Der Ausdruck Vaudeville bezeichnet eine traditionelle populäre Musiktheater-Darbietung in Frankreich, bzw. das US-Unterhaltungstheater Anfang des 20. Jahrhunderts. Er entstammt dem Franösischen. Möglicherweise aus Val de Vire (Tal der Vire, Normandie), wo Olivier Basselin um die Mitte des 15. Jahrhunderts lustige, in seiner Heimat viel gesungene Trinklieder dichtete. Eine andere Definition führt es auf „voix de ville“ (Stimme der Stadt) zurück.
Vaudeville bezeichnet
Je nach der mehr rein komischen oder mehr possenhaften Färbung unterscheidet man Drame-Vaudeville, Comedie-Vaudeville bzw. Folie-Vaudeville. In Paris bestanden Anfang des 20. Jh. mehrere Vaudevilletheater, z.B. das Gymnase, das Vaudeville, die Varietes, das Theatre du Palais - Royal u. a.
Epochemachend galt in der Vaudevilledichtung besonders Scribe, der in seiner Antrittsrede in der französischen Akademie 1836 die Berechtigung dieses Genres nachzuweisen suchte und die Pariser Bühnen reichlich mit Vaudevilles versorgte.
In Großbritannien nannte man diesen Theatermix eher „Music Hall“. Charlie Chaplin und Stan Laurel gingen aus dieser Theaterform hervor. Der Begriff „Vaudeville“ bekam dort einen eher anrüchigen Charakter durch das Einbeziehen von Stripshows und erotischen Tänzen (dies wurde dann wiederum in Amerika als „Burlesque“ bezeichnet).
Ein in Deutschland bekannter englischer Vaudeville-Künstler ist Freddie Frinton, dessen TV-Geschichte Dinner for One auf eine Vaudeville-Vorstellung zurückgeht. Das Vaudeville kennzeichnete in den USA auch die Einführung des so genannten „Big Business“ in die Welt der populären Unterhaltung. Verschiedene Vaudeville-Ketten kämpften um die Vorherrschaft auf dem Unterhaltungsmarkt. Sie legten ein genaues Regelwerk an, was in den Shows gezeigt werden durfte und was nicht, und sie engagierten Vollzeit-Künstler, die von einem Theater zum anderen reisten. Diese Ketten scheuten sich auch nicht, sich untereinander die besten Künstler abspenstig zu machen.
Diese Theaterform war handwerkliche Basis für die Stummfilmkomik.
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