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Wappen Karte
Wappen Viernheim.svg Karte_mannheim_in_deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Bergstraße
Geografische Lage:
Höhe: 98 m ü. NN
Fläche: 48,41 km²
Einwohner: 32.884 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 679 Einwohner/km²
Ausländeranteil: 15,4 % (31. Dezember 2003)
Postleitzahlen: 68501–68519 (alt: 6806)
Vorwahl: 06204
Kfz-Kennzeichen: HP
Gemeindeschlüssel: 06 4 31 020
UN/LOCODE: DE VIM
Stadtgliederung: keine
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kettelerstraße 3
68519 Viernheim
Webseite: www.viernheim.de
Politik
Bürgermeister: Matthias Baaß (SPD)
Erster Stadtrat: Martin Ringhof (CDU)

Viernheim ist eine mittlere Industriestadt am Stadtrand von Mannheim und befindet sich im Wirtschafts- und Ballungsraum Rhein-Neckar-Dreieck. Sie ist die zweitgrößte Stadt im Kreis Bergstraße. Seit 1994 trägt sie auch den Titel Brundtlandstadt, da sie an einem Modellprojekt zur Energieeinsparung teilnimmt.

Geografie


Viernheim liegt in der Oberrheinischen Tiefebene. Nördlich des Viernheimer Walds, in Lampertheim, beginnt das hessische Ried. Östlich von Viernheim liegt die Stadt Weinheim. Dort beginnt die Bergstraße, sowie der Anfang des Odenwalds.

Nachbargemeinden und -kreise

Viernheim grenzt im Norden an die Stadt Lampertheim (in Hessen), im Nordosten an die Städte Hemsbach und Weinheim, im Süden an die Gemeinde Heddesheim (alle 3 im Rhein-Neckar-Kreis), sowie im Westen an die kreisfreie Stadt Mannheim (alle Baden-Württemberg).

Stadtgliederung

Da die meisten umliegenden Orte nicht bedeutend kleiner sind und fast alle in einem anderen Land liegen (was Viernheim selbst auch vor einer möglichen Eingemeindung bewahrte), wurde kein Ort eingemeindet. Sämtliche städtischen Erweiterungen gingen von der Kernstadt aus und das Stadtgebiet bildet eine relative Einheit. Dennoch werden umgangssprachlich zur besseren Orientierung verschiedene Stadtgebiete unterschieden, deren Abgrenzungen jedoch nicht genau festgelegt sind. Hierzu gehört die Innenstadt, nördlich der Nibelungenstraße/Wormser Straße die Nordstadt, dort wiederum westlich der Straße Am Stockfeld die Nordweststadt, östlich der August-Bebel-Straße die Oststadt, westlich der Kreuzstraße/Am Königsacker die Weststadt, im Süden am Rhein-Neckar-Zentrum das Tivoli, südlich der OEG-Schienen das Gebiet Hinter den Zäunen, im Nordosten nördlich der Friedrich-Ebert-Straße und östlich der Lorscher Straße das Industriegebiet sowie das in den letzten Jahren neu entstandene Neubaugebiet Bannholzgraben östlich der Janusz-Korczak-Allee (L 3111). Dazu kommt noch das Sportgebiet West westlich der A 6, die beiden jeweils eine Straße umfassenden Außensiedlungen Neuzenlache und Ziegelhütte südlich der A 659 sowie die Aussiedlerhöfe nordöstlich der Stadt.

