Valdiviaflag.svg Valdivia ist eine Stadt im Süden Chiles ungefähr 15 Kilometer vom Pazifik entfernt. Sie hat 140.700 Einwohner (Stand: 2004). Die Stadt ist Hauptstadt der Provinz gleichen Namens und Sitz der Universidad Austral de Chile.
Das Klima ist ganzjährig feucht-gemäßigt (Cf-Klima nach Köppen). Die Region ist insbesondere im Südwinter regenreich; die Temperaturen schwanken zwischen 4 °C im Juli und 16 °C im Januar.
Valdivia war eine der wenigen ummauerten Städte der Spanier an der Pazifikküste. Die Stadt war eine Festung im Kampf gegen die Mapuche.
Am 16. Dezember 1575 wurde Valdivia von einem sehr schweren Erdbeben zerstört, dessen Stärke in der Nähe des stärksten bekannten Bebens vom 22. Mai 1960 geschätzt wird. Das Beben führte zu starken Erdrutschen und verschüttete den Abfluss des Riñihue-Sees. Dieser staute sich auf und der gebildete Damm brach 4 Monate später und überflutete die Stadt. Der Verwalter der Stadt und Chronist Chiles Pedro Mariño de Lobera kümmerte sich um den Wiederaufbau und die Hilfe für die Opfer.
1599 fiel die Stadt in die Hände der Mapuche und die Spanier gaben die Stadt für einige Jahrzehnte auf. Erst im Jahre 1645 wurde Valdivia auf Befehl des Vizekönigs von Peru erneut besiedelt. Ab 1770 wurde Valdivia von den Spaniern auch zur Seeseite hin stark befestigt (Forts von Corral, Niebla, Mancera u.a.). Valdivia blieb auch nach der Unabhängigkeit Chiles 1818 unter spanischer Kontrolle. Erst im Januar 1820 gelang es der chilenischen Flotte unter Lord Thomas Cochrane, Valdivia einzunehmen. Die Spanier zogen sich auf die Insel Chiloé zurück, diese wurde erst im Januar 1826 erobert.
Ab 1846 siedelten sich in der Region vor allem deutsche Auswanderer an. Dies verhalf der Stadt seit etwa 1850 zu einem Bevölkerungswachstum und Wirtschaftsaufschwung. Es entstanden die erste Brauerei Chile, das erste Stahlwerk, Industrien des Waggonbaus, der Holzverarbeitung, Lederherstellung und -waren und Werften.
1909 wurde Valdivia bei einem Großbrand stark zerstört.
Am 22. Mai 1960 wurde die Stadt vom bisher stärksten gemessenen Erdbeben der Welt mit Tsunami getroffen (Großes Chile-Erdbeben). Das Beben hatte eine Stärke von 9,5 auf der Richterskala. 40% der Gebäude der Stadt wurden zerstört.
Beliebte Touristen-Attraktionen sind Schiffsfahrten auf dem Valdivia-Fluss bis zur Mündung. Auf der nahen Isla de Mancera wie auch in Niebla und Corral gibt es Festungen.
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