Luftbild von Marklatz Warnsdorf.jpg | Wappen von Warnsdorf.png Varnsdorf (dt. Warnsdorf) ist eine Stadt mit 15.800 Einwohnern im Norden Tschechiens im Bezirk Děčín, Ústecký kraj. Sie liegt in 350 m üM im Böhmischen Niederland an der Mandau zwischen Seifhennersdorf und Großschönau. Die Stadt kann außerdem dem Schluckenauer Zipfel zugeordnet werden. Varnsdorf grenzt im Norden, Süden und Osten an Sachsen. Varnsdorf liegt an der Eisenbahnstrecke Zittau - Seifhennersdorf - Eibau und hat einen Grenzübergang in die sächsische Stadt Seifhennersdorf.
Im 18. Jahrhundert entwickelt sich in Warnsdorf, wie auch in der benachbarten Oberlausitz die Weberei. Es entstehen weitere Orte in der Umgebung:
Im Jahre 1849 vereinigten sich diese Dörfer mit Alt Warnsdorf zum mit 13.000 Einwohnern größten Dorf der k.k. Monarchie. 1868 erhielt der Ort, der nun auf 15.000 Einwohner angewachsen war und auch als Klein Manchester bezeichnet wurde, das Stadtrecht. 1914 lebten in Warnsdorf etwa 30.000 Einwohner. Bekanntestes Unternehmen waren die Kunert-Strumpfwerke.Nach dem ersten Vatikanischen Konzil (1870) wurde Warnsdorf für die Habsburgermonarchie zu einem Zentrum der neu entstehenden altkatholischen Kirche.
Durch die Weltwirtschaftskrise kommt es in Warnsdorf zu hoher Arbeitslosigkeit und Armut. Der Schmuggel wird für viele Einwohner zur Existenzgrundlage. Warnsdorf entwickelte sich vor dem 2. Weltkrieg zu einer Hochburg der sudetendeutschen Bewegung Konrad Henleins. Als Heinlein 1938 in Warnsdorf sprach, kamen 12.000 Zuhörer und es wurde das Standrecht ausgerufen. 1939 lebten in der Stadt 21.000 Einwohner. Am 22. Mai 1947 waren es 15.661 Bewohner.
Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde der Anteil der deutschen Bevölkerung, der sich nicht gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten ausgesprochen hat, 1945 enteignet und vertrieben.
Varnsdorf besitzt eine Reihe von Kulturdenkmälern. In der 1774 am Markt neu errichteten Kirche St. Peter und Paul erfolgte am 29. Juni 1830 die erste vollständige Aufführung von Ludwig van Beethovens Missa solemnis. 1872 wurde hier die erste altkatholische Gemeinde Österreich-Ungarns gegründet. Ein Kuriosum stellt die Borromäuskirche aus dem Jahre 1911 dar. Sie ist besser bekannt als die Kirche ohne Turm, da der Turmbau wegen Geldmangels abgebrochen werden musste. Auf dem 429m hohen Burgsberg (Hrádek) an der Landesgrenze bei Seifhennersdorf errichtete der Architekt Möller 1904 ein luxuriöses Ausflugsrestaurant. Dieses markante Objekt auf dem Hausberg von Warnsdorf und Seifhennersdorf verfiel nach 1945 immer mehr. In den letzten Jahren erfolgte durch einen grenzüberschreitenden Förderverein eine Sanierung des zur Ruine verkommenen Bauwerkes, das bereits zu einem großen Teil in seiner alten Schönheit wieder hergestellt werden konnte. In letzten Jahren ist die Behautung austelt, das der bisher unbekannte und lange gesuchte Autor der sogenannten Chronik des Dalimil wahrscheinlich der Johanniterfürst Heindrich von Warnsdorf (um 1265 - ca. 1346/47) ist, der Komtur der Zittauer Kommende wahr.
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