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Velosolex_1.jpg Vélosolex ist ein französisches Moped (Fahrrad mit Hilfsmotor), Mofa, des französischen Vergaserherstellers Solex, das von 1946 bis 1988 in Serie produziert wurde - und weltweit in Lizenz hergestellt wurde und wird.

Bei fast allen Modellen wird das Vorderrad über eine Reibrolle angetrieben. Der Zweitakt-Motor des meist verbreiteten Modells 3800 mit Gemischschmierung mindestens 1:25 und ca. 49 ccm ist klappbar an der Gabel befestigt und erreicht ungedrosselt max. 34 km/h.

Das Fahrzeug/Moped/Mofa hat, trotz seines eigenwilligen Aussehens, eine große Fangemeinde und kam so auf rund 8 Millionen produzierte Fahrzeuge, was wohl auf seine Robustheit, den extrem geringen Benzinverbrauch (um die 1,4 Liter "Normal-Mischung"/100 km), sein geringes Gewicht von nur 28 kg und auf den relativ geringen Anschaffungspreis zurückzuführen ist: die letzten Serienexemplare in Deutschland kosteten 798,- DM zu einer Zeit, als vergleichsweise Mofas deutscher Hersteller schon über 1.500 DM kosteten.

Anfang der siebziger Jahre kam die bis dato eigenständige Marke Velosolex an Motobecane. Nachdem Motobecane 1983 von Yamaha übernommen wurde und die Verkaufszahlen zurückgingen, wurde die Produktion in Frankreich am 9. November 1988 eingestellt. In Ungarn begann ab 1992 die Produktion von Neufahrzeugen auf den alten Fertigungsanlagen, die jedoch im Jahre 2002 endete.

Anfang 2005 nahm dann mit finanzieller Unterstützung des französischen Staates und der Europäischen Union die Firma Mopex in Frankreich die Produktion wieder auf: Unter dem Namen Black´n Roll wird der Typ S 4800 D mit Katalysator und weiteren Modifizierungen montiert und auch nach Deutschland geliefert. Die Namensrechte für Velosolex liegen bei der Pariser Cible-Gruppe, die ihrerseits eine Neuinterpretation plant: Das eSolex.

Trivia


Aufgrund der Motor-Anbringung über dem Vorderrad erhielt das Velosolex auch den spaßigen Beinamen "Nasenwärmer-Moped" oder auch "Maria-Hilf-Motor", da dieses Fahrzeug lange Zeit von einigen Klöstern als "Dienstfahrzeuge" genutzt wurden. Der Grund war die Position des Motors, welcher im Gegensatz zu den Mofas klassischer Bauart die Verschmutzung der Kutte verhinderte. Bei nassen Straßenverhältnissen oder abgefahrenem Vorderreifen gab es auch mal Probleme mit der rutschig werdenden Reibrolle.

Bis heute werden mit Velosolex-Maschinen Rennen gefahren, bei denen es neben dem Erfolg, schnell zu sein, auch um die Geselligkeit und das Vorführen der Bastelkunst geht. Für Rennzwecke sollen Velosolex schon mit mehr als 15 PS ausgerüstet worden sein. Meist sind die Renn-Maschinen bis auf den nackten Rahmen heruntergestrippt. Auch werden die Rennmaschinen nicht selten von ihren Fahrern in schrägem Kleider-Outfit bewegt: von der römisch (anfangs) weißen Senatoren-Tunika mit Caesars grünem Lorbeerkranz bis hin zum Germanen oder Wikinger im Bärenfell mit Kuhhornhelm scheint bei Velosolex-Rennen alles erlaubt, was Spaß macht. In den Niederlanden haben diese Jux-Rennen eine lange Tradition, zumal dort Velo Solex Fahrzeuge lange Zeit in Lizenz gefertigt wurden (v.d.Heem Solex). Wegen des fehlenden Kettenantriebes werden z. B. selbstgebaute römische Streitwagen mit einer kompletten Vordergabel der VeloSolex gebaut und können problemlos gefahren werden, allerdings dann nicht mit offizieller Strassenzulassung.

Es wurden im Laufe der vielen Produktionsjahre auch Derivate entwickelt und gebaut, beispielsweise eine faltbare Solex(PliSolex) oder sogar ein Modell mit Kardanantrieb, bei dem allerdings der Solex Motor nicht mehr auf dem Vorderrad montiert war.

Die Ur-Solex hat alle "Nachfolger" bis heute überdauert.

Museum


In Colijnsplaat (Niederlande, Südholland, Noord Beverland) befindet sich ein Velosolex-Museum.

Weblinks


Fahrradtyp | Kraftrad

Vélosolex | Solex

 

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