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Die Vier-Spezies-Maschine ist eine Gattungsbezeichnung für mechanische Rechenmaschinen. Im Wesentlichen wird hierdurch gekennzeichnet, dass die Berechnung von mathematischen Aufgaben aller Grundrechenarten (Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division) einfach möglich ist.

Problematik der Begriffsbildung


Die Bezeichnung "Vier-Spezies-Rechenmaschine" bedarf einer näheren Erläuterung. Im allgemeinen soll eine Vier-Spezies-Maschine eine Rechenmaschine sein, auf der man zumindest alle vier Grundrechenarten rechnen kann, was aber auch für manche Addiermaschine gilt. In der Fachliteratur findet sich keine ausreichend abgrenzende Definition des Begriffs Vier-Spezies-Maschine.

Definition


4-Spezies-Rechner_Brunsviga.jpg Die Bezeichnung Vier-Spezies-Rechenmaschine wird meist für Maschinen verwendet, bei denen Algorithmen für die vier Grundrechenarten historisch nachgewiesen sind, so dass Addition und Subtraktion auf direktem Weg ausführbar sind, und auf denen die Multiplikation und Division, verglichen mit der Addition und Subtraktion, keinen feinmotorischen und nur wenig kognitiven Mehraufwand erfordern dürfen.

Dabei bedeutet direkter Weg, dass die Operanden nicht vorverarbeitet werden müssen und die Rechnung ausschließlich in und mit der Rechenmaschine vorgenommen wird. Wenig kognitiver Mehraufwand soll Kopfrechnen und Mitzählen schon ausschließen und Kontrolltätigkeiten, wie auf das Glockensignal achten oder beobachten, ob die Zählwerkanzeige in den negativen Bereich geht, noch einschließen.

Ein Nachteil dieser Definition ist, dass eine Rechenmaschine nicht eingeordnet werden kann, wenn die Rechenvorschriften für die Maschine nicht bekannt sind.

Alternative Definitionen


Andere Ansätze einer Definition von Vier-Spezies-Maschinen sind:

  • Eine Vier-Spezies-Maschine ist eine Rechenmaschine, auf der man theoretisch alle vier Grundrechenarten rechnen kann. Das träfe vermutlich auf alle Rechenmaschinen zu, konstruierte man nur einen passenden Algorithmus.

  • Eine Vier-Spezies-Maschine ist eine Rechenmaschine, die tatsächlich für alle vier Grundrechenarten verwendet wurde. Dieser Ansatz ist problematisch, bei Rechenmaschinen, die nicht gebaut wurden, deren Benutzerkreis man nicht kennt oder bei der verschiedene Benutzergruppen die Maschine für unterschiedliche Zwecke verwendet haben.

  • Man könnte den Begriff Vier-Spezies-Rechenmaschine durch die Bezeichnung Multiplikationsmaschine ersetzen. Dies ist auch wenig nützlich, da man auf Addiermaschinen auch multiplizieren kann und es Rechenmaschinen gibt, die speziell für die Multiplikation ausgelegt sind.

Literatur


  • Ernst Martin: Die Rechenmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte – Rechenmaschinen mit automatischer Zehnerübertragung. 1. Band, 1. Auflage, 1925
  • Hennemann, A., i. Adof Schranz: Die technische Entwicklung der Rechenmaschine, Aachen: Peter Basten, 1952.
  • Lenz, K. *: Die Rechenmaschinen und das Maschinenrechnen, Leipzig und Berlin: B. G. Teubner, 1915

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