Valangin ist eine politische Gemeinde im Distrikt Val-de-Ruz des Kantons Neuenburg in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Valendis wird heute nicht mehr verwendet.
Die Fläche des 3.8 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt im Süden der Senke des Val de Ruz. Der Seyon und seine Zuflüsse, darunter die Sorge, sind in diesem Bereich des Beckens in bis zu 80 m tiefen Tälern eingesenkt. Unterhalb von Valangin tritt der Seyon in eine Schlucht ein, welche die Kette des Chaumont im Osten von der bewaldeten Höhe der Combe Perroud im Westen trennt. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 800 m ü. M. am Westhang des Chaumont. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 8 % auf Siedlungen, 51 % auf Wald und Gehölze, 40 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % auf unproduktives Land.
Zu Valangin gehören die Weiler La Borcarderie, 674 m ü. M. im Tal des Seyon, und Bussy (746 m ü. M.) im Becken des Val de Ruz westlich des Dorfes sowie einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Valangin sind Coffrane, Boudevilliers, Fontaines, Fenin-Vilars-Saules, Neuenburg und Peseux.
In der Folgezeit gehörte die Herrschaft Valangin teils den Grafen von Neuenburg, teils den Grafen von Montbéliard, bis sie 1592 endgültig an Neuenburg kam. 1536 schlossen sich die Bewohner von Valangin der Reformation an. Seit 1648 war Neuenburg Fürstentum und ab 1707 durch Personalunion mit dem Königreich Preussen verbunden. Der König von Preussen erhob Valangin im gleichen Jahr zur Grafschaft. 1806 wurde das ganze Gebiet an Napoleon abgetreten und kam 1815 im Zuge des Wiener Kongresses an die Eidgenossenschaft, wobei die Könige von Preussen bis zum Neuenburgerhandel 1857 auch Fürsten von Neuenburg blieben. Bis ins 19. Jahrhundert war Valangin Standort eines Berufungsgerichts der Drei Stände und einer politischen Körperschaft (Bourgeoisie de Valangin), die 1852 aufgelöst wurde.
Den südlichen Abschluss des Städtchens bildet der isolierte Burghügel mit dem Schloss Valangin. Dieses wurde in mehreren Etappen vom 13. bis zum 16. Jahrhundert errichtet und mit einer Ringmauer mit sechs halbrunden Türmen versehen. Der heutige Bau des Palas stammt aus dem 15. Jahrhundert. Er beherbergt heute das Regionalmuseum mit zahlreichen Ausstellungsobjekten zur Geschichte des Kantons Neuenburg.
Nördlich des Städtchens steht die reformierte Kirche, die ehemalige Stiftskirche Saint-Pierre, die 1500-05 erbaut wurde. Im Rahmen der umfassenden Restauration in den Jahren 1839 bis 1841 wurde der spätgotische Bau verkürzt und zeigt nun die Form eines griechischen Kreuzes. Im Innern der Kirche befindet sich das Grabmal des Kirchengründers und seiner Frau, Claude d'Aarberg und Guillemette de Vergy. Die 1588 erbaute Maison Touchon neben der Kirche beherbergt eine Kunstgalerie.
Ein schlossartiger Herrensitz befindet sich im Weiler La Borcarderie.
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