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König Gustav II. Adolf von Schweden ließ 1625 das Kriegsschiff Vasa (deutsch auch Wasa) für den Schutz schwedischer Interessen gegen Polen während des 30jährigen Krieges bauen. Das lutherische Schweden wollte als aufsteigende Seegroßmacht den Import von Hanf zur Herstellung von Tauwerk für neue Schiffe aus dem zur damaligen Zeit unter Einfluss des katholischen Polens stehenden Baltikum sicherstellen. Neben religiösen und strategischen Gründen für den Krieg gab es auch persönliche: Gustav II. Adolf hatte den polnischen König, der sein eigener Vetter war, zuvor vom schwedischen Thron gejagt, den dieser nun hoffte zurückzuerobern.
Nachdem Gustav Adolf erfahren hatte, dass der Feind ein ähnlich großes Schiff bauen ließ, befahl er 1627, auf dem oberen Batteriedeck Kanonen desselben und damit größeren Kalibers wie auf dem unteren Batteriedeck zu installieren, um so die Feuerkraft weiter zu erhöhen. Ein schwerer Fehler: die gesamte Statik des Schiffes, die durch Ballaststeine im Rumpf kontrolliert wird, geriet außer Kontrolle. Durch den erhöhten Schwerpunkt lagen die Öffnungen für die unteren Kanonen bereits bei geringer Krängung (Schräglage) unterhalb der Wasserlinie.
Zum Zeitpunkt des Kenterunglücks waren die 300 Soldaten noch nicht an Bord gegangen.
Vermutete Ursache des Unterganges war und ist, dass das Schiff für die Art der Konstruktion viel zu wenig Ballast an Bord hatte und das Verhältnis von Wasserverdrängung, Tiefgang und Breite des Schiffes unausgewogen war. Die Konstruktion dieses Kolosses gab jedoch auch nicht mehr Platz für Ballast her, sodass es fraglich ist, ob dieses Schiff jemals hochseetauglich gewesen wäre. Moderne Berechnungen ergaben, dass das Schiff mit dem bestückten Gewicht einen breiteren Rumpf benötigt hätte - lediglich 15 Zentimeter mehr hätten den Schwerpunkt entscheidend verändernd. Die ursprüngliche Auslegung des Schiffes wurde bei Baufortschritt mehr und mehr erweitert - es wurde ein weiteres Deck und zusätzliche Kanonen verbaut, ohne die Schwerpunktverlagerung jedoch konstruktiv auszugleichen. Dadurch wurde das Schiff toplastig. Eine andere Theorie besagte, dass die Kanonen nicht gesichert waren. Ordentlich vertäute Kanonen, welche bei der Bergung um 1960 herum gefunden wurden, widerlegen dies.
Vom Herbst 1957 an spülten Taucher unter dessen Leitung zwei Jahre lang 6 Tunnel unter dem Schiff aus. Ende August 1959 vertäute man dann verschiedene Pontons über dem Wrack zusammen, zog Stahltrossen durch die sechs Tunnel und hob das Schiff an. Der hohe Schwefelanteil im Hafenwasser hatte das Holz des Schiffes konserviert, deshalb konnte die Vasa in gut erhaltenem Zustand geborgen werden. Dann brachte man die Vasa in 16 Etappen in seichtes Gewässer. Anschließend wurden der Schiffsrumpf und die Kanonenpforten unter Wasser von Tauchern abgedichtet. Am 24. April 1961 gelang dann die endgültige Hebung. Danach wurde das Schiff von Wasser und Schlamm befreit und zu der Insel Beckholmen in ein Trockendock geschleppt. Im Schlamm auf dem Schiffsboden fand man 13.000 Holzteile, 500 geschnitzte Figuren, 200 Ornamente, einige noch nicht geborgene Kanonen und 12.000 kleinere Gegenstände aus Holz, Textilien, Leder und Metall. Daneben fand man mehr als 4.000 Kupfermünzen aus der Regierungszeit Gustav Adolfs II. sowie 74 Silbermünzen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Zunächst wurde das Schiff in einem Leichtmetallbau untergebracht. Dort konnten der Schiffsrumpf und die Fundstücke in jahrelanger Kleinarbeit restauriert und konserviert werden. Durch die Oxidation des im Holz enthaltenen Schwefels entstand jedoch Schwefelsäure, die das Holz zersetzt.
Die Vasa war das erste schwedische Schiff mit zwei Kanonendecks. Diese Innovation wurde durch den König als Auftraggeber gefordert, da Geheimdienstberichte von einem dänischen Kriegsschiff mit zwei Decks berichteten. Nachdem der Kiel für die Vasa bereits gelegt war, wurde die Änderung der Pläne vorgenommen. Die Änderung (Aufstockung der Decks und der Bewaffnung) wurde aber hinsichtlich möglicher Nebeneffekte (verschlechterte Stabilität) nicht hinreichend abgesichert, was letztendlich zur Katastrophe führte. Das Machtgefälle zwischen Auftraggeber (König) und Projektleiter (Schiffbaumeister) spielte dabei eine wesentliche Rolle. Eine Verzögerung der Fertigstellung des Schiffes, wie sie zur Absicherung der Innovation notwendig gewesen wäre, hätte für den Schiffbaumeister gravierende Konsequenzen haben können.
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