Victor Franke (* 21. Juli 1866 in Zuckmantel, Schlesien; † 7. September 1936 in Hamburg) war Kompaniechef und späterer Kommandeur der Kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika.
Für seine Verdienste wurde er vielfach geehrt und ausgezeichnet, unter anderem bekam er persönlich von Kaiser Wilhelm II. 1905 den Orden Pour le Mérite.
Nach dem Hererokrieg übernahm Franke wieder das Kommando in Outjo, von wo aus er mehrere Reisen in das Ovamboland unternahm und mit fünf dort lebenden Stämmen Schutzverträge abschloß. Er bekam weitere Auszeichnungen und wurde 1910 schließlich zum Major befördert.
Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurde in Angola im Fort Naulila der Deutsche Dr. Schulze-Jena ermordet, woraufhin Franke mit einer Strafexpedition am 18. Dezember 1914 das Fort erstürmte. Im November 1914 wurde Franke zum Oberstleutnant und zum Kommandeur der Kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika ernannt. Am 9. Juli 1915 kapitulierte Franke bei Khorab vor der Übermacht der von Südafrika vorrückenden Unionstruppen, um die deutschen Soldaten vor einer vernichtenden Niederlage zu bewahren (was ihm in späteren Jahren von einigen Seiten als unehrenhafte Handlung vorgeworfen wurde). Bis zum Ende des Krieges wurde Franke - wie beinahe alle männlichen Deutschen in Südwestafrika - interniert, und zwar auf der Farm Okawajo bei Karibib. Nach seiner Repatriierung 1919 wurde er 1920 durch Reichspräsident Friedrich Ebert in den Rang eines Generalmajors befördert.
Franke heiratete 1921 Maria Diekmann aus Hamburg und lebte als Landwirt von 1927 bis 1930 auf Groß-Schwaß bei Rostock. Franke, der seit seiner Ankunft in Deutsch-Südwestafrika unter chronisch auftretenden Tropenkrankheiten litt, zog 1930 wegen zunehmender gesundheitlicher Probleme mit seiner Frau zunächst auf ein Landgut der Familie nach São Paulo in Brasilien und betrieb in Itajahy eine Mineralwasserfabrik. Später zog er nach Joinville, musste jedoch bereits 1936 wegen seines stets schlechter werdenden Gesundheitszustandes nach Deutschland zurückkehren, wo er sich medizinische Hilfe vom Hamburger Tropenkrankenhaus versprach. Am 7. September 1936 starb er in Hamburg.
Nach seiner Einäscherung begann die Odyssee seiner Urne über Berlin und Brasilien, ein Begräbnis in Omaruru in Südwestafrika wurde seiner Witwe verweigert. Schließlich wurden Victor Frankes sterbliche Überreste am 2. September 1957 in Hamburg auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt.
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