Sobibór war ein deutsches Vernichtungslager im südöstlichen Polen. Zwischen Mai 1942 bis Sommer 1943 ermordeten Deutsche dort etwa 250.000 Juden. Das Lager entstand im Rahmen der Aktion Reinhardt als Ergänzung zum Vernichtungslager Belzec.
Das Vernichtungslager ähnelte in vielen Bereichen der Anlage in Belzec. Der Kommandant Franz Stangl war vorher dort Kommandat gewesen und übertrug die dort übliche Technik der Vernichtung. Die Juden wurden in Sobibór in Gaskammern ermordet, Ende 1942/1943 erreichte das Lager eine "Kapazität" von etwa 1.300 Opfern pro Vergasung. Neben Juden aus ganz Europa befanden sich auch einige Sinti und Roma sowie nichtjüdische Polen unter den Opfern.
Der Grundriss des Lagers spiegelt die typische Systematik der industrialisierten Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg wieder. Die Juden wurden gleich nach ihrer Ankunft unter dem Vorwand, sie sollten duschen, durch den "Schlauch" - einen etwa zweihundert Meter langen von Elektrozäunen begrenzten und mit Zweigen getarnten Gang - in die Gaskammern geführt. Daraufhin leitete das Personal die kohlenmonoxydhaltigen Abgase eines Dieselmotors in die Kammern. Die Opfer wurden zunächst in die unmittelbar anschließenden Massengräber im Wald geworfen, ab Sommer 1942 verbrannt. Aus den Transporten wählte die Besatzung die etwa 600 bis 1.000 "Arbeits-Juden" aus, die die Lagerarbeiten erledigen mussten, bevor sie endgültig ermordet wurden.
Betrieben wurde das Lager von etwa 30 Angehörigen der Aktion T4 und ungefähr 100 Trawnikis, sowjetischen Kriegsgefangenen ukrainischer Herkunft.
Ab Juli 1943 sollte das Lager in ein Konzentrationslager umgewandelt werden. Nach einem Aufstand am 14. Oktober 1943 wurde es endgültig geschlossen. Beim Aufstand rebellierten jüdische Kriegsgefangene aus Weißrussland. 300 Gefangene konnten fliehen, von ihnen erlebten jedoch nur 47 das Kriegsende. Im Rahmen der Kämpfe starben auch neun SS-Männer und zwei volksdeutsche Trawniki-Wachmänner. Die SS ermordete sämtliche Lagergefangenen, die nicht fliehen konnten.
Nachdem das Lager endgültig geschlossen wurde, versuchte die SS, die Spuren der Verbrechen zu vertuschen. Unter anderem errichtete sie dafür einen unverdächtig aussehenden Bauernhof und pflanzte zahlreiche Bäume auf dem ehemaligen Gelände des Vernichtungslagers.
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