Verwerfung-3.jpg | Verwerfung-4.jpg | Verwerfung-5.jpg Eine Verwerfung (auch Bruch, Sprung, Störung oder Verschiebung) ist eine Zerreiß- oder Bruchstelle im Gestein, die über eine Distanz von einigen dutzend bis hundert Kilometer zwei Krustenteile gegeneinander versetzt, oft um einige Meter Sprunghöhe bzw. Sprungweite. Mehrere, annähernd parallele Verwerfungen nebeneinander werden Staffelbrüche genannt. Gegensinnig einfallendende (d.h. die Verwerfungsflächen streben zur Teufe von einander weg b.z.w. auf einander zu) können Horste oder Gräben bilden. Mit einer Verwerfung gehen immer ausgeprägte Trennflächen einher.
Die Entstehung von Verwerfungen geht in der Regel mit Erdbeben einher und ist häufig an alt angelegte Schwächezonen gebunden. Diese Schwächezonen bestimmen die Mechanik des Herdprozesses. Sie kann aber auch auf seismische Schockwellen bei Impakten zurückgeführt werden.
Man unterscheidet in der Regel folgende Arten von Verwerfungen:
In der Realität treten die beschriebenen Verwerfungsarten selten in Reinform auf. Meist sind Mischformen aus zwei, manchmal sogar aus allen drei Formen anzutreffen.
Eine Verwerfung ist in der Natur schwer zu erkennen, denn sie liegt in der Regel entweder unter einer Verwitterungsdecke oder die Sprunghöhe (der Höhenunterschied zwischen den beiden Verwerfungsflügeln) ist durch Erosion nivelliert worden. Als Hinweis auf eine Verwerfung kann austretendes Quellwasser an sogenannten Verwerfungsquellen dienen, die entstehen, wenn über eine größere Strecke wasserstauende neben wasserdurchlässige Gesteine geschoben werden. Verwerfungen sind auch erkennbar an der unterschiedlichen Verwitterung nebeneinander gestellter Gesteine. Auf der geologischen Karte ist der relative Verschiebungssinn vertikaler Störungen (Auf-, Über-, Abschiebungen) anhand der unterschiedlichen Alter der benachbarten Gesteinsschichten zu erkennen. Die älteren Schichten auf einem Flügel der Störung sind relativ zu den Schichten des gegenüberliegenden Flügels gehoben bzw. die jüngeren Schichten sind relativ gesenkt worden.
Entlang der Schwächezone der Verwerfung kann magmatisches Material empordringen, das weite Flächen überdecken, oder Vulkane aufbauen kann.
Siehe auch: Tektonik und Plattentektonik, Transformstörung
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