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Die Villa d’Este ist eine Villa mit Garten in dem Ort Tivoli, Region Latium nahe Rom in Italien.
Auch die Räume des Palastes wurden reich ausgeschmückt, und zwar von den Stars des späten römischen Manierismus. Beteiligt waren die Künstler Livio Agresti aus Forlì, Federico Zuccari, Durante Alberti, Girolamo Muziano, Cesare Nebbia and Antonio Tempesta. Zum Zeitpunkt des Todes von Kardinal Ippolito II. d’Este 1572 waren die Arbeiten fast vollendet.
Dreiunddreissig Jahre später, 1605 gab sein Nachfolger, Kardinal Alessandro d’Este neue Arbeiten in Auftrag. Zum einen wurden die bestehenden Anlagen instandgesetzt, zum anderen gab es eine ganze Reihe von Neuerungen in der Gesamtkonzeption der Gärten sowie in den Dekorationen der Brunnen. 1660 bis 1670 fanden weitere Bauarbeiten statt, an denen auch Gianlorenzo Bernini beteiligt war.
Im 18.Jahrhundert verfiel die Anlage aufgrund mangelnder Wartung. Das lag auch daran, dass die Anlage in den Besitz des Hauses Habsburg übergegangen war. Die Gärten waren verlassen, die Brunnen gingen kaputt und die Sammlung antiker Statuen - die vor allem von Kardinal Ippolito II. d’Este ausgebaut worden war - wurde in alle Winde zerstreut.
Dieser Zustand des Verfalls hielt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an. Erst Gustav Adolf Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst, der in enfiteusi eine Villa von den Herzögen von Modena erhalten hatte, veranlasste 1851 eine Reihe von Arbeiten, um die Anlage vor dem endgültigen Verfall zu retten. Zwischen 1867 und 1882 erlangte die Villa noch einmal für einen kurzen Augenblick Bekanntheit in der Kulturwelt: der amtierende Kardinal hatte häufig den Komponisten Franz Liszt zu Gast, der in der Villa seine Giochi d’acqua komponierte und 1879 hier eines seiner letzten Konzerte gab.
Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges ging die Villa in den Besitz des Italienischen Staates über. In den 20er Jahren wurde sie umfangreich renoviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1944 erlitt die Anlage Schäden durch die Bombardements des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg war daher erneut eine aufwändige Restaurierung notwendig. Seither gehen die Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten praktisch ununterbrochen weiter.
Der Garten besteht aus zwei Teilen unterschiedlicher Charakteristika.
Der Hanggarten erstreckt sich mit einer Abfolge von Rampen, Treppen und Terrassen über den Abhang. Die durch Nischenarchitektur markierte Mittelachse führt vom Palast den Hang herunter zum Hauptgarten. Quer zum Hang gibt es lange Wege entlang linearer Brunnenanlagen (Allee der hundert Brunnen). An den Kopfenden sind besondere Brunnen zu finden (Fontana di Tivoli, Fontana di Roma).
Dann folgt unterhalb die imposante Querachse der Gärten, die längs des Hanges liegt. Auf ihr liegen drei hintereinander gestaffelte Fischteiche. Das letzte Becken schneidet in den nordwestlichen Hang ein und wird von einer Doppelterrasse abgeschlossen, über der der imposante Neptunbrunnen mit Wasserorgel thront. Auf der anderen Seite ordnete Ligorio eine Exedra, eine Art Aussichtspunkt an, der aus der südwestlichen Gartenbegrenzung herausragte. Dort hat man einen weiten Blick über das Tal.
Der Hauptgarten (Gardino delle Semplici) ist etwas flacher. Laubengänge führen durch kleine Gärten; im manchen Beeten sollten ursprünglich Heilkräuter und Nutzpflanzen angebaut werden. In der Idealansicht von Etienne Dupérac 1573 erkennt man zwei Labyrinthe in diesem Teil der Gärten.
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