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Deutz vc sst.jpg | Magirus-Deutz Viehtransporter.jpg Als Vierer-Club wird ein ehemaliger Zusammenschluss von vier europäischen Nutzfahrzeugherstellern bezeichnet.

Anfänge


Die vier Lkw-Hersteller

standen zu Beginn der 1970er-Jahre vor der gleichen Aufgabe: Sie benötigten für den Bau von leichten bis mittelschweren Lastkraftwagen ein neues Fahrerhaus samt der dazu gehörigen Technik (Fahrwerk, Bremsen, etc.). Die genannten Unternehmen fanden im November 1971 zusammen, um die Konstruktion gemeinsam durchzuführen. Dazu wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen und die „European Truck Development Corporation“ (ETB) mit Sitz im französischen Versailles gegründet. Anfangs war auch MAN mit von der Partie; das Unternehmen sprang jedoch frühzeitig ab und arbeitete statt dessen etwas später mit VW zusammen.

Die von den verbliebenen vier Partnern gemeinsam entwickelten Fahrzeuge mit kippbarem Frontlenker-Fahrerhaus kamen auf den Markt, nachdem sie 1975 auf dem Brüsseler Autosalon der Öffentlichkeit vorgestellt worden waren. Jedes Unternehmen achtete auf eine eigene Frontgestaltung unterhalb der Windschutzscheibe und verwendete eigene Motoren. Diejenigen von Magirus-Deutz waren als einzige luftgekühlt. Die Vorderachsen kamen für alle beteiligten Hersteller von Saviem, die Fahrerkabinen für Volvo, DAF und Magirus-Deutz wurden bei Magirus-Deutz gefertigt.

Die äußere Gestaltung des Vierer-Club-Fahrerhauses war entscheidend von der Design-Abteilung von Saviem mitgeprägt worden, was zu einer großen Ähnlichkeit der Vierer-Club-Fahrzeuge mit den größeren Lkw-Modellen von Saviem führte. Da Saviem im Bereich der mittelschweren bis schweren Lkw zeitgleich mit MAN zusammenarbeitete ergab sich so auch eine starke Ähnlichkeit der Vierer-Club-Fahrzeuge zur großen MAN-Baureihe F8 der damaligen Zeit (vgl. MAN F8). In Deutschland war die Marke Saviem bis Ende der 1970er-Jahre nicht vertreten, und so entstand auf dem bundesdeutschen Markt die etwas kuriose Situation, dass die F8-Kabine nur aus dem Angebot von MAN bekannt war, die im Design sehr ähnlichen Vierer-Club-Kabinen dagegen bei der Konkurrenz erschienen.

Weitere Entwicklung


LF_16_Freiwillige_Feuerwehr_Sendling.jpgzwecke verlängerter Vierer-Club-Kabine und IVECO-Schriftzug]] Fire-engine-Ghent.JPG | Police_Paris_CRS_vehicule_dsc06486.jpg

Bei DAF

Nachdem DAF den britischen Hersteller Leyland übernommen hatte, wurden die Vierer-Club-Kabinen bei einigen Typen von DAF durch Fahrerhäuser von Leyland ersetzt.

Bei Magirus-Deutz

Zwischen 1975 und 1983 wurde Magirus-Deutz schrittweise in die von Fiat neu gegründete IVECO eingegliedert. Auch der Schriftzug Magirus-Deutz auf den deutschen Vierer-Club-Fahrzeugen wurde daher im Laufe der Zeit zuerst durch den Schriftzug IVECO ergänzt und später ganz ersetzt. Produktionseinstellung der Vierer-Club-Modelle bei IVECO war 1992.

Bei Saviem

Nachdem Renault, der Mutterkonzern von Saviem, auch die weitere französische Lkw-Marke Berliet übernommen hatte, wurden diese Unternehmen zur Renault Véhicules Industriels (kurz: RVI) verschmolzen. Danach gab es die Vierer-Club-Lkw auch unter der Marke Berliet. Ab 1980 ersetzte dann der Name Renault die beiden französischen Marken Saviem und Berliet, die jeweils verschwanden. Berliet und Saviem bzw. später Renault produzierten auch Lkw mit einer vergrößerten Version der Vierer-Club-Kabine (sog. G-Reihe). Außerdem gab es bei Renault auch Haubenfahrzeuge, deren Kabine von der Vierer-Club-Kabine abgeleitet war. Produktionsende bei Renault war nach mehreren optischen und technischen Überarbeitungen erst im Jahr 2000; Nachfolger wurde der neu entwickelte Renault Midlum.

Auf dem nordamerikanischen Markt wurden Lastwagen aus Renault-Produktion mit dem Vierer-Club-Fahrerhaus ab 1979 von der US-Marke Mack Trucks als Typ Mid-LinerFirmengeschichte von Mack Trucks 1980-1989, 3. Juni 2006 angeboten und zwar sowohl als Frontlenker (Mid-Liner MS) wie auch als Haubenwagen (Mid-Liner CS). Der Renault-Konzern war ab 1979 am Hersteller Mack Trucks beteiligt, der 1990 eine vollständige Tochter von RVI wurde. Der im Laufe seiner Produktionzeit ebenfalls technisch und optisch überarbeitete, aber bis zum Schluss als Abkömmling der Vierer-Club-Fahrzeuge erkennbare Mid-Liner wurde erst 2001 durch den vom Renault Midlum abgeleiteten Mack Freedom ersetzt.

Bei Volvo

Volvo verwendete die Vierer-Club-Kabine für seine Modelle F4 und F6Website von Volvo Trucks: Volvo F4/F6, 3. Juni 2006. Daneben nahm auch Volvo Typen mit der vergrößerten Version der Vierer-Club-Kabine in sein Angebot auf (Modelle F7Website von Volvo Trucks: Volvo F7, 3. Juni 2006 und F6SWebsite von Volvo Trucks: Volvo F6S, 3. Juni 2006). Aufgrund schwedischer Bestimmungen für die Lkw-Crashsicherheit verwendete Volvo für seine Modelle besonders verstärkte Vierer-Club-Kabinen. 1985 ersetzte Volvo die Vierer-Club-Lkw durch entsprechende Nachfolgemodelle (FL4, FL6 und FL7).

Da RVI im Jahre 2000 von Volvo übernommen wurde, kam auch die zu RVI gehörende US-Marke Mack Trucks zu Volvo. Infolgedessen wurde mit dem Mack Mid-Liner nach langer Pause wieder ein Vierer-Club-Fahrzeug vom Volvo-Konzern hergestellt, wenn auch nur für kurze Zeit.

Quellen


Nutzfahrzeug | LKW-Modell

 

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