Die Via Claudia Augusta war eine römische Heerstraße, die den süddeutschen Raum an Norditalien band. Von einem Kastell bei Donauwörth folgte sie dem Lauf des Lech über die damalige Provinzhauptstadt Augusta Vindelicorum (Augsburg) bis nach Füssen. Von dort aus über Fern- und Reschenpass zur Etsch, um dieser bis Trient (Tridentum) zu folgen. Ab Trient zweigte sich die Straße auf. Der westliche Strang erreichte über Verona den Po bei Ostiglia (Hostilia), der östliche über Feltre die Adria bei Altinum.
Ein bedeutsamer Kreuzungspunkt dieser antiken Strasse war Abodiacum, das heutige Epfach am Lechrain, wo die durch Rätien verlaufende Ost-West-Magistrale von Passau nach Bregenz Brigantium am Bodensee den Lech überquerte und auf die Via Claudia traf.
Geschichte
Mit der Ausdehnung des Imperiums benötigte die römische Staatsmacht befestigte Straßen. Der erste Kaiser
Augustus (27 v. Chr.–14 n. Chr.) ließ die Strecke von Feltria/
Feltre über Tridentum (
Trient) und den
Reschenpass, das
Oberinntal und den
Fernpass bis ins nördliche
Alpenvorland von seinen Adoptivsöhnen
Drusus (38–9 v. Chr.) und
Tiberius) erobern. Die Straße über die
Alpen stellte dann Kaiser
Claudius (41–54 n. Chr.) fertig, Drusus zweiter Sohn. Er ließ die Strecke, die sein Vater im Alpenfeldzug begangen hatte, ausbauen und erhob sie ihm zu Ehren zur Staatsstraße. Die etwa 600 km lange Straße entwickelte sich zur wichtigen Handelsroute.
Mit der Passierbarmachung des Brennerpasses im 2. Jahrhundert und dem Ausbau eines zweiten Straßenzweiges über Teriolae/Zirl, Partanum/Partenkirchen und Bratananium/Gauting verlor die alte Via Claudia zwar etwas an Bedeutung für den alpenquerenden Verkehr, blieb aber für viele Jahrhunderte bis ins Mittelalter ein regional bedeutsamer Verkehrsweg.
Spuren der alten Straße sind auch heute noch entlang der gesamten Strecke zu sehen. Im Gemeindegebiet von Rieden am Forggensee verläuft die Trasse am Grund des 1954 aufgestauten Forggensees und ist während des winterlichen Abstaus deutlich sichtbar.
Städte und Orte entlang der Strecke
Kilometerstein_replik_via_claudia_augusta_bei_unterdiessen.jpg, Kreis Landsberg am Lech ]]
Revitalisierung
Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Via Claudia in einer grenzüberschreitenden touristischen und kulturellen Zusammenarbeit wiederentdeckt und revitalisiert. Vor allem für Kultur- und kulinarisch interessierte Touristen bietet die Strecke einiges zu entdecken. Beliebt ist die Bewältigung mit dem Fahrrad.
Im deutschen Teil ist die Route sehr gut beschildert, zwischen Augsburg und Füssen durchgehend mit neuer Beschilderung nach ADFC und FGSV, im Rahmen des INTERREG IIIb-Projektes umgesetzt. Auch im österreichischen Teil ist die Route größtenteils hervorragend beschildert und dokumentiert. Für Radfahrer verkehren auf Fernpass und Reschenpass Shuttlebusse.
Literatur
- Bikeline Radtourenbuch: Via Claudia Augusta. Esterbauer, Februar 2005, ISBN 3850001318
- Radwandern auf den Spuren der Via Claudia Augusta. Eos Verlag, Januar 1998, ISBN 3880964564
- Kulturgüter in Tirol entlang der Claudia Augusta
Weblinks
- http://www.viaclaudia.de Via Claudia Augusta e. V., Bayern
- http://www.viaclaudia.at Via Claudia Augusta e. V., Tirol
- http://www.viaclaudia.org Via Claudia Augusta
- http://www.kaluwi.de/ViaClaudiaAugusta.html Fotos
- http://www.via-claudia.hages-jahreszeiten.de Fotos und Wegbeschreibungen zum Radweg
- http://www.mountainbiker.it/mountainbike/touren/suche/mountainbiketouren_volltextsuche.php?we_objectID=99&pid=0 Via Claudia Augusta , Radweg Vinschgau
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