Das Wort Vignette bezeichnet ursprünglich eine Randverzierung. Auch kleinere Zeichnungen, die einem gedruckten Text begleitend beigestellt werden und aufgrund ihrer Belanglosigkeit nicht als Karikatur o. ä. betrachtet werden können, werden manchmal als Vignetten bezeichnet. Inzwischen wird das Wort meist synonym für Aufkleber oder Siegel gebraucht.
In der Literaturwissenschaft sind Vignetten kurze, impressionistische Szenen, die auf einen Moment fokussieren oder einen Eindruck über eine Figur, eine Idee oder einen Ort vermitteln. Diese Vignetten finden sich insbesondere bei Theaterstücken und Drehbüchern, aber auch in narrativen Texten wie Hemingways In Our Time. Die Vignette grenzt dabei an lyrische Formen.
Häufig werden Mautgebühren mittels einer Vignette bezahlt. Die Vignette ist in diesem Fall ein Aufkleber, der auf die Windschutzscheibe geklebt wird und den Gültigkeitszeitraum angibt; bei einer Kontrolle kann somit schnell festgestellt werden, ob die Maut bezahlt wurde oder nicht. So werden Vignetten für die Maut auf den Autobahnen in Österreich und der Schweiz verwendet, weiters in Tschechien, der Slowakei und Ungarn.
In Deutschland gab es vor Toll Collect die Euro-Vignette für Lastkraftwagen. Diese war am 31. August 2003 ausgelaufen. Diese Lkw-Vignette brachte dem Staat ehemals 38 Mio. Euro im Monat ein. Die 1995 eingeführte Vignette kostete 750 bis 1550 Euro im Jahr für schwere Lkw ohne Schadstoff-Filter. Das Autobahnmautgesetz vom 5. April 2002 umfasste diese Regelungen. Wegen der geltenden EU-Wegekostenrichtlinie dürfen die Vignettengebühren nicht erhöht werden.
Vignette-v-r-w0125-h0125.jpg Die Autobahnvignette wurde 1985 eingeführt. Der Preis belief sich von 1985–1994 auf 30 Fr. pro Jahr. Seit 1995 kostet die Autobahnvignette 40 Franken. Sie gilt vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres. Vignettenpflichtig sind Motorräder, Automobile und Anhänger bis zu einem Gesamtgewicht von je 3,5 Tonnen. Wer abgabenpflichtige Autobahnen und Autostrassen in der Schweiz ohne gültige Vignette benutzt, muss mit einer Buße von 100 Franken und dem Preis einer Vignette rechnen. Die Vignette kann bei folgenden Stellen bezogen werden:
Ezv.admin.ch-vignetten.gif] Farben der schweizer Autobahnvignetten seit 1985:
Vignette Oesterreich.jpg Für alle Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich sind Gebühren fällig. Man muss vorher eine Vignette (in Österreich „Autobahnpickerl“ genannt) ordnungsgemäß von innen an die Windschutzscheibe kleben. Das „Autobahnpickerl“ (nicht einfach „Pickerl“, damit ist die § 57a Prüfplakette in Österreich gemeint) kostet für PKW, PKW mit Anhänger und LKW bis 3,5 t zul. Gesamtgewicht 72,60 Euro fürs ganze Jahr, 21,80 Euro für 2 Monate und 7,60 Euro für 10 Tage. Der Anhänger benötigt keine eigene Vignette. Motorradfahrer zahlen 29,00 Euro, 10,90 Euro und 4,30 Euro. Die Jahresvignette ist bis zum 31. Januar des Folgejahres gültig. Wer in Österreich ohne gültige Vignette erwischt wird, bezahlt 120 Euro Ersatzmaut (berechtigt zur Fahrt auf dem vignettenpflichtigen Straßennetz am Tag der Ersatzmautzahlung sowie am Folgetag). Fahrzeuge über 3,5 t benötigen seit 2004 eine „GO-Box“ zur elektronischen Erfassung der Maut. Die Vignette kann bei folgenden Stellen bezogen werden:
Farben der österreichischen Vignetten seit 1997:
Dálniční poplatek | Vignette (road tax) | Vignette automobile | Vinjeta
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