Vanillin ist der Hauptaromastoff der Vanille und ein naturidentischer Aromastoff. Im Jahr 1874 gelang dem Chemiker Dr. Wilhelm Haarmann zusammen mit Ferdinand Tiemann in Holzminden die Synthese von Vanillin aus dem Rindensaft von Fichten.
| Strukturformel | |
|---|---|
| Vanillin.png | |
| Allgemeines | |
| Name | Vanillin |
| Andere Namen | 4-Hydroxy-3-methoxy-benzaldehyd |
| Summenformel | C8H8O3 |
| CAS-Nummer | 121-33-5 |
| Kurzbeschreibung | weißer Feststoff |
| Eigenschaften | |
| Molmasse | 152,15 g/mol |
| Aggregatzustand | fest |
| Dichte | 1,056 g/cm³ |
| Schmelzpunkt | 82–83 °C |
| Siedepunkt | 285 °C |
| Dampfdruck | ? Pa (x °C) |
| Löslichkeit | gut in Ethanol, Ether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Essigsäure, schlecht in Wasser (10 g/L bei 20 °C) |
| Sicherheitshinweise | |
| R- und S-Sätze | keine |
| MAK | 6mg/m3 |
Ein Großteil des Vanillins wird aus den bei der Papierherstellung anfallenden Sulfitabfällen gewonnen. Die hierin enthaltene Ligninsulfonsäure wird bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck mit Oxidantien und Alkalien behandelt, wobei unter anderem Vanillin entsteht, das durch Extraktion, Destillation und Kristallisation gereinigt wird.
Alternativ stehen auch biotechnologische Methoden zur Verfügung. Vanillin kann beispielsweise durch Amycolatopsis- oder Streptomyces-Stämme aus Ferulasäure hergestellt werden. Die Ferulasäure kann ebenfalls biotechnologisch aus Eugenol hergestellt werden (Pseudomonas-Stämme; Fed-Batch-Verfahren, da Eugenol toxisch für die Zelle). Eugenol ist ein gut verfügbarer Rohstoff und stammt aus Nelkenöl. Im Gegensatz zur chemischen Herstellung ("naturidentisch") darf das biotechnologisch hergestellte Vanillin als "natürlich" deklariert werden.
Siehe auch: Coniferin
Heute wird als Künstlicher Aromastoff anstelle des teureren Vanillins oft das 2-4 mal intensiver schmeckende synthetische Ethylvanillin verwendet. Chemisch entsteht Ethylvanillin, wenn man die Methylgruppe des Vanillins gegen eine Ethylgruppe austauscht (4-Hydroxy-3-ethoxy-benzaldehyd). Als natürlicher Aromastoff kommt Ethylvanillin im Barrique, das heißt in neuen Holzfässern ausgebauten Rotweinen vor.
Vanilin | Vanillin | Vanillin | Vanilline | Vanillina | วานิลลิน | Ванилин
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