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Ein Verkehrsstau (Kurzform: Stau) ist eine nur langsam oder gar nicht fahrende Ansammlung von Fahrzeugen in einer langen Reihe auf einer Straße.
Staus entstehen wenn der Durchsatz eines Straßenabschnitts geringer ist als die Verkehrsstärke. Bei hoher Verkehrsdichte kann auch ohne direkt erkennbaren Grund ein Stau aus dem Nichts entstehen.
Ein Stau führt in der Regel schnell zur Frustration der Betroffenen. Es gab aber auch Zeitungsmeldungen, denen zufolge ein erheblicher Teil aller Deutschen gerne im Stau steht; für viele Familien scheint die Teilnahme am mühelos vorhersehbaren Hin- und Rückreisestau fest zum Ferienritual zu gehören.
Stauentstehung
Für die Stauentstehung gibt es im wesendlichen drei Ursachen: Geringere Durchsatz, höheres Verkehrsaufkommen und menschliche Stauverhalten.
Geringerer Durchsatz
Gründe für verringerten Durchsatz sind
Höhere Verkehrsstärke
Ein hohes Verkehrsaufkommen tritt auf durch
Menschliche Stauverhalten
In einen Experiment
* der Universität Köln unter Dr. Andreas Schadschneider zeigte sich, dass Staus durch menschliches Fehlverhalten auch "aus dem Nichts" entstehen können. Bei der Untersuchung traten drei menschliche Fehlerursachen zutage: Zu dichtes Auffahren, was ein abruptes Abbremsen des ersten und aller folgenden Autos auslösen kann, zu schnelles Aufschließen und dadurch bedingtes ebensoschnelles Abbremsen und eine geistige Unterforderung in zähfließendem Verkehr ständig einen ausreichenden Abstand einzuhalten, weil die Autofahrer mit ihren Gedanken abschweifen.
Die Fahrer, die zu Anfang den Stau verursachen, erleben dabei die Folgen ihres kurzsichtigen Handelns nicht, weil der Stau meist erst eine ganze Reihe Fahrzeuge hinter dem Verursacher beginnt. Der Stauverursacher erhält damit keine unmittelbare Rückmeldung und kann sein Verhalten nicht in Frage stellen.
Stau-Erkennung
Visuelle Beobachtung
Über freiwillige Staumelder, Polizeistreifen, Kameras, Flugzeuge werden Straßen und Verkehrsknotenpunkte visuell beobachtet.
Stationäre Erfassungs-System
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Mittels fest montierten Sensoren an der
Autobahn wird der Verkehrsflusses objektiv gemessen. Hierbei wird nur die linke Fahrspur überwacht, da über die Parameter Abstand und Geschwindigkeit auf der linken Spur auf die Verkehrsdichte der anderen Spuren geschlossen werden kann. Auf deutschen Autobahnen befindet sich im Schnitt alle 4 Kilometern ein Sensor, so dass hier insgesamt ca. 4000 Sensoren im Einsatz sind.
Floating Car Data-Verfahren
Bei diesem Verfahren messen in Fahrzeugen eingebaute Geräte die individuelle Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Dieses kann zum Beispiel ein einfaches Navigationssystem sein, das über
UMTS auch selber aktuelle Verkehrsdaten abruft. Theoretisch reicht hierfür bereits ein eingeschaltetes
Mobiltelefon, das im Fahrzeug mitgeführt wird. Jedoch gibt es bezüglich der Nutzung dieser Daten datenschutzrechtliche Bedenken.
Das über diese mobilen Sensoren ermittelte Datenbild ist nicht auf Hauptverkehrsstraßen beschränkt und bietet ein hochaktuelles Bild des aktuellen Verkehrsgeschehens.
Staumeldung
Verkehrszeichen
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Vor staugefährdeten Straßen-Abschnitten wird durch das
Zeichen 124 (rotes Dreieck, weißer Grund, drei Kraftfahrzeuge hintereinander) gewarnt.
Radio
Staumeldungen werden im
Verkehrsfunk vorgelesen und über
TMC im nichthörbaren Bereich des UKW-Signals in digitaler Form gesendet. Allerdings ist der TMC-Bereich sehr schmal, so dass sämtliche Meldungen nur etwa alle fünfzehn Minuten übertragen werden. Da es außerdem häufig vorkommt, dass ein Empfänger eine Meldung verpasst, kann der Empfang der TMC-Meldung sich erheblich verzögern.
Internet
Staumeldungen werden von verschiedenen Anbietern im Internet veröffentlicht.
Mobiltelefon
Staumeldungen können individuell über das
Mobiltelefon abgefragt werden. Hierzu wird die Position des Anrufer automatisch lokalisiert und weitere Information zur Fahrtroute abgefragt.
Verhalten im Verkehrsstau
Da ein Stau neben Verzögerungen auch ein Risiko für Unfälle birgt, gibt es vom
ADAC und anderen Interessengruppen Hinweise zum Verhalten in einem Stau.
- Man soll auf der Autobahn die Warnblinkanlage einschalten und den Verkehr beobachten.
- Es wird empfohlen, langsam zu bremsen, um ein Auffahren des rückwärtigen Fahrzeugs zu vermeiden.
- Man soll beim "Auffahren" auf den Stau genügend Sicherheitsabstand einhalten.
- Bei einem stillstehendem Stau soll der Motor abgestellt werden. In einem Tunnel erhält dies den Sauerstoffgehalt der Luft.
Besonders gefährlich ist ein Abbremsen an der Unfallstelle, etwa um die Rettungsmaßnahmen anzugucken, da erstens der Verkehrsfluss behindert wird und es zweitens zu Auffahrunfällen kommen kann, da auch die übrigen Fahrer ihre Aufmerksamkeit auf die Rettungsmaßnahmen richten könnten.
Man muss per Gesetz eine Rettungsgasse freilassen, bei dreispurigen Fahrbahnen zwischen der zweiten und dritten Spur von außen.
Siehe auch
Weblinks
Straßenverkehr
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