vario.jpg Ein Variometer (auch Vario, Steigmesser, engl. vertical velocity indicator (VVI), vertical speed indicator (VSI)) zeigt die Vertikalgeschwindigkeit eines Luftfahrzeuges an. Die Steig- und Sinkraten werden entweder in Fuß pro Minute (ft/min) (im geregelten Luftverkehr nach ICAO-Regeln) oder in Metern pro Sekunde (m/s) (in Segelflugzeugen, Hängegleitern, Gleitschirmen und Ballonen) angezeigt. Das Messgerät wertet die Änderung des Luftdrucks mit der Höhe aus.
Das Ausgleichsgefäß 1 dient der Vergrößerung des umschlossenen Lufvolumens und ist wärmeisoliert, um Störungen der Anzeige durch Temperatureinflüsse auszuschalten. Der Druck in diesem Gefäß und der damit verbundenen Kammer des Variometers wird über eine Kapillare mit Verzögerung an den statischen Außen-Druck angeglichen, während der Druck des Volumens 2 über der Membran ohne Verzögerung dem statischen Außendruck folgt (pneumatisches Differenzieren). Im Horizontalflug bei konstantem Außendruck ist der Druck auf beiden Seiten der Membran gleich, die Anzeige ist in der Neutralstellung (auf Null). Bei Steigflug stellt sich unterhalb der Membran ein höherer Druck als über der Membran ein: Der Überdruck im Ausgleichsgefäß (gegenüber dem fallenden Außendruck) wird über die Kapillare nur verzögert durch Abströmen von Luft nach außen abgebaut, während die Kammer 2 im Variometer ohne Verzögerung dem Außendruck folgt. Die Druckdifferenz verformt die Membran nach oben, was über das Getriebe eine „Steigt“-Anzeige (+) bewirkt.
Im Sinkflug herrscht im Augleichsgefäß wegen des verzögerten Druckausgleichs über die Kapillare ein Unterdruck gegenüber der Kammer oberhalb der Membran, was zu einer „Sinkt“-Anzeige (-) führt.
Die Luftdruckänderung, und damit der Unterschied zwischen dem statischen Druck und dem Druck im Ausgleichsgefäß, ist ein Maß für die Vertikalgeschwindigkeit.
Verbreitete Bauweisen sind das im Schema abgebildete Dosenvariometer (Membrandose) als robustes, aber träges Instrument mit großem Messbereich (bis ±10 m/s und mehr) und das Stauscheibenvariometer als schnelles Messgerät für geringe Steig- und Sinkraten.
In einer alternativen Bauart wird der Luftdruck mittels Drucksensor hochauflösend gemessen (elektronischer Höhenmesser) und das Signal entweder analog oder digital differenziert. Dieses Verfahren erfordert eine qualitativ hochwertige Sensorik und Auswertelektronik. Solche Variometer können zusätzlich auch noch eine Höheninformation zur Verfügung stellen. Außerdem werden sie oft noch mit einem elektronischen Fahrtmesser kombiniert.
Das Messsignal wird mit Hilfe von Zeigern, mit einer LCD oder auch akustisch angezeigt. Neuere Geräte können zudem noch mit einem GPS verknüpft werden. Das Variometer zusammen mit der Höheninformation, der Fahrtinformation und einer genauen Positionsbestimmung ermöglicht viele zusätzliche Funktionen, wie das Bestimmen der Streckengeschwindigkeit oder das Berechnen der erwarteten Ankunftshöhe (Endanflugrechner). Diese Geräte werden in vielen Varianten für Segelflieger, Gleitschirmpiloten, Hängegleiter und Ballonfahrer angeboten.
Kompensationsdüsen ermöglichen die Anzeige der Änderung der Totalenergie. Diese Düsen ziehen den Staudruck vom statischen Druck ab:
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