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Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE) sind groß angelegte Bauprojekte für Verkehrsverbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland, von denen sich unmittelbar positive Auswirkungen auch auf die Regionalplanung und Infrastruktur auf dem Gebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze versprochen wurden (siehe auch Zonenrandgebiet). Aufgelegt wurden die Programme nach der deutschen Wiedervereinigung Anfang der 1990er Jahre.

Auf Grund ihrer finanziellen wie baulichen Dimensionen sind einige der Projekte nach wie vor umstritten.

Überblick


Im Jahr 2002 gab es 17 Verkehrsprojekte mit der Bezeichnung Deutsche Einheit. Die veranschlagten Gesamtkosten betragen 35,8 Milliarden Euro, davon wurden bis 2002 insgesamt 21,85 Milliarden Euro ausgegeben.

Schiene


Es sind insgesamt neun Schienenbauprojekte mit Gesamtkosten von ca. 18 Milliarden Euro vorgesehen, davon wurden bis zum Jahr 2002 etwa 11,8 Milliarden Euro verbaut.

Die Verkehrsprojekte sind im einzelnen:

VDE Nr. 1 Lübeck - Rostock - Stralsund Bauzeit 1994 - 2002

VDE Nr. 2 Bis 1997 wurde die Strecke Hamburg - Berlin. grundlegend saniert, elektrifiziert und für eine Streckengeschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut, was eine Fahrzeit, wie bei dem Fliegenden Hamburger, von 2 Stunden 17 Minuten ermöglichte. Da die Transrapidverbindung zwischen den beiden Städten nicht zur Realisierung kam, wurde ab 2001 ersatzweise die Eisenbahnstrecke für eine Streckengeschwindigkeit von 230 km/h ausgebaut. Dies ermöglichte eine Verringerung der Fahrzeit auf 90 Minuten, Fertigstellung war im Dezember 2004

VDE Nr. 3 Neu- und Ausbau des Lückenschlusses der Amerikalinie zwischen Uelzen - Salzwedel, Fertigstellung im Dezember 1999.

VDE Nr. 4 Aus- und Neubau der Strecke Hannover - Berlin über Stendal, 1998 abgeschlossen.

VDE Nr. 5 Ausbau der Strecke Helmstedt - Magdeburg - Berlin, 1995 abgeschlossen.

VDE Nr. 6 Lückenschluss und Ausbau der Strecke Eichenberg - Halle, 1994 abgeschlossen.

VDE Nr. 7 Ausbau der Strecke Bebra - Erfurt, 1995 abgeschlossen.

VDE Nr. 8 ist Teil der ICE-Verbindung von Berlin über Halle, Leipzig, Erfurt, Nürnberg und Ingolstadt nach München.

Die Ausbaustrecke Nürnberg-Ebensfeld ist 85 km und die Neubaustrecke Ebensfeld - Erfurt 107 km lang (VDE Nr. 8.1). Von der Neubaustrecke sind, ausgehend von Erfurt bis Ilmenau ungefähr 35 km Trasse fertiggestellt, der Rest soll bis 2020 folgen. Von der 123 km langen Neubaustrecke Erfurt - Leipzig/Halle (VDE Nr. 8.2) ist der 23 km lange Teilabschnitt Gröbers - Leipzig in Nutzung, der Rest soll bis 2015 fertig sein. Die Ausbaustrecke Berlin - Leipzig/Halle (VDE Nr. 8.3) wurde 2006 vollständig mit der Fertigstellung des Lehrter Bahnhofs in Betrieb genommen.

Der südliche Abschnitt, die Neubaustrecke/Ausbaustrecke Nürnberg - Ingolstadt - München ist kein VDE-Projekt. Die Strecke verläuft von Nürnberg bis Ingolstadt parallel zur Autobahn A 9 und ist im Juni 2006 in Betrieb genommen worden.

VDE Nr. 9 Ausbau der Leipzig-Dresdner Eisenbahn. Begonnen 1993, Fertigstellung voraussichtlich 2010

Autobahnen


Insgesamt sind sieben Straßenbauprojekte mit 15,4 Milliarden Euro geplant bzw. im Bau. Die Betreuung der Projekte erfolgt in den neuen Bundesländern durch die neu gegründete DEGES.

VDE Nr. 10: Neubau der Ostseeautobahn A 20 zwischen Lübeck und Stettin (Kreuz Uckermark) über Rostock.

VDE Nr. 11: Ausbau der Autobahn A 2 zwischen Hannover und Berlin.

VDE Nr. 12: Ausbau der Autobahn A 9 zwischen Berlin und Nürnberg.

VDE Nr. 13: Neubau der Südharzautobahn A 38 zwischen Göttingen und Halle.

VDE Nr. 14: Neubau der Autobahn A 14 zwischen Magdeburg und Halle.

VDE Nr. 15: Ausbau der Autobahn A 4 zwischen Eisenach und Dresden.

VDE Nr. 16: Neubau der Thüringerwaldautobahn A 71 zwischen Schweinfurt und Erfurt sowie der A 73 von Suhl nach Lichtenfels.

Wasserwege


Einziges Wasserstraßenprojekt, VDE Nr. 17: Bundeswasserstraßenverbindung Rühen - Magdeburg - Berlin. Dieses impliziert das Wasserstraßenkreuz Magdeburg und einen Ausbau der Havel. Angepeiltes Volumen 2,3 Milliarden Euro.

Dieses Projekt war bei Umweltgruppen heftig umstritten. Laut Bundesverkehrswegeplan von 1992 sollte der Ausbau auf 280 Kilometer Wasserweg eine Wassertiefe von vier Metern und eine Breite von 42 bis 70 Metern in Kurven erfolgen. Das gefährdete nach Kritikermeinung die Flusslandschaft der Havel und Kulturerbe in Berlin und Potsdam.

Nach Verhandlungen wurde das Budget für den Abschnitt "Südtrasse" von 706 Mio. DM auf 352 Mio. DM zurückgefahren. Auf die ursprünglich vorgesehene Kapazität für Großmotorgüterschiffe (Großes Rheinschiff, 110 Meter Länge) und Großschubverbände (185 Meter Länge) wurde verzichtet. Damit entspricht dieser Teil der Wasserstraße der Klasse IV.

Verkehr (Deutschland)

 

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