Geschichte


Geschichte Viernheims

Viernheim hat sich aus einem karolingischen Königshof entwickelt. 777 n. Chr. war die erste urkundliche Erwähnung „Virnheims“ im Lorscher Codex, dem Urkundenbuch des Klosters Lorsch. Durch Schenkungen gelang es 1165 dann in Besitz des Klosters Lorsch. Die Besitzungen des Klosters wurden 1232 an die Erzbischöfe von Mainz übergeben, Viernheim jedoch gelangte erst 1308 in Mainzer Besitz. 1439 erfolgte dann eine Verpfändung an die Abtei Schönau, die es 1533 wiederum an die Kurpfalz verkaufte. Nach dem dreißigjährigen Krieg kam man 1650 wieder an Kurmainz und ging im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 an das Großherzogtum Hessen über, aus dem 1918 der Volksstaat Hessen wurde. Dort wurde man zunächst der Amtsvogtei Lorsch zugeordnet. Als 1821 Landratsbezirke geschaffen wurden, wurde Viernheim Heppenheim zugeordnet. Von 1832 bis 1839 erfolgte ein Intermezzo unter Bensheimer Zugehörigkeit. Ab 1848 gehörte man dann zum Landkreis Heppenheim, der 1938 mit Bensheim zum heutigen Kreis Bergstraße zusammengelegt wurde. 1948 wurden der Gemeinde durch das neu gegründete Land Hessen die Stadtrechte verliehen.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Viernheim ein Bauerndorf. Missernten und Hungersnöte ließen 1852 458 Menschen nach Nordamerika auswandern. Mit der Industrialisierung und der Eröffnung der Oberrheinischen Eisenbahn 1887 wandelte sich der Ort dann zu einer Arbeiterwohngemeinde, da viele Einwohner Arbeit in den Fabriken der Nachbarstädte Mannheim und Weinheim fanden. Jedoch blieben viele Arbeiter weiterhin nebenerwerblich Bauern. Die Ansiedelung von Industrie in Viernheim selbst begann mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Weinheim-Worms 1905, verstärkte sich jedoch nach dem zweiten Weltkrieg weiter, wodurch die Bevölkerungszahl stark anwuchs. Auch durch die gute Verkehrslage an drei Autobahnen entwickelte man sich so zu einer mittleren Industriestadt. 1994 erfolgte die Ernennung zur Brundtlandstadt, der Teilnahme an einem Modellprojekt zur Energieeinsparung.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
-
1609 800
-
1655 < 200
-
1666 206
-
1703 500
-
1806 1.900
-
1818 1.818
-
1832 2.800
-
1845 3.135
-
1850 3.743
-
1860 3.350
Jahr Einwohner
-
1870 4.139
-
1880 5.254
-
1890 5.798
-
1900 6.816
-
1910 9.240
-
1920 10.250
-
1930 11.750
-
1940 12.778
-
1950 16.558
-
1960 20.068
Jahr Einwohner
-
1970 27.753
-
1980 29.590
-
1990 30.527
-
1995 31.616
-
1999 32.056
-
2000 32.427
-
2001 32.477
-
2002 32.622
-
2003 32.615
-
2004 32.737

Religionen

Kirche Sankt Aposteln Viernheim 100 2821.jpg Viernheim gehörte lange zum Erzbistum Mainz. Durch wechselnde Herrschaften im 15. und 16. Jahrhundert mussten die Bürger aufgrund des Augsburger Religionsfriedens sieben mal die Religion wechseln. Mit der Rückkehr zu Kurmainz blieb die Konfession dann allerdings die römisch-katholische. Anfang des 20. Jahrhunderts bekamen die zugezogenen evangelischen Bürger erstmals ihre eigene Kirche in Viernheim.

Heute gibt es in Viernheim die vier katholischen Kirchengemeinden St. Marien, St. Aposteln, St. Michael und St. Hildegard, die zum Dekanat Bergstraße-West des Bistums Mainz gehören, und die beiden evangelischen Gemeinden der Auferstehungskirche und der Christuskirche, die zum Dekanat Bergstraße-Süd der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gehören.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Viernheim noch eine freie evangelische Gemeinde, sowie Gemeinden der Evangeliumschristen-Baptisten, der Neuapostolischen Kirche und der Zeugen Jehovas. Der Islam ist mit einer Moschee, der Eyüp-Sultan-Moschee, vertreten. Eine jüdische Gemeinde gibt es in Viernheim seit der Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr. Die Synagoge in der Hügelstraße wurde im Rahmen der Reichskristallnacht zerstört.

Politik


Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung hat 45 Sitze und wird in direkter Wahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Als Besonderheit hat der Wähler die Möglichkeit des Kumulierens und Panaschierens. In der aktuellen Stadtverordnetenversammlung stellt die CDU die stärkste Fraktion.

Bei der Kommunalwahl am 26. März 2006 ergaben sich folgende Verhältnisse:

CDU 48,5 % +1,5 22 Sitze -1
SPD 43,9 % +1,4 20 Sitze +1
Die Grünen 5,4 % −0,2 2 Sitze 0
Viernheimer Liste 2,1 % +0,2 1 Sitz 0

Bürgermeister

An der Spitze der Stadt steht der Bürgermeister, der von der Bevölkerung in direkter Wahl für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt wird. Der seit 1997 amtierende Bürgermeister ist Matthias Baaß (SPD). Die nächste Bürgermeisterwahl ist für 2009 geplant.

