Der VfB Stuttgart (offiziell: Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e.V.) ist ein Sportverein in Stuttgart. Der VfB ist mit 31.802 Mitgliedern der fünftgrößte Verein Deutschlands und der größte Baden-Württembergs. Bekannt ist vor allem seine Fußball-Abteilung, die zu den Traditionsmannschaften der Fußball-Bundesliga zählt und insgesamt vier Mal deutscher Meister wurde. Darüber hinaus hat der Verein Abteilungen für Faustball, Hockey, Leichtathletik und Tischtennis.
Seine Heimspiele bestreitet er im städtischen Gottlieb-Daimler-Stadion, das im Sportgelände Cannstatter Wasen angesiedelt ist. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Vereinsgelände.
Derzeit verfügt der Verein über eine Beteiligungsgesellschaft (die 100-prozentige Tochter VfB Stuttgart Beteiligungs-GmbH). Diese wurde von Manfred Haas, dem Vorgänger des derzeitigen Präsidenten, im Jahr 2000 angestoßen. Ziel der Beteiligungs-GmbH war es, dem Verein über ein Eigenkapitalmodell liquide Mittel zur Verfügung zu stellen. Dazu zahlte eine Reihe von stillen Gesellschaftern Kapital in die Beteiligungsgesellschaft ein, welches dann wiederum dem Verein zur Verfügung gestellt wurde (über dieses Konzept erwarb der Verein beispielsweise den Spieler Fernando Meira). Geschäftsführer der GmbH ist VfB-Vorstand Ulrich Ruf.
Als Anreiz für die stillen Gesellschafter wurde ein Großteil der Anteile eines zweiten Tochterunternehmens, der VfB Stuttgart Marketing GmbH auf die Beteiligungsgesellschaft übertragen. Letztere hält derzeit 75,5 Prozent der Anteile an der Marketing-GmbH, 24,5 Prozent liegen beim Stammverein. De jure gehört der VfB damit zu den wenigen Bundesligisten, die ihre Marketingrechte nicht an externe Unternehmen veräußert haben. De facto fließen jedoch große Teile der Marketing-Einnahmen nicht an den Verein; zwischen Marketinggesellschaft und Beteiligungs-GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag, so dass ein großer Teil der Einnahmen aus dem Marketing-Bereich direkt an die stillen Gesellschafter fließt.
Mit der "VfB-Shop" Vertriebs- und Werbe-GmbH verfügt der VfB noch über ein drittes Tochterunternehmen. Die Shop-GmbH ist eine 100-prozentige Tochter des Vereins. Sie wurde 1978 gegründet. Ihr Geschäftszweck besteht im Vertrieb von Fan- und Merchandising-Artikeln. Auch hier ist Ulrich Ruf Geschäftsführer.
Ebenfalls in der Mercedesstraße befindet sich das VfB-Clubzentrum - ein Gelände mit 3.500 m² Nutzfläche, in dem Geschäftsstelle/Verwaltung, Restaurant mit Nebenzimmer und Kegelbahn sowie der gesamte Sportbereich untergebracht sind. Auf dem Gelände des Clubzentrums liegt auch der VfB Sport-Shop.
Bis zur FIFA Fußball WM 2006 wird zudem im Carl Benz Center die VfB-Welt gebaut. Darin wird zukünftig ein großes Dienstleistungscenter (Ticketing, Sport Shop, VfB Marketing), die VfB-Jugendakademie, ein Rehazentrum, mehrere Restaurants, sowie Veranstaltungsräume für Sport- und Freizeitevents beheimatet sein. Zudem wird die VfB-Welt vor und nach den Heimspielen des Clubs der Treffpunkt für die Fans.
Auf der Stuttgarter Einkaufsmeile, der Königstraße betreibt der Verein einen City-Shop, in dem Tickets sowie Merchandising-Produkte gekauft werden können.
Gegründet wurde der FV als Rugby-Klub. Zunächst spielte man auf der Stöckach-Eisbahn, wechselte aber schon 1894 auf den Cannstatter Wasen. Die Mannschaft setzte sich hauptsächlich aus Schülern der Stuttgarter Realschulen und Gymnasien zusammen und errang schnell erste Erfolge: 1909 wurde der FV Deutscher Vizemeister im Rugby, verschiedene Spieler kamen zu internationalen Einsätzen. Dennoch verlor Rugby im Verein gegenüber Fußball (dem damaligen Association) zusehends an Boden. 1909 trat der Verein dem Süddeutschen Fußballverband bei.
In der Folge stellte sich für den Verein aber hauptsächlich die Platzfrage: Nachdem die Militärverwaltung das Spielen auf dem Cannstatter Wasen untersagte, war der FV heimatlos - erst der Bau des „Rugbyfeldes“ auf dem Adelsberg brachte eine zwischenzeitliche Lösung. Für Ligaspiele war das Rugbyfeld allerdings wenig geeignet, so dass erstmals die Idee einer Fusion mit dem 1897 gegründeten Kronen-Klub Cannstatt aufkam, welcher in Stuttgart-Münster einen eigenen Fußballplatz besaß. Dieser Platz besteht auch heute noch an genau der gleichen Stelle, es spielt dort der TSV Münster.
