Als Verschluss wird das bewegliche Element bei Feuerwaffen bezeichnet, das nach dem Zünden die Patronenhülse auswirft und bei automatischen und halbautomatischen Handfeuerwaffen die nächste Patrone in das Patronenlager führt und den Schlaghebel spannt. Es schließt beim Schießen in Verbindung mit der Patronenhülse das Patronenlager nach hinten ab.
Damit eine Gefährdung des Schützen ausgeschlossen ist, darf das Öffnen des Verschlusses erst dann erfolgen, wenn der Gasdruck im Lauf stark gesunken ist. Dies ist kurz nach dem Austritt des Geschosses aus der Laufmündung der Fall. Andererseits muss noch ausreichend Energie für den Antrieb des Mechanismus zur Verfügung stehen. Die Verschlusssteuerung in Abhängigkeit von der verwendeten Munition bildet also ein zentrales, konstruktives Problem für den Bau von Selbstladern.
Aus den vorgenannten Gründen haben sich unterschiedliche Konstruktionsprinzipien für Selbstlader etabliert. Man unterscheidet allgemein unverriegelte und verriegelte Verschlusssysteme.
Der Hauptteil eines Verschlusses wird als Verschlussstück bezeichnet. An dessen Vorderseite (der Patronenkammer zugewandt) sitzt der Stoßboden. In der Mitte des Stoßbodens ist eine kleine Öffnung für den Schlagbolzen zu finden. Auf der Seite der Auswurföffnung (üblicherweise auf der rechten Seite) findet sich die Ausziehkralle / der Auszieher - auf der gegenüberliegende Seite der Ausstoßsstift / Ausstoßer.
Bei Pistolen wird der Verschluss oft auch Schlitten genannt bzw. ist in diesen integriert.
Der Verschluss darf sich bei der verriegelten wie bei der unverriegeltem Ausführung erst nach Absinken des Gasdrucks auf ein sicheres Niveau öffnen. Der verriegelte Verschluss erlaubt die Verwendung wesentlich leistungskräftigerer Munition. Ein unverriegelter Verschluss für die gleiche Munition würde schwerer werden (vgl. UZI und P38), oder aber eine stärkere Schließfeder erfordern (vgl. "Le Francaise" und alte Astra-Waffen), die die Waffenhandhabung erschweren würde.
Der halbstarre Rollenverschluss, wie er etwa beim H&K G3-Gewehr oder, als Hebel, beim französischen FAMAS zum Einsatz kommt, stellt eine Sonderform zwischen verriegeltem und unverriegeltem Verschluss dar.
Die Steuerung des Mechanismus wird entweder über die Rückstoßenergie beim Schuss (per Rückstoß des Patronenbodens (z.B. UZI) oder Rücklauf des gesamten Systems, Lauf wie Verschluss (z.B. Kanone)) oder per Gasdruck durch mechanische Übertragung der Energie des beim Schuss freiwerdenden Gasdrucks (sog. Gasdrucklader) bewerkstelligt.
Während bei Selbstladegewehren beide Systeme vorkommen (und Gasdrucklader heute verbreiteter sind), funktionieren verriegelte Selbstladepistolen als Rückstoßlader (Rückstoß wie Rücklauf).
Eine Sonderstellung nehmen daneben Systeme ein, die nicht starr verriegelt, sondern beweglich abgestützt oder verzögert sind. Hierzu zählen u. a. der Rollenverschluss des Heckler & Koch G3 Sturmgewehrs (und seine Derivate, einschließlich der Maschinenpistole H&K MP5 und der Pistole H&K P 9 S), sowie die "gasgebremsten" Verschlüsse der Pistole Steyr GP oder der Pistolenbaureihe P 7 von Heckler & Koch.
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"Verschluss (Waffentechnik)".
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