Ihm zur Seite gestellt ist der Erste Stadtrat, sowie 11 ehrenamtliche Beigeordnete. Sie alle werden von der Stadtverordnetenversammlung für eine Amtszeit von sechs resp. fünf Jahren gewählt und spiegeln daher parteipolitisch die jeweiligen Mehrheitsverhältnisse zum Zeitpunkt der Wahl wieder.

Der Bürgermeister, der Erste Stadtrat und die 11 Beigeordneten bilden zusammen den Magistrat der Stadt.

Die Bürgermeister seit 1822 (vorher sind von 1649-1822 insgesamt 8 Schultheißen nachgewiesen):

Wappen

Das Wappen wurde 1926 eingeführt. Im oberen Feld ist der hessische Löwe zu sehen, der die Zugehörigkeit zum Land Hessen ausdrückt. Im linken unteren Feld ist das Mainzer Rad zu sehen, das für die lange Zugehörigkeit zu Kurmainz steht. Im rechten unteren Feld ist eine gotische Vier zu sehen – das alte Viernheimer Ortszeichen –, die als so genanntes „redendes Bild“ auf den ersten Teil des Ortsnamens Viernheim anspielt, obwohl sich der Ortsname nicht von der Zahl „Vier“, sondern möglicherweise vom althochdeutschen firni, „alt, aus der Vorzeit“, oder dem keltischen vernos, „Erle“, herleitet.

Städtepartnerschaften

Viernheim unterhält mit folgenden Städten und Gemeinden eine Städtepartnerschaft:
Franconville, Val-d'Oise, Frankreich (seit 1966)
Potters Bar, Hertfordshire, Vereinigtes Königreich (seit 1972)
Rovigo, Venetien, Italien (seit 1991)
Haldensleben, Sachsen-Anhalt (seit 1992)
Satonévri, Burkina Faso (Afrika) (seit 1994)

Für die folgende Stadt hat Viernheim die Patenschaft für die in der Bundesrepublik lebenden ehemaligen Bürger übernommen: Altrohlau, Landkreis Karlsbad, Sudetenland (Tschechien) (seit 1968)

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

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Straßenverkehr
Viernheim liegt an der A 659, welche direkt nach Mannheim und Weinheim führt, aber auch den direkten Zugang zu drei weiteren Autobahnen, der A 5, der A 6 und der A 67, bietet. Durch die beiden Autobahnkreuzungen Viernheimer Kreuz und Viernheimer Dreieck ist Viernheim auch vielen Autofahrern bekannt.

ÖPNV
Im öffentlichen Personennahverkehr gibt es die Stadtbahn der MVV OEG AG, welche nach Mannheim und Weinheim sowie weiter nach Heidelberg fährt. Außerdem gibt es noch zwei Stadtbus-Linien der Stadtwerke Viernheim und eine Regionalbus-Linie des Busverkehr Rhein-Neckar nach Worms. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert.

Bahnverkehr
Viernheim ist Endpunkt der 1905 eröffneten Eisenbahnstrecke Weinheim-Viernheim, die ursprünglich weiter über Lampertheim nach Worms führte, um die Verbindung der Weschnitztalbahn nach Worms herzustellen. Wegen geringer Nachfrage dieser Verbindung wurden jedoch 1960 der Personenverkehr auf der gesamten Strecke eingestellt und durch Busbedienung ersetzt sowie die Gleisanlagen zwischen Viernheim und Lampertheim abgebaut (der Streckenverlauf ist heute noch als breite Schneise im Wald erkennbar). Lediglich der Güterverkehr zwischen Weinheim und Viernheim wurde bis Ende 2002 von der Deutschen Bahn fortgeführt, jedoch im Juli 2004 von der MVV-Tochter ConTrain reaktiviert. Der alte Bahnhof beherbergt heute eine kommunale Freizeit- und Begegnungsstätte, die den Namen Treff im Bahnhof (T.I.B.) trägt.

Ansässige Unternehmen

Neben diversen Industriegebieten mit vielen Firmen ist als bekannteste Gewerbeansiedlung das 1972 eröffnete Rhein-Neckar-Zentrum, ein großes und überregional bekanntes Einkaufszentrum, zu nennen. Weitere namhafte Unternehmen wie Kaufhof oder Lackiererei Gutperle usw. sind hier in den Industriegebieten ansässig!