Am 2. April 1912 vereinigten sich beide Klubs zum VfB Stuttgart 1893 e. V.. Die Fusionsversammlung fand im Cannstatter Hotel Concordia statt. Erster Vorsitzender wurde Wilhelm Hinzmann.
1929 kam es jedoch zu einem Eklat: Durch die Zahlung von Zuwendungen an die Spieler hatte der VfB gegen die Amateurstatuten verstoßen. Nach Selbstanzeige wurde der Verein vom Verband mit einer hohen Strafe belegt - die betreffenden Spieler wurden nicht mehr berücksichtigt. Dennoch gelang einer tiefgreifend verjüngten Mannschaft unter dem damaligen Trainer Dr. Kovac 1930 die Württembergische Meisterschaft.
Die Zeit des Nationalsozialismus gehört zu den dunklen Kapiteln der Vereinsgeschichte. Willig stellten die Vereinsoberen ihren damaligen Platz an den drei Pappeln für NSDAP-Kundgebungen zur Verfügung. Die weitgehende Identifikation mit den neuen Machthabern ermöglichte dem VfB jedoch eine kontinuierliche Fortentwicklung auf sportlichem Gebiet. 1933 wurde der Verein Süddeutscher Pokalmeister, 1935 wieder Württembergischer Meister. Im selben Jahr drang man sogar bis ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft vor, in dem man aber in Köln den überlegenen Schalkern mit 4:6 unterlag. 1937 folgten die 3. Württembergische Meisterschaft und der dritte Platz in der Deutschen Meisterschaft. Neue Möglichkeiten eröffnete zusätzlich die 1933 zum Deutschen Turnfest errichtete Adolf-Hitler-Kampfbahn.
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1952 wurde man erneut Süddeutscher Meister und erreichte zum dritten Mal das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, das man in Ludwigshafen gegen den 1. FC Saarbrücken gewann. Die Mannschaft entsprach in weiten Teilen der Meistermannschaft von 1950 - im Tor jedoch stand nun Karl Bögelein. Ein Jahr später scheiterte man, erneut im Finale, in Berlin am 1. FC Kaiserslautern.
In den 1950ern folgten noch zwei weitere große Titel: 1954 gewann der VfB erstmals den DFB-Pokal - im Finale von Ludwigshafen besiegte man den 1. FC Köln mit 1:0 nach Verlängerung. Vier Jahre später gewann der VfB denselben Wettbewerb nocheinmal - mit einem 4:3 nach Verlängerung gegen Fortuna Düsseldorf in Kassel.
1968 trat Hans Weitpert die Nachfolge von Dr. Fritz Walter als VfB-Präsident an. Prominente Trainer in den ersten Bundesligajahren waren Rudi Gutendorf, Albert Sing oder auch Branko Zebec.
Im April 1975 räumte Weitpert seinen Präsidentenposten. Aus einer hitzigen und denkwürdigen Mitgliederversammlung ging Gerhard Mayer-Vorfelder als neuer starker Mann des Vereins hervor. Der VfB befand sich zu dieser Zeit in einer enorm schwierigen sportlichen Verfassung - man war als Tabellen-16. auf einem Abstiegsplatz. Wenige Stunden nach der Amtsübernahme erlebte „MV“ mit einem 2:2 gegen Werder Bremen den Anfang vom Ende - am Saisonschluss stieg der VfB aus der 1. Liga ab.
Die kommende Saison sollte zum sportlich trostlosesten Kapitel der VfB-Geschichte werden - der Verein belegte in der 2. Liga lediglich Platz 10. Den absoluten Tiefpunkt erreichte man beim Heimspiel gegen den SSV Reutlingen vor 1200 Zuschauern, das mit 2:3 verloren wurde.
In den kommenden Jahren gehörte der VfB zu den stärksten Teams der Liga. Ein vierter, drei dritte und ein zweiter Platz brachten den Verein in bis dahin nicht gekannte Bundesliga-Höhen. Insbesondere der 4. Platz als Aufsteiger in der Saison 77/78 blieb aufgrund des damaligen Bundesliga-Zuschauerschnitt-Rekords von über 54.000 in Erinnerung. Diese Marke wurde erst Mitte der 90er Jahre von Borussia Dortmund eingestellt. Legendäre Spieler dieser Zeit waren Hansi Müller, Karlheinz und Bernd Förster, Karl Allgöwer, Dieter Hoeneß oder Hermann Ohlicher.
Nicht nur sportlich war der VfB top - auch die Infrastruktur wurde angepasst: 1981 bezog der VfB nach knapp zweijähriger Bauzeit sein neues Clubzentrum (Kostenaufwand damals: ca. 5,2 Millionen Euro). 1984 feiert der Verein unter Trainer Helmut Benthaus als Krönung dieser Phase seine dritte deutsche Meisterschaft. Erstmalig im Europapokal der Landesmeister vertreten scheitert der VfB gleich in der ersten Runde gegen Levski Spartak Sofia. Dennoch gaben die sportlichen Erfolge der kommenden Jahren dem VfB weitere Möglichkeiten zu internationalen Auftritten.
