Die ehemals selbständige und aus der Herrschaft Hardenberg im Bergischen Land hervorgegangene Stadt Neviges ist seit dem 1. Januar 1975 ein Stadtteil von Velbert im Kreis Mettmann im Land Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik Deutschland.
Neviges hat 20.454 Einwohner (31. Dezember 2002).
Die Ortschaft liegt in Niederberg im Bergischen Land zwischen den nächstgelegenen Großstädten Wuppertal, Essen und Düsseldorf im Tal des Hardenberger Bachs.
Das Nevigeser Wappen zeigt einen Turm des Schloss Hardenberg mit dem Wappen der Herren von Hardenberg. Das angedeutete Gewässer darunter bezieht sich heraldisch auf den für Neviges namensgebenden Hardenberger Bach.
Zum Ortsgebiet gehören damals 13 Bauerschaften. Bereits 1354 wird die Herrschaft jedoch von ihrem damaligen Inhaber, dem Ritter Heinrich von Hardenberg, aus finanziellen Gründen an den Grafen Gerhard von Jülich-Berg und Ravensberg verkauft. Nach 142 Jahren, während derer Hardenberg von bergischen Amtleuten verwaltet wurde, geht Neviges 1496 als erbliches Lehen an Bertram von Lützerode über.
Als Unterherrschaft bewahrt sich der Ort eine gewisse Selbständigkeit; Steuer- und Gerichtshoheit verbleiben etwa bis 1806 in Hardenberg. Ähnliches kommt auch in einer stärkeren Unabhängigkeit gegenüber den Landesherren zum Ausdruck, die sich unter anderem darin zeigt, dass sich die Nevigeser bereits 1551 das Recht erkaufen können, ohne Einspruch der Herrschaft zu heiraten. 1573 konnten sie zudem die Ablösung von Hand- und Spanndiensten, 1615 die Einschränkung der Wachtdienste erwerben.
Im Gefolge der Reformation wird Neviges 1589 zum Tagungsort der ersten Bergischen Synode. Der damalige Inhaber der Herrschaft Wilhelm von Bernsau und seine Nachfolger werden bis zu ihrer Rückkehr zum Katholizismus im Jahre 1649 zu Schutzherren der Reformation.
Auf eine angebliche Marienerscheinung des Dorstener Franziskanermönches Antonius Schirley geht die Stellung von Neviges als Wallfahrtsort zurück. Als der Fürstbischof von Paderborn und Münster, Ferdinand von Fürstenberg, nach schwerer Krankheit unerwartet seine Gesundheit wiedererlangt, unternimmt er zum Dank eine Pilgerfahrt nach Neviges und finanziert auch die Fertigstellung des dort als Teil einer katholischen Gegenbewegung bereits im Bau befindlichen Franziskanerklosters. 1688 wurde die Pilgerfahrt durch den Kölner Generalvikar offiziell genehmigt. Durch Papst Klemens XII. wurde allen Hardenberg-Pilgern völliger Sündenablass versprochen.
Bereits 1847 beginnt in Neviges durch die Prinz-Wilhelm-Bahn zwischen (Essen-)Steele und (Wuppertal-)Vohwinkel das Zeitalter der Eisenbahn. Der alte, seit dem 27. April 2003 stillgelegte Bahnhof hat sich bis heute erhalten und steht unter Denkmalschutz. In der Folge der Industrialisierung wird 1861 von der Firma David Peters eine „Unterstützungskasse für Krankheit und Sterbefälle“ eingeführt, die heute noch als vorbildlicher Schritt zu einer betrieblichen Sozialabsicherung gilt.
1894 von seinem ursprünglichen Namen Hardenberg in Hardenberg-Neviges umbenannt, erhält die Ortschaft im Jahre 1922 Stadtrechte; dreizehn Jahre später erfolgt die endgültige Umbenennung in Neviges. Langenberg, ursprünglich Bestandteil des Gemeindeverbands, hatte sich bereits 1859 von Neviges getrennt.
1968 wird der von dem Architekten Gottfried Böhm als großes Zelt konzipierte Nevigeser Wallfahrtsdom fertiggestellt und erhält den Namen „Maria, Königin des Friedens“.
Im Rahmen der nordrheinwestfälischen Gemeindereform verliert Neviges 1975 seine Stadtrechte und wird mit den Nachbarorten Velbert und Langenberg zu einer Stadt vereinigt. Der bis dahin zur Stadt Neviges gehörende Ortsteil Dönberg fällt an Wuppertal.
In Neviges gibt es seit Jahrhunderten, für einen katholischen Wallfahrtsort ungewöhnlich, eine evangelische Mehrheit. Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Neviges trifft sich in der von einem Oval von Fachwerkhäusern umgebenen Stadtkirche und der im Ortsteil Siepen in den 60er Jahren erbauten Kirche. Ökumenisch sind u.a. das Sternsingen und das Pfarrgemeindefest.
Da Neviges heute Teil der Stadt Velbert ist, werden nur noch politische Entscheidungen auf niedrigster Ebene im Bezirksausschuss Neviges getroffen.
Im alten Rathaus der ehemaligen Stadt Neviges war bis 2005 eine Zweigstelle der Stadtverwaltung untergebracht.
Die Wirtschaft ist dominiert durch mittelständische Industriebetriebe, die u. a. in der Metallverarbeitung tätig sind.
Neviges ist seit 2003 durch eine zweigleisige S-Bahn-Linie, die auf der Strecke der historischen Prinz-Wilhelm-Eisenbahn verkehrt, an die Städte Essen im Norden und Wuppertal im Süden angebunden. Von den zwei behindertengerecht ausgestatteten Haltepunkten befindet sich einer im Zentrum und einer, Velbert-Rosenhügel, am südlichen Stadtrand. Die planmäßige Fahrtzeit vom Zentrum beträgt etwa 26 Minuten zum Essener Hauptbahnhof und 22 Minuten zum Hauptbahnhof Wuppertal.
Außerdem bestehen Buslinien nach Velbert, Langenberg, Wuppertal-Elberfeld und Wuppertal-Barmen. Die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 224n verbindet Neviges nicht nur mit Velbert-Mitte, sondern in Wuppertal-Sonnborn auch mit der Bundesautobahn 46.