Krypto1.png Verschlüsselung nennt man den Vorgang, bei dem ein Klartext mit Hilfe eines Verschlüsselungsverfahrens (Algorithmus) in einen Geheimtext umgewandelt wird. Als Parameter des Verschlüsselungsverfahrens werden ein oder mehrere Schlüssel verwendet. Das Forschungsgebiet, das sich mit der Verschlüsselung und ihrer Geschichte beschäftigt, wird als Kryptografie bezeichnet.
Den umgekehrten Vorgang, also die Verwandlung des Geheimtextes zurück in den Klartext, nennt man Entschlüsselung. Die Algorithmen zur Ver- bzw. Entschlüsselung müssen nicht identisch sein. Ebensowenig müssen identische Schlüssel zum Einsatz kommen. Das Forschungsgebiet der Entschlüsselung heißt Kryptoanalyse und ist natürlich eng verwandt mit der Kryptografie.
In der zwischenmenschlichen Kommunikation meint Verschlüsselung allgemeiner den Ausdruck von Informationen, die mittels Symbolen an ein Gegenüber übermittelt werden, von dem entsprechend eine Deutung der Symbole erfolgt. Als Symbole dienen hierbei z.B. Sprache, Mimik, Gestik, Lautierungen. Das richtige Verstehen einer Nachricht kann unter Umständen problematisch sein, weil eine korrekte Deutung der Symbole im Sinne der Absicht des Senders nicht immer gelingt (vgl. Vier-Seiten-Modell).
In der Hoffnung, einem kryptografischen Verfahren dadurch zusätzliche Sicherheit zu verleihen, wurden Verschlüsselungsalgorithmen gerne geheim gehalten, was als Security by Obscurity bezeichnet wird. Kryptologen argumentieren, dadurch steige das Risiko heimlicher, aber routinemäßiger Angriffe auf verschlüsselte Information oder Transportwege. Daher bemühen sich Wissenschaftler heute, die Algorithmen von einer breiten Öffentlichkeit analysieren zu lassen. Denn so lange möglichst viele Fachleute keine Schwachstelle finden, gilt ein Verfahren noch als sicher. Die Offenlegung des Verfahrens bildet das Kerckhoffs-Prinzip.
Bei symmetrischen Systemen besitzen beide Kommunikationspartner denselben Schlüssel und müssen diesen vor Beginn der Kommunikation sicher ausgetauscht haben (z.B. mittels Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch oder der Zusendung per Post). Bekannte klassische symmetrische Verfahren sind die Cäsar-Chiffre, der DES (komplexitätstheoretisch sicher) und das One-Time-Pad (informationstheoretisch sicher). Zu den modernen und derzeit als sicher angesehenen Verfahren gehören der Rijndael, Twofish sowie 3DES, wobei dem Rijndael durch seine Erhebung zum Advanced Encryption Standard und aufgrund seiner Bevorzugung durch staatliche US-amerikanische Stellen eine herausragende Rolle zukommt.
Asymmetrische Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass für jeden Teilnehmer ein Schlüsselpaar generiert wird. Ein Schlüssel jedes Paars wird veröffentlicht, der andere bleibt geheim. Die Asymmetrie ergibt sich, weil ein Schlüssel eines Paars immer nur ver- und der andere immer nur entschlüsseln kann. Das bekannteste dieser Verfahren ist das RSA-Kryptosystem.
Chiffrierung: Bei der Chiffrierung werden alle Zeichen einzeln anhand eines Verschlüsselungsverfahrens verschlüsselt. Beispiel hierfür ist die Cäsar-Chiffre, bei welcher ein Zeichen aus dem Alphabet als Schlüssel verwendet wird und anhand der Position des Buchstabens im Alphabet die Buchstaben des Klartextes zyklisch verschoben werden.
Codierung: Beim Codieren werden alle Zeichen eines Zeichenvorrats einem anderen Zeichenvorrat zugeordnet. Ein Beispiel hierfür ist die Codierung aller alphabetischen Zeichen in den ASCII-Code.
Verschlüsselung/Entschlüsselung: Übertragen des Klartextes in den Chiffretext (Geheimtext) bzw. die Rückübertragung.
Entziffern: Übertragen eines Chiffretextes in einen Klartext ohne bekannten Schlüssel.
Als Beispiel dient eine Mitteilung von Kapitänleutnant Hartwig Looks des U-Boots U264, die er am 19. November 1942 mit einer 4-Walzen-Enigma chiffrierte.
Vor der Verschlüsselung übertrug der Funker den Text in eine Kurzfassung, die er dann Buchstabe für Buchstabe als Chiffretext sendete. Dabei schrieb er auch Zahlen, Leerzeichen und Sonderzeichen um, da die Enigma nur Großbuchstaben von A bis Z verschlüsseln konnte.
Klartext
Kurztext
Klartext vor der Übertragung VON L OOKS F T 1 1 3 2 1 9 INHA LT BEI ANGRIFF UNTER ... vonv onjl ooks jhff ttte inse insd reiz woyy qnns neun inha ltxx beia ngri ffun terw asse rged ruec ktyw abos xlet zter gegn erst andn ulac htdr einu luhr marq uant onjo tane unac htse yhsd reiy zwoz wonu lgra dyac htsm ysto ssen achx ekns vier mbfa ellt ynnn nnno oovi erys icht eins null
Chiffretext nczw vusx pnym inhz xmqx sfwx wlkj ahsh nmco ccak uqpm kcsm hkse inju sblk iosx ckub hmll xcsj usrr dvko hulx wccb gvli yxeo ahxr hkkf vdre wezl xoba fgyu jquk grtv ukam eurb veks uhhv oyha bcjw makl fklm yfvn rizr vvrt kofd anjm olbg ffle oprg tflv rhow opbe kvwm uqfm pwpa rmfh agkx iibg
Der Chiffretext wurde am 2. Februar 2006 mit folgenden Parametern entschlüsselt:
Weitere Erklärung
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