1986 erreichte der Verein unter den Trainern Baric und Entenmann zum dritten Mal ein DFB-Pokal-Finale, in welchem aber die Bayern mit 5:2 klar die Oberhand behielten.
Ende der 80er Jahre qualifizierte sich der VfB mit Spielern wie Buchwald, Klinsmann, Sigurvinsson oder Immel und Trainer Arie Haan mehrfach für den Europacup. In die Chronik des Vereins eingegangen ist dabei vor allem das UEFA-Pokal-Finale von 1989 gegen den SSC Neapel. Nach einer fragwürdigen Schiedsrichter-Leistung hatte der VfB das Hinspiel in Neapel mit 1:2 gegen den Maradona-Klub verloren - ein 3:3 im Rückspiel reichte dann nicht mehr zum Titelgewinn.
Erst unter Joachim Löw, der von der von Rolf Fringer geleisteten Aufauarbeit profitierte, konnte der VfB wieder an frühere Erfolge anknüpfen. Das so genannte Magische Dreieck um Krassimir Balakov, Giovane Elber und Fredi Bobic sorgte in der Bundesliga für Furore und gewann 1997, durch einen 2:0 Sieg im Finale in Berlin gegen Energie Cottbus, den DFB-Pokal. Ein Jahr später stand der VfB im Finale des Europapokals der Pokalsieger, das er in Stockholm unglücklich mit 0:1 gegen Chelsea London verlor.
Die folgenden Jahre brachten mehr sportlichen Misserfolg als Erfolg. Unter Trainer Ralf Rangnick wurde ein sportlicher Konsolidierungsprozess eingeleitet, der aber mit Platz 15 und erhöhter Abstiegsgefahr im Frühjahr 2001 endete. Manfred Haas, der Nachfolger von Gerhard Mayer-Vorfelder (der den Verein 2000 in Richtung DFB verlassen hatte), fand einen Verein mit großen sportlichen und finanziellen Problemen vor. Rangnick wurde entlassen. Sein Nachfolger wurde Felix Magath.
Unter Magath schaffte der VfB am vorletzten Spieltag mit einem Balakow-Tor gegen Schalke 04 kurz vor Spielende den Klassenerhalt und qualifizierte sich über den UI-Cup in der kommenden Saison für den UEFA-Pokal. Aufgrund der finanziellen Engpässe musste der VfB wie Mitte der 70er Jahre auf die eigene Jugend setzen - Spieler wie Andreas Hinkel, Kevin Kuranyi, Timo Hildebrand oder Alexander Hleb bildeten ein Team, das sich hervorragend entwickelte. 2003 wurde die Mannschaft überraschend Vizemeister hinter Bayern München und qualifizierte sich damit erstmals für die Champions League. Dort zeigten die Jungen Wilden ihre Klasse u. a. durch einen 2:1-Sieg gegen Manchester United sowie durch das Erreichen des Achtelfinals. Dort war erneut Chelsea FC Endstation (0:1 zuhause, 0:0 auswärts)
2003 wurde Erwin Staudt neuer Präsident. Im Sommer 2004 wechselte Trainer Magath zum FC Bayern München, sein Nachfolger in Stuttgart wurde Matthias Sammer. Zwar erreichte der VfB in der Saison 2004/05 einen Uefa-Cup-Platz, allerdings verspielte man mit einem kläglichen Saisonfinale eine deutlich bessere Platzierung. Daher trennte sich der Verein nach Saisonende von Sammer. Sein Nachfolger wurde im Sommer 2005 Giovanni Trapattoni.
Vor der Saison 2005/2006 kam es zu einem großen personellen Wechsel beim VfB; Leistungsträger wie Kevin Kuranyi (Schalke 04), Philipp Lahm (Bayern München), Imre Szabics (1. FC Köln) und Alexander Hleb (wechselte für rund 15 Millionen zum FC Arsenal) verließen den VfB, neu verpflichtet wurden Ludovic Magnin (Werder Bremen), Thomas Hitzlsperger (Aston Villa), Daniel Bierofka (Bayer Leverkusen), Jon Dahl Tomasson (AC Mailand), Jesper Grønkjær (Atlético Madrid) und Danijel Ljuboja (Paris St. Germain).
Durch die hohen Transfererlöse konnte der Verein zwar seine Verbindlichkeiten (die vor der Saison noch 8,21 Millionen Euro betrugen) deutlich reduzieren, musste jedoch in der Vorrunde merkliche Abstimmungsprobleme zwischen den einzelnen Spielern in Kauf nehmen. Anfang Februar 2006 trennte sich der VfB von Giovanni Trapattoni, dessen Taktik und Spielweise bei Fans und Spielern immer mehr in die Kritik geriet. Die Schwaben verpflichteten daraufhin Armin Veh als neuen Cheftrainer, der einen Vertrag bis Juni 2007 besitzt.
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FV Stuttgart 93
Kronen-Club Cannstatt
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