Verachtung bedeutet, jemanden oder etwas nachdrücklich als schlecht oder minderwertig anzusehen, zu verschmähen oder als abscheulich einzuschätzen. Es ist das Gegenteil der Achtung.
Das Wort stammt vom mittelhochdeutschen verahten.
Die Signalisierung von Achtung und Verachtung in der Interaktion – nicht notwendig ihre Bedeutung – tritt hingegen in „Schuldkulturen“ zurück, wo es nicht darum geht, dass ein Verachteter neue Ehre einlege, sondern darum, dass ein Sünder seine Schuld sühne.
Die Verachtung der „unehrlichen Berufe“ ist ein Exklusionsmerkmal der Ständegesellschaft. Jedoch trägt es bis heute zur Missachtung von Berufen bei, wenn deren Vertreter in Ausübung ihrer Tätigkeiten von anderen Anwesenden habituell oft behandelt werden, als ob „sie Luft seien“, z. B. Zofen, Kellner, Reinigungspersonal, Bodyguards.
In sehr pluralistischen, von Massenmedien geprägten Gesellschaften, in denen man sich schämt, Scham zu zeigen, stößt „Verachtung“ vielenorts auf verachtungsvolles Unverständnis, ähnlich wie Ehrgefühl. Doch tritt sie auch hier auf, z. B. in peer groups von Jugendlichen, in der Familie oder im Wissenschaftsbetrieb. Empirisch ermittelte Verachtung von Eheleuten untereinander erlaubt z. B. eine sehr verlässliche Prognose der Scheidung.
Vgl. auch „Proll“, „Schlampe“, „Loser“ u. a.
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"Verachtung".
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