Als Vierlande bezeichnet man ein etwa 77 Quadratkilometer großes Gebiet mit etwa 17.000 Einwohnern, das aus vier Hamburger Stadtteilen besteht.
Der Name geht auf das Jahr 1556 zurück und bezeichnet die vier Kirchspiele Curslack, Kirchwerder, Neuengamme und Altengamme, die mit den heutigen Stadtteilen identisch sind. 00430v.jpg der Vierländer Bäuerinnen]]
Altengamme wird 1188 erstmals erwähnt, Neuengamme („Neue Insel“) und Kirchwerder 1212 und Curslack 1217.
Im 14. Jahrhundert begann Hamburg, die Süderelbe ein- und die Gose- und Dove Elbe abzudeichen, um die Vierlande, die zum Staatsgebiet gehörten, vor Hochwasser zu schützen. Dabei wurde auch der Flusslauf der Elbe begradigt, und es floss mehr Wasser durch die Norderelbe. Dies ermöglichte wiederum, dass Seeschiffe den Hamburger Hafen anlaufen konnten, während der an der Süderelbe liegende Hafen von Harburg zunehmend versandete. Daraufhin kam es prompt zu einem Konflikt mit Lüneburg, der mehrere Jahrhunderte andauerte. So überfielen beispielsweise im Jahre 1620 Soldaten der braunschweigisch-lüneburgischen Herzöge das Kirchspiel Kirchwerder und beseitigten einen frisch geschaffenen Deich. Der Flusslauf der Elbe verblieb jedoch im neu geschaffenen Bett, sodass diese Aktion erfolglos verlief.
Die Vierlande (Neuengamme, Kirchwerder, Altengamme und Curslack) werden normalerweise zusammen mit den Marschlanden genannt („Vier- und Marschlande“), die Moorfleet, Billwerder, Spadenland, Tatenberg, Allermöhe, Reitbrook und Ochsenwerder umfassen.
1333 wurde die zu Ochsenwerder gehörende Insel Moorwerder mit Stillhorn, die durch den ab Bunthäuser Spitze in Norder- und Süderelbe getrennten Fluss entstand, eingedeicht. Diese Insel ist derweil fest mit dem zwischen Norder- und Süderelbe gelegenen Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg verbunden, dem es heute zugehört.
Billwerder, Spadenland, Tatenberg und Moorfleet werden schon Ende des 14. Jahrhunderts von Hamburg erworben.
Beide Gebiete gehören heute als „Vier- und Marschlande“ zum Bezirk Bergedorf, das Ortsamt ist in Allermöhe.
Die Vierländer Bauern haben ihre Produkte schon seit jeher auf den Hamburger Märkten verkauft. Eine Vierländer Bäuerin bildete das Motiv für die Brunnenfigur des Marktbrunnens auf den Meßberg (Hamburg-Altstadt). Heute steht der Brunnen auf dem Hopfenmarkt vor der Ruine der Nikolaikirche. (Siehe auch: Geschichte des Großmarktes)
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Das Rieckhaus ist ein Freilichtmuseeum in Curslack. Das Heimatmuseeum befindet sich im Schloss Bergedorf.
Geographie (Hamburg) | Marschland | Bezirk Hamburg-Bergedorf
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