Verzögerungsleitungen dienen der Zeitverschiebung oder temporären Speicherung (Laufzeitspeicher) eines seriellen Signales (analog oder digital) mittels der Signallaufzeit in einer elektrischen Leitung bestimmter Länge oder auch in einer akustischen Übertragungsstrecke.
Die Verzögerungszeit ergibt sich dabei aus dem Quotient aus Länge und Wellengeschwindigkeit.
Eine elektronische Form einer Verzögerungsleitung ist die sog. „Eimerkettenschaltung“, bei der die Ladungen einer Vielzahl von Kondensatoren auf ein Taktsignal hin an den nächsten weitergegeben werden. Das Prinzip ist in Form Integrierter Schaltungen als charge coupled device (CCD) bekannt. Da dieses Prinzip zeitdiskret arbeitet, ist die Bandbreite auf die halbe Taktfrequenz begrenzt. Die digitale Form sind FIFO – (first in first out) Speicher, dieser wird auch mit DRAMs realisiert.
Audio-Technik
Elektronische Signalverzögerungen nach dem Prinzip der „Eimerkettenschaltung“ werden verwendet, um Störsignale rechtzeitig erkennen und ausblenden zu können oder um den räumlichen Höreindruck zu beeinflussen.
Auch Echo- und Hall-Geräte sind im Prinzip gekoppelte Verzögerungsleitungen. Früher kamen dafür auch mechanische Verfahren mit einer akustisch angeregten Schraubenfeder zum Einsatz (Federhall).
Wissenschaftliche Geräte
In der Forschung ist es oft nötig, Signale zu verzögern, um Zeitverschiebungen auszugleichen, die Erfassung zu ermöglichen oder Triggerzeitpunkte zu synchronisieren.
Verzögerungszeiten im ns-Bereich werden oft durch definierte Leitungslängen gewährleistet.
Eine andere Variante der Verzögerungsleitung für Laufzeitspeicher benutzte nicht Quecksilber, sondern Nickeldraht – bei dieser wurde der Effekt der Magnetostriktion in Nickel zum Schreiben/Lesen und ein langer aufgerollter Nickeldraht zur Speicherung ausgenutzt.
Solche Verzögerungsleitungen sind in der Computertechnik seit den 60er-Jahren überholt.
Die ersten akustischen Glas-Verzögerungsleitungen wurden bereits ab Beginn der RADAR-Technik im Zweiten Weltkrieg entwickelt.
Diese Verzögerungsleitung hatten zu Beginn der 1960er Jahre (also zu der Zeit, in der die PAL-Norm bei Telefunken entwickelt wurde) eine Länge von ca. 15 cm. Später verkleinerte man diese Leitungen mittels Mehrfachreflexion im Glaskörper.
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