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Der Verein Deutsche Sprache e. V. (VDS) ist der mitgliederstärkste Sprachverein Europas. Er wurde am 12. November 1997 von 7 Gleichgesinnten gegründet und zählt heute mehr als 25.000 Mitglieder in über 70 Ländern. Sein Hauptsitz ist Dortmund. Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins ist der Dortmunder Wirtschafts- und Sozialstatistik-Professor Walter Krämer.

Geschichte und Vereinsziel


Der Verein wurde zunächst als Verein zur Rettung der deutschen Sprache e.V. gegründet und kurz darauf umbenannt in Verein zur Wahrung der deutschen Sprache (VWDS). Später erhielt der VWDS den Zweitnamen „Bürger für die Erhaltung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt Europas“, der heute noch geführt wird. Der VWDS fusionierte mit anderen deutschen Sprachvereinen gleicher Zielsetzung und änderte mit der Umbenennung in Verein Deutsche Sprache e.V. den Vereinsnamen nochmals.

Der Verein verfolgt hauptsächlich das Ziel, die Freude an der deutschen Sprache zu fördern und der Anglisierung der deutschen Sprache entgegenzutreten, die er in der „übermäßigen Verwendung von unnötigen Anglizismen“ ausmacht. Er will „die Menschen in den deutschsprachigen Ländern und Regionen an den Wert und die Schönheit ihrer Muttersprache erinnern“.

Im Streit um die Rechtschreibreform nimmt der VDS eine neutrale Stellung ein. Der Verein ist parteipolitisch ungebunden. In seinen Reihen gibt es Mitglieder aus allen demokratischen Parteien.

Mitgliederstruktur und Organisation


Vds_togo.jpg Die über 25.000 Mitglieder (2005), darunter 8.000 ausländische, kommen aus allen Bevölkerungsschichten; in der Führungsebene dominieren Angehörige akademischer und universitärer Berufe. Unter den Mitgliedern des Vereins befinden sich auch zahlreiche Prominente, mit denen der Verein auf Plakaten für sein Anliegen wirbt, beispielsweise Bastian Sick (Zwiebelfisch) und Antje Vollmer. Als erste Stadt ist 2005 Mühlhausen/Thüringen dem Verein beigetreten. Verbände können dem Verein als korporative Mitglieder beitreten.

Der Verein unterhält Arbeitskreise zu zahlreichen sprachpolitischen Themen und ist in selbstständigen Regionalgruppen organisiert, die in ganz Deutschland sowie in weiten Teilen der Welt das Anliegen des Vereins regional vertreten, sowie über in der Region gewählte Delegierte in einer jährlich ausgerichteten Delegiertenversammlung die Vereinspolitik mitbestimmen. Der Verein ist auf allen Kontinenten im Ausland vertreten, jedoch nicht in Österreich und der Schweiz, wo es traditionsreiche Vereine mit ähnlichem Anliegen gibt. Die Zusammenarbeit mit den anderen deutschsprachigen Ländern und Regionen erfolgt über das „Netzwerk Deutsche Sprache“, dem zum Beispiel der Verein „Muttersprache“ in Wien, die Interessengemeinschaft Muttersprache in Österreich, der Sprachkreis Deutsch in der Schweiz und der Arbeitskreis Muttersprache in Südtirol angehören.

Der Verein Deutsche Sprache gibt unter anderem die vierteljährlich erscheinende Vereinszeitung Sprachnachrichten heraus, die eine Auflage von etwa 30.000 Exemplaren hat. Dem Verein nahestehend ist der Fachverlag für Betriebslinguistik und Sprachkultur.

Wissenschaftlicher Beirat


In sprachwissenschaftlichen Fragen steht dem Verein ein 1999 gegründeter Wissenschaftlicher Beirat zur Seite, dem z. B. Ulrich Knoop von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Helmut Glück von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Wolfram Wilss von der Universität des Saarlandes in Saarbrücken angehören.

Initiativen


Der Verein setzt sich vor allem gegen den übertriebenen Gebrauch von Anglizismen im Deutschen und gegen Denglisch ein. Er gibt eine Liste heraus, die zu einzelnen Anglizismen jeweils alternative Ausdrücke in der deutschen Sprache aufzeigen will und verleiht jeden Monat den Titel „Sprachhunzer des Monats“ sowie einmal jährlich den Titel „Sprachpanscher des Jahres“ an Unternehmen, die im öffentlichen Sprachgebrauch, häufig in der Werbung, Anglizismen verwenden. Seit 2001 ruft der Verein jährlich den Tag der deutschen Sprache aus.

Gemeinsam mit der Eberhard-Schöck-Stiftung verleiht der Verein Deutsche Sprache seit 2001 jährlich den Kulturpreis Deutsche Sprache. Auf Betreiben des Vereins wurde 2001 die Stiftung Deutsche Sprache gegründet, deren Sprachberatung bei der Eindeutschung von Anglizismen behilflich ist.

Kritik


Aus Sicht der Sprachwissenschaft handelt es sich bei den vom Verein Deutsche Sprache kritisierten Erscheinungen fast durchweg um Phänomene des Sprachwandels. Sprachwandel hat die Form der Sprache, wie wir sie heute kennen, geprägt; über viele Jahrhunderte war die Regulierung der Sprache durch normative Institutionen ein Randphänomen, Sprache entwickelte sich weitgehend eigengesetzlich. Dabei spielten die Gesetze des Sprachwandels und die Kommunikationsökonomie (Produktions- und Rezeptionsökonomie, d. h. ein möglichst geringer Aufwand für den Sprecher und für den Hörer) eine Rolle, aber auch soziale Aspekte. So wurden Sprachen immer wieder dadurch verändert, dass andere Sprachen ein hohes Sozialprestige genossen; beim Deutschen geschah das zuletzt im 18. und 19. Jahrhundert durch das Französische, wodurch zahlreiche Lehnwörter ins Deutsche kamen.

Im 20. Jahrhundert hat das Englische diese Rolle des Französischen übernommen, insbesondere nach 1945. Durch die allgemeine Verbreitung über die Massenmedien werden allerdings wesentlich mehr und breitere Bevölkerungsschichten erreicht als in den Jahrhunderten zuvor. Dies hat dazu geführt, dass die derzeitige Entwicklung der Fachsprachen im Deutschen zumal von nicht-sprachwissenschaftlicher Seite häufig als problematisch angesehen wird, da in vielen modernen Kommunikationsbereichen die Entwicklung des deutschen Wortschatzes nur noch eingeschränkt mit eigensprachlichen Mitteln stattfindet.

Literatur


Weblinks


Siehe auch:

Sprachverein | Dortmund | Deutsche Sprache

 

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