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Unter Vaginalverkehr (oder auch Verkehr, von lateinisch vagina Scheide) versteht man das Einführen des erigierten männlichen Penis in die Scheide der Frau. Voraussetzung für den Vaginalverkehr ist die Erektion des Mannes und die Feuchtigkeit der Vagina (umgangssprachlich: feucht sein), die entweder durch natürliche Sekretion bei sexueller Erregung entsteht, oder durch so genannte Gleitcremes o.Ä. herbeigeführt werden kann. Der Vaginalverkehr mit Samenerguss des Mannes ist die Voraussetzung für eine natürliche Zeugung von Nachkommen.

Gesellschaftliche Akzeptanz


Vaginalverkehr wird von vielen als die "normale" Form des Geschlechtsverkehrs zwischen heterosexuellen Partnern betrachtet. Je nach moralischen Vorstellungen kann die Ehe Voraussetzung für den Verkehr sein. Hygienische oder kulturelle Gründe bedingen oft einen Verzicht auf Verkehr während der Menstruation der Frau, wobei natürlich andere Handlungen, wie z.B. einfaches Streicheln (Petting), weiterhin praktiziert werden können.

Häufigkeit und Wunsch nach Verkehr


Die Häufigkeit des Verkehrs eines Menschen hängt, neben dem Wunsch des Partners, von der Stärke des eigenen Sexualtriebs ab. Der Sexualtrieb selbst ist einerseits individuell verschieden, daneben aber auch durch die Sexualhormone (Testosteron) gesteuert. Im Alter nimmt mit sinkendem Sexualtrieb auch teils die Häufigkeit des Verkehrs ab. Zwischen Männern und Frauen lässt sich ein Unterschied des Wunsches nach Verkehr mit dem Alter feststellen: Der männliche Sexualtrieb ist im Jahrzehnt nach der Pubertät am höchsten (das wäre etwa vom 13. bis 23. Lebensjahr), der weibliche oft etwas später im Übergang vom 2. ins 3. Lebensjahrzehnt (das wäre etwa vom 18. zum 22. Lebensjahr). Sexuelle Störungen, die den Verkehr erschweren, werden bei Frauen als Libidominderung, Hyporgasmie oder Vaginismus bezeichnet. Bei Männern wird von Libidoabnahme, Erektionsschwäche und Ejakulationsstörungen gesprochen.

Infektionsgefahren


Beim Vaginalverkehr kann es zu einer HIV-Infektion oder einer anderen sexuell übertragbaren Erkrankung kommen, wenn der andere Geschlechtspartner infiziert ist. Allerdings ist dabei die Übertragung vom Mann auf die Frau durch deren Verletzbarkeit wahrscheinlicher als umgekehrt. Vaginalverkehr während der Regelblutung erhöht das Risiko für beide Partner. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht auch, wenn krankhafte Veränderungen oder Wunden in der Scheide oder am Penis vorliegen.

Um das Risiko einer Ansteckung zu verringern, sind beim Vaginalverkehr mit unbekannten Personen auf jeden Fall Kondome zu verwenden. Achtung: dabei dürfen nur Silikon-Öle oder Gleitmittel auf Wasserbasis benutzt werden (Öl greift Latex an).

Sexuelle Lust


Mehrere Studien in der Sexualforschung, die u.A. in Großbritannien und den USA durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass fast die Hälfte aller Frauen andere Formen der Sexualität dem Vaginalverkehr vorziehen würden. Dafür können psychologische oder medizinische Gründe die Ursache sein (Frigidität resp. Vaginismus). Da für Frauen sexuelle Lust nicht unbedingt nur an Penetration geknüpft ist, kann die Stimulation der Klitoris, z. B. durch Cunnilingus, einfach als befriedigender empfunden werden. Um die Stimulation beider Sexualpartner zu maximieren, auch wenn Kondome verwendet werden, ist es ratsam die Vaginalmuskulatur, speziell den Pubococcygeus zu trainieren. Angeblich soll dies auch bei Prostituierten helfen, ihre Klienten zu stetigen Kunden zu machen. Die muskulare Verengung trägt mit der dadurch erhöhten Sensitivität auch zum leichteren Erreichen des Orgasmus der Frau bei.

Vaginalverkehr aus Sicht einiger Vertreterinnen des Feminismus


Unter anderem Alice Schwarzer in Der kleine Unterschied und seine großen Folgen argumentiert, dass die Konzentration auf die Sexualtechnik des Vaginalverkehrs (andere Techniken werden dabei als Vor- oder Nachspiel bezeichnet) eine Form der Machtausübung des Mannes über die Frau sei, da er der Befriedigung des Mannes diene, während viele Frauen dadurch nicht befriedigt würden. Weiterhin wird zu den Nachteilen des Vaginalverkehrs gezählt, dass der Vaginalverkehr die Sexualtechnik sei, die am leichtesten zu einer ungewollten Schwangerschaft der Frau führen kann. Frauen, die aus diesen Gründen den Vaginalverkehr prinzipiell oder als primäre Sexualtechnik ablehnen, werden meist zu den Feministinnen gezählt.

Literatur


  • Reich, Wilhelm: Triebbegriffe von Forel bis Jung, Der Koitus und die Geschlechter. Zeitschrift für Sexualwissenschaft 1921.
  • Herold, K.: Trotz Kinderwunsch seltener Verkehr. Sexualmedizin 19 (1990), 680-684

Siehe auch


Sexualpraktik | Heterosexualität

Вагинален секс | Vaginal sex | Vaginalinis seksas | Вагинальный секс

 

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