Als Versionierung bezeichnet man in der Softwareentwicklung die Archivierung alternativer Dateiversionen. In diesem Zusammenhang kann es sich um eine alte Dateiversion, aber auch um eine alternative nahezu gleichwertige Dateiversion handeln, die beispielsweise Bestandteil eines neuen Entwicklungszweigs ist. Sinn und Zweck ist die Möglichkeit, vorige Versionsstände wiederherstellen und Änderungen zurücknehmen zu können. (Zum Versionsstand sagt man auch „Build“ * von engl. bauen, erstellen).
Versionsnummern unterscheiden in der Softwareentwicklung die einzelnen Versionen einer Software. Diese wird oft nach dem Programmnamen angeführt und manchmal durch "v." oder "V" (für Version) speziell gekennzeichnet.
Eine Versionsnummer setzt sich häufig wie folgt zusammen:
Beispiel:
Dies ist die 2. Version eines Programms, in der 3. Nebenversion und in der 5. Fehlerkorrektur, Build 0041.
Diese Vorgehensweise findet sowohl bei kommerzieller Software als auch im Umfeld der Freien Software und Open Source Verwendung.
Andere Arten, Programmversionen von einander zu unterscheiden sind:
Für die Softwareentwicklung stellen Versionsnummern eine weitaus wichtigere Information als für den Kunden dar. Mit Hilfe der Versionsnummern kann u. a. sichergestellt werden, dass in Entwicklergruppen neue Programmteile nicht mit älteren überschrieben werden.
Die Nummern können auch aus mehreren Ziffern bestehen. Zum Beispiel folgt nach Version 0.9, wenn sich nur die Nebenversion erhöht, 0.10 und nicht 1.0.
Beta-Versionen werden oft durch die Hauptversion 0 angezeigt. Version 1.0 zu veröffentlichen, sagt dann aus, dass das Programm im Wesentlichen voll funktionstüchtig ist.
Insbesondere enthalten Alpha-Versionen oftmals viele Bugs.
Häufig sind Beta-Versionen die ersten Versionen eines Programms, die vom Hersteller zu Testzwecken veröffentlicht werden.
Der Begriff ist nicht exakt definiert, als Faustregel zur Abgrenzung einer Beta-Version von anderen Versionen gilt in der Regel, dass zwar alle wesentlichen Funktionen des Programms implementiert, aber noch nicht vollständig getestet sind und das Programm daher vermutlich noch Fehler enthält. Geht man davon aus, dass alle oder der größte Teil der Fehler beseitigt sind, wird die Software manchmal Release Candidate genannt.
Beta-Versionen von Programmen sind in der Regel an der 0 als Hauptversionsnummer oder dem Namenszusatz Beta (bzw. β) zu erkennen, z.B. v0.12 β (siehe Versionsnummern).
Diese noch unvollständige Software bekommen in der Regel nur vom Softwarehersteller ausgewählte Personen. Zu deren Auswahl gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Der Nutzen eines Betatests für den Hersteller ist, dass Fehler, die typischerweise erst in der Praxis auftreten, wie zum Beispiel Konflikte mit anderen Programmen oder Probleme mit bestimmten Hardwarekomponenten, schon vor dem Release des Programms erkannt und behoben werden können.
Allerdings ist ein öffentlicher Beta-Test für den Softwarehersteller auch problematisch, da die Kontrolle über die (unerlaubte) Weitergabe von Betaversionen an weitere Personen nur schwer möglich ist und so bei einem größeren Kreis potenzieller Anwender ein falscher Eindruck von der Software entstehen kann. Kommerzielle Produkte werden daher in der Regel nicht für einen öffentlichen Betatest freigegeben.
Auf der PDC 2005 kündigte Bill Gates im Rahmen eines sogenannten Community Technology Preview (CTP) speziell für das kommende Windows Vista eine zusätzliche neue Art von Testversionen an. Geplant ist eine in etwa monatlichen Abständen folgende CTP-Version, welche weniger als Testversion als solche gedacht ist, sondern vielmehr Softwareentwicklern die jeweils aktuelle Version von Windows Vista abliefern soll. Das erste Produkt, von dem Microsoft CTP-Versionen erzeugte, war Visual Studio 2005. Seitens Microsoft gibt es für CTP-Versionen keine Unterstützung.
Treten gravierende Fehler auf oder wird auch nur eine Kleinigkeit geändert, muss ein weiterer Release Candidate erstellt werden und die Tests werden wiederholt. Die Release Candidates werden daher auch oft nummeriert (RC1, RC2, usw.). Hält ein Release Candidate schließlich die geforderten Qualitätsstandards ein, wird er durch Anpassung der Hauptversionsnummer zur Release erhoben und veröffentlicht. Dies kann jedoch nur geschehen, wenn der Release Candidate keine neuen Änderungen enthält, damit wird er einfach nur umbenannt.
Um Fehler in bereits veröffentlichter Software zu beheben, geben Softwarehersteller oft sogenannte Service Packs (SPs) heraus.
Siehe auch: Release to Manufacturing, Gold-Status
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