und Bertigny (700 m ü. M.), die Industrie- und Gewerbesiedlung Moncor (710 m ü. M.) östlich an den Bois de Moncor anschliessend, sowie der Weiler Sainte-Apolline (572 m ü. M.) am nördlichen Ufer der Glâne. Nachbargemeinden von Villars-sur-Glâne sind Freiburg, Marly, Hauterive, Matran, Corminboeuf und Givisiez.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1888 | 481 |
| 1900 | 856 |
| 1920 | 1021 |
| 1940 | 1317 |
| 1950 | 1490 |
| 1960 | 2584 |
| 1970 | 5214 |
| 1980 | 5788 |
| 1990 | 7997 |
| 2000 | 9339 |
Heute bietet Villars-sur-Glâne rund 7000 Arbeitsplätze an. Mit 2 % der Erwerbstätigen, die noch im primären Sektor beschäftigt sind, hat die Landwirtschaft nur noch einen marginalen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Sie konzentriert sich heute auf Milchwirtschaft, Viehzucht und etwas Ackerbau. Etwa 30 % der Erwerbstätigen sind im industriellen Sektor tätig, während der Dienstleistungssektor rund 68 % der Arbeitskräfte auf sich vereinigt (Stand 2001).
Das Gewerbe und die Industrie von Villars-sur-Glâne sind hauptsächlich bei Moncor auf der Höhe zwischen der Autobahn und den Wäldern von Belle Croix und Bois de Moncor angesiedelt. Hier entstand seit etwa 1960 eine eigentliche Industriezone auf einer Fläche von rund 0.5 km². Es haben sich hier Unternehmen von teils internationalem Ruf niedergelassen, beispielsweise Cartier (Herstellung von Luxusuhren), Otis (Liftbau), Vibro-Meter, Cremo (Fabrikation von Greyerzer Käse), Jesa (Herstellung von Kugellagern) und Vifor SA (pharmazeutische Industrie). Zahlreiche weitere Unternehmen des Bau- und Transportgewerbes, der Informationstechnologie und Telekommunikation (Swisscom), der Werbebranche und der Feinmechanik sind in Villars-sur-Glâne vertreten. Weitere Arbeitsplätze sind im Handel, in der Verwaltung und in verschiedenen Dienstleistungsunternehmen vorhanden. Auf dem Boden von Villars-sur-Glâne befindet sich auch das Kantonsspital von Freiburg.
Villars-sur-Glâne verfügt neben den Grundschulstufen über eine Berufsschule und ist Sitz der Ecole professionnelle d'informatique (S.O.F.T.). Daneben gibt es verschiedene Sportanlagen, und kulturelle Institutionen.
In den letzten Jahrzehnten hat sich Villars-sur-Glâne zu einer Wohngemeinde entwickelt. Der Hang oberhalb der Eisenbahnlinie ist mit Wohnblöcken und Reihenhäusern weitgehend überbaut. Grössere Einfamilienhaus- und Villenzonen befinden sich bei Les Daillettes und Cormanon sowie bei Bertigny. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in der Stadt Freiburg arbeiten.
Am 4. September 1862 wurde die Eisenbahnlinie von Freiburg nach Lausanne mit einem Bahnhof in Villars-sur-Glâne in Betrieb genommen. Die Gemeinde mit ihren verschiedenen Ortsteilen ist an das von den Transports publics Fribourgeois betriebene Stadtbusnetz von Freiburg angebunden. Daneben verkehren auch die Buslinien von Freiburg nach Bulle, nach Lentigny und nach Rosé durch Villars-sur-Glâne.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1143 unter dem Namen Vilar. Später erschienen die Bezeichnungen Vilar lo Torel (1228) und Vilar le Terriour (1366). Die deutsche Version Wyler ob der Glanen ist 1652 überliefert. Seit 1789 ist der Name Villars-sur-Glâne belegt.
Im Hochmittelalter war Villars-sur-Glâne eine wichtige Pfarrei, welche neben dem Dorfgebiet auch fast das ganze Gebiet der heutigen Stadt Freiburg umfasste. Vom 11. bis 14. Jahrhundert ist die Adelsfamilie Villars-Achars bezeugt, welcher die Dorfherrschaft oblag. Spätestens 1442 kam Villars-sur-Glâne unter die Herrschaft von Freiburg und wurde der Alten Landschaft (Neustadtpanner) zugeordnet. Die Höhe von Bertigny war Schauplatz verschiedener kriegerischer Auseinandersetzungen, so 1386 zwischen den Bernern und den Freiburgern sowie 1447 und 1448 zwischen den Freiburgern und den Savoyern. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime (1798) gehörte das Dorf während der Helvetik und der darauf folgenden Zeit zum Bezirk Freiburg, bevor es 1848 mit der neuen Kantonsverfassung in den Saanebezirk eingegliedert wurde.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Freiburg | Schweizer Gemeinde
Villars-sur-Glâne | Villars-sur-Glâne | Villars-sur-Glâne | Villars-sur-Glâne (kommun, CH-FR)
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