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Das Vernichtungslager Treblinka beim Dorf Treblinka, Woiwodschaft Masowien, war das zuletzt errichtete und größte nationalsozialistische Vernichtungslager der Aktion Reinhardt im Generalgouvernement (Polen).

Geschichte


Den Baubefehl zur Errichtung des Vernichtungslagers Treblinka erteilte der "Reichsführer-SS" Heinrich Himmler, dem "SS- und Polizeiführer" im Distrikt Warschau, SS-Oberführer Arpad Wigand, in einer mündlichen Besprechung in Warschau am 17. April 1942.

Die zunächst drei Gaskammern mit einer Fläche von 48 m² wurden von Spezialisten der Aktion T4 nach dem Muster des Vernichtungslagers Sobibor eingerichtet. Am 22. Juli 1942 begann die „Große Aussiedlung“ aus dem Warschauer Ghetto und den östlichen Teilen des Distrikts Warschau in das Vernichtungslager Treblinka (Treblinka I). Zwischen August und Oktober 1942 wurden zehn weitere Gaskammern von insgesamt 320 m² errichtet. Damit konnten Insassen von 20 Eisenbahnwaggons gleichzeitig vernichtet werden.

Lagerpersonal


Alle vier Lagerleiter Treblinkas hatten von Anfang an leitende Funktionen innerhalb der "Euthanasie" im Rahmen der Aktion T4 ausgeübt. Erster Lagerleiter war von Mai bis September 1942 der Arzt Irmfried Eberl. An seine Stelle trat Kriminalsekretär Franz Stangl (September 1942 - August 1943). Kriminalsekretär Ernst Schemmel vertrat Stangl während seines Urlaubs Ende September/Anfang Oktober 1942 für einige Wochen. Letzter Lagerleiter wurde SS-Untersturmführer der Waffen-SS Kurt Franz.

Aufstand


Nach einem Aufstand im Lager am 2. August 1943, in dessen Verlauf einige Häftlinge entkamen, wurden die Insassen ins Lager Sobibor verbracht. Das Lager Treblinka II wurde abgerissen.

Opferzahl


Im Jahr 2000 wurde eine Gesamtstatistik des "Einsatzes Reinhardt" für 1942 aufgefunden, aufgestellt von SS-Sturmbannführer Hermann Höfle. Demnach wurden in Treblinka bis Ende des Jahres 1942 genau 713.555 Juden ermordet. Das entspräche 56 % aller in diesem Jahr in den angeführten vier "Reinhardt"-Vernichtungslagern ermordeten Juden. Die geschätzte Gesamtzahl der Opfer Treblinkas dürfte 1.000.000 übertroffen haben.

Arbeitslager Treblinka I


Wenige Kilometer vom Vernichtungslager Treblinka II befand sich von Dezember 1941 bis Juli 1944 in einer Kiesgrube das Zwangsarbeitslager Treblinka I. Es diente der Einweisung von Personen, die "gegen ein von einer deutschen Behörde des Generalgouvernements erlassenes Verbot oder Gebot" verstoßen haben sollten. Als Haftdauer waren 2-6 Monate vorgesehen, jedoch überlebten mehr als Zweidrittel aller Gefangenen nicht.

Gedenkstätten


Auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers befindet sich seit 1964 ein Mahnmal. An der Stelle der früheren Gaskammern steht ein großer Turm aus Granitquadern, den etwa 17.000 Granitsteine umgeben, auf denen Inschriften die Länder und Orte nennen, aus denen Juden in Treblinka starben. Sandsteinblöcke weisen den Weg zum Lager Treblinka I (ebenfalls mit Gedenkstätte).

Literatur


  • Yitzhak Arad: Belzec, Sobibor, Treblinka. The Operation Reinhard Death Camps, Bloomington and Indianapolis 1987, ISBN 0253342937.
  • Adalbert Rückerl (Hg.): Nationalsozialistische Vernichtungslager im Spiegel deutscher Strafprozesse. Belzec, Sobibor, Treblinka, Chelmno, München 1977, ISBN 3423029048.
  • Peter Witte and Stephen Tyas: A New Document on the Deportation and Murder of Jews during "Einsatz Reinhardt" 1942. In: Holocaust and Genocide Studies, Vol. 15, No. 3, Winter 2001, ISBN 0199225060.
  • Richard Glazar: Die Falle mit dem grünen Zaun. Überleben in Treblinka, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3596107644.

Siehe auch


Weblinks


Holocaust | Vernichtungslager | Polnische Geschichte

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