Medien

In Viernheim gibt es zwei regionale Tageszeitungen: Die folgenden kostenlosen Anzeigenzeitungen werden in Viernheim wöchentlich verteilt: Folgende regionale Medien sehen Viernheim als Teil ihres Empfangs- bzw. Verbreitungsgebiets:

Bildung

Die Viernheimer Schullandschaft deckt die elementaren Bereiche der Allgemeinbildung ab.

  • Grundschulen:
    • Schillerschule
    • Goetheschule
    • Nibelungenschule

  • Grund-, Haupt- und Realschule:
    • Friedrich-Fröbel-Schule

  • Gesamtschule (Haupt-, Realschule und Gymnasium):
    • Alexander-von-Humboldt-Schule

  • Privatschule:
    • Albertus-Magnus-Schule – Gymnasium in Trägerschaft des Bistum Mainz

  • Förderschule:
    • Albert-Schweizer-Schule

Weitere Schulen mit spezifischeren Profilen sind in den Nachbarstädten zu finden.

Die nächsten Hochschulen befinden sich in der Nachbarstadt Mannheim und in Heidelberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen

  • Heimatmuseum

Kirchen

  • St. Apostel Kirche
  • St. Marien Kirche

Parkanlagen

  • Tivoli Park
  • Viernheimer Vogelpark

Bauwerke

  • Apostelkirche (im Besonderen)
  • Diverse andere Kirchen beiderlei Konfessionen
    • evangelisch
      • Auferstehungskirche
      • Christuskirche
    • katholisch
      • Kirche St. Aposteln
      • Kirche St. Marien
      • Kirche St. Michael
      • Kirche St. Hildegard
  • Kriegerdenkmal in der Weinheimer Straße

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Februar: Fastnachtsumzug oder Straßenfastnacht (im jährlichen Wechsel)
  • Mai: Tanz in den Mai; Traditionelles Maifest bei der Feuerwehr
  • August: Viernheimer Triathlon (1,5 / 46 / 10)
  • September: Innenstadtfest
  • November: Kerwe
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

  • Juli: Erstes Wochende traditionelles Siedlerfest der Siedlergemeinschaft Viernheim
  • Juli: CdG-Sommerfest in bayrischem Stil
  • August: MGV- Gartenfest (erstes Wochenende im Aug.)
  • Pfarrfeste der Viernheimer Gemeinden

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Ehrenbürger

Die Stadt Viernheim hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
  • 1948: Prof. Dr. Ludwig Bergsträsser, Vorsitzender der 1. hessischen Nachkriegsregierung (1883–1960)
  • 1948: Hans Mayr, Rektor (1864–1958), Verfasser der "Chronik der Stadt Viernheim"
  • 1949: Dr. Karl Alter, Erzbischof von Cincinnati (1885–1977)
  • 1965: Dr. Nikolaus Hattemer, Dekan (1900–1970)
  • 1973: Anton Darmstadt, Pfarrer (1900–1981)
  • 1975: Hans Mandel, Bürgermeister (* 1917)
  • 1975: Michael Bugert, Ehrenstadtrat (1905–1989)

Bedeutende Bürger der Vergangenheit

  • Karl Müller, Lehrer und Heimatforscher, Ersteller der Ahnenkartei (lagert im Stadtarchiv)
  • Edmund Rieß, Priester, OStD, Mitbegründer und langjähriger Direktor der AMS Viernheim

Literatur


  • Chronik der Stadt Viernheim, von Hans Mayr, Mannheim 1949,
  • Der Geländeraub in Viernheim 1934 (Wegnahme der Allmend), Denkschrift zur Frage der Wiederherstellung der Allmende in der Gemeinde Viernheim, Kommission zur Wiedergutmachung des Unrechts von 1934 (Hg.), verfaßt von Franz Josef Haas 1. und Adam Haas 6., Viernheim 1948
  • Illustrierte Geschichte Stadt Viernheim, ISBN 3-923003-82-X
  • Viernheimer Wörterbuch "Wie gered't sou gebabblt" von Hans Knapp,

  • Viernheim zwischen Weimar und Bonn - Demokratie und Diktatur in einer deutschen Kleinstadt - 1918-1949 Autorin Brigitte Perker

Weblinks


  • http://www.viernheim.de/

Ort in Hessen

Viernheim | Viernheim

 

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