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Versöhnung (engl.: reconciliation) ist ein theologischer und philosophischer Fachbegriff.

Er ist etymologisch verwandt mit Sühne und nicht mit Sohn, obwohl die Vorstellung einer Aussöhnung von Vater und Sohn naheliegt.

In der christlichen Theologie ist die durch die Sünde entstandene Kluft zwischen Gott und Mensch zu ver-sühnen. Das ist durch das Heilsgeschehen des Leidens und Auferstehens Jesu Christi zwar durchgeführt, muss aber im Glauben und in der Liebe nachvollzogen und angenommen werden. Versöhnung ist eng verknüpft mit der aus Beichte und Buße folgenden Absolution.

In Hegels Philosophie ist mit Versöhnung die Vermittlung gemeint, die am Ende der Dialektik die Widersprüche in einer Synthese aufhebt. Die Einheit von Begriff und Realität soll erreicht werden.

Besonders hervorzuheben ist der große jüdische Feiertag Jom Kippur, an dem - etwas verkürzt dargestellt - die Versöhnung mit dem Ewigen dadurch erreicht wird, dass wir uns mit einander versöhnen: Das reuevolle Eingeständnis von Sünden ist eine Bedingung zur Sühne. "Der Versöhnungstag befreit von Sünden gegen Gott, jedoch von Sünden gegen den Nächsten erst, nachdem die geschädigte Person um Verzeihung gebeten worden ist" heißt es im Talmud.

Literatur


  • Adrian Schenker, Otfried Hofius, Dietrich Korsch, Hans-Richard Reuter: Art. Versöhnung I. Altes Testament II. Neues Testament III. Theologiegeschichtlich und dogmatisch IV. Ethisch. In: Theologische Realenzyklopädie 35 (2003), S. 16-43 (theol. Überblick)

Siehe auch


Religionsphilosophie | Dialektik | Theologie | Konflikt | Ethische Haltung

Verzoening | Pokuta | reconciliation

 

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