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Der Vertrag von Kruschwitz wurde am 16. Juni 1230 (Originalurkunde verschollen) zwischen Konrad von Masowien und dem Deutschen Orden geschlossen.

Der überlieferte Text inseriert in der ausgestellten Goldenen Bulle von Rieti Papst Gregors IX. vom 3. August 1234 und in Transsumpten von 1257. Durch den Vertrag von Kruschwitz wurden dem Deutschen Orden durch Hzg. Konrad von Masowien das Kulmerland sowie alle künftigen Eroberungen in Preußen mit allen zugehörigen Rechten als Schenkung übertragen. Der Vertrag erfüllte, was sich der Deutsche Orden 1226 in der Goldenen Bulle von Rimini von Kaiser Friedrich II. hatte bestätigen lassen. Mit der Papstbulle von 1234 wurden hingegen die zu erobernden heidnischen Länder als Eigentum des hl. Petrus in ausschließlich päpstlichen Schutz genommen. Der Wortlaut der tradierten Urkunde des Vertrages von Kruschwitz lässt vermuten, daß das Urkundenkonzept von einem Mitglied des Deutschen Ordens stammte.

Kontrovers ist am Vertrag von Kruschwitz weniger das Rechtsgeschäft als vielmehr das Echtheitsproblem (bestritten von M. Perlbach; von der poln. Historiographie weitgehend übernommen). A. Seraphim hat erhebliche Gründe für die Authentizität des Vertrages namhaft gemacht. Die Echtheitskontroverse hat insofern grundsätzlich Bedeutung, als im Fälschungsfalle die rechtliche Basis des Ordensstaates in Preußen defizient sein könnte. Außer Frage steht, daß das Ergebnis der Entwicklung in Preußen nicht den ursprünglichen Absichten Konrads I. entsprach. Der Deutsche Orden betrachtete den Vertrag als Instrument zur Schaffung eines selbständigen Herrschaftsgebietes in Preußen. Auch der "Schenkungsakt" des Vertrages wirft Fragen auf. In einer Zeit der feudalen Zersplitterung, in der jeder Landesfürst danach trachtete die Ausdehnung der eigenen Ländereien zu maximieren, war der freiwillige Verzicht Konrads auf sein preußisches Lehnen (dem Orden 1226 gewährt), schlicht feudal untypisch.

Vertrag

 

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