VW Typ 2 ist die offizielle Bezeichnung des VW-Busses bzw. des VW-Transporters. Umgangssprachlich wird das Fahrzeug als „Bulli” bezeichnet. Er erblickte 1948 als Prototyp das Licht der Welt. Seine Entwicklung geht zurück auf eine Zeichnung des niederländischen VW-Importeurs Ben Pon, der damals im Volkswagen-Werk die für den internen Transportverkehr eingesetzten „Palettenwagen” gesehen hatte. Er ist das Urmodell der Kleinbusse.
Bild:Vw_bus_t1_v_sst.jpg|T1 in klassischer Zweifarblackierung Bild:Vw_bus_t1_h_sst.jpg|T1 Bild:VW-Typ_2_Feuerwehr.jpg|T1
Typisches Merkmal des T1 ist die geteilte flache Frontscheibe („split window”), die damals wesentlich preisgünstiger herstellbar war als gewölbtes Glas. Die Technik des T1 war weitgehend vom VW-Käfer abgeleitet. So wurden die ersten Busse vom typischen luftgekühlten Motor mit zunächst 24,5 PS im Heck des Fahrzeugs angetrieben. Im Gegensatz zum Käfer verfügt der T1 jedoch über eine selbsttragende Karosserie. Sogar das Getriebe des VW Käfer wurde in den ersten Transportern verwendet: die geringere Raddrehzahl für die größeren und schweren Transporter wird bis 1967 von kleinen Getrieberadsätzen an den Enden der Achsrohre innen an den Hinterrädern erzeugt. In den Achsrohren der Busse drehen sich daher die Antriebswellen im Gegensatz zum Käfer "rückwärts", was durch den spiegelbildlichen Einbau des Differentials im Käfer-Getriebegehäuse ermöglicht wird.
Die Produktion lief sehr erfolgreich und wurde am 8.März 1953 von Wolfsburg nach Hannover verlegt. Auch das Aussehen veränderte sich mit den Modelljahren: Anfangs war der Bulli nur in grau oder blau zu haben und hatte bis 1954 keine Heckstoßstange. Die in den Seitenholmen hinter den Türen angebrachten ausschwenkbaren Winker wurden nach einer Gesetzesänderung Mitte der 1950er Jahre erst durch spitze, später durch flache runde Blinker oberhalb der Frontscheinwerfer ersetzt. Ebenso veränderte sich die Heckpartie. Zunächst ohne oder mit kleiner Heckscheibe, wurde die Verglasung größer und die Motorraumklappe kleiner. Die Rückleuchten, anfangs klein und rund, erhielten mit dem T1b ihre charakteristische ovale Form. Das Luxusmodell mit Dachfenstern und Faltdach trug den Namen „Samba”. Schon damals beliebt waren die Campingmodelle von Westfalia. In den 1960ern entwickelte sich gerade dieses Modell mit dem großen VW-Logo und dem V-förmig zulaufenden Bug zu einem oftmals buntbemalten Symbol der Hippie-Ära.
Der überarbeitete T1b hatte sein typisches „Schirmmützchen”, ein Dachüberhang über den Scheiben, in dem sich die Frischluftzuführung versteckte.
Seit 1962 war der Motor des VW-Busses den Käfern in der Leistung voraus: er bekam einige Komponenten der neu eingeführten Typ 3-Modelle (VW 1500, später 1600), und leistete mit einem Motor von 1500 cm³ zunächst 42 PS. Dieser Motor wurde oft zu Tuning-Zwecken auch in Käfer eingebaut.
Ab 1963 wurde bei Transportern (ohne Seitenfenster) und Bussen (mit Seitenfenstern) die seither charakteristische Schiebetür zunächst wahlweise statt der doppelten Klapptür zum Laderaum angeboten, je nach Länderversion auf der linken Seite oder auf der rechten, und in Sonderwunsch auch beiderseits. (Busse mit beiderseitigen Schiebetüren gehören zu den extremen Raritäten.) Seit 1965 ist eine Schiebtüre Serienausrüstung. Seither ist auf allen Campingplätzen Europas das markante Geräusch einer mit Schwung geschlossenen Schiebetür der VW-Campingbusse präsent.
Heute gibt es Sammler von VW-Bus-Modellen des Maßstabes H0 (1:87), die versuchen, möglichst alle Modelle des Ur-Busses zu sammeln. Neben dem klassischen Anbieter Wiking ist es insbesonders der neuere Anbieter Brekina, der ein sehr breites Angebot von VW-Bus-Modellen der ersten Generation im Angebot führt.
Der T2 war ab Werk erhältlich als:
Bei dem abgebildeten Fahrzeug handelt es sich um einen VW Kombi aus dem Modelljahr 1970. Wohl in Ermangelung von Reparaturblechen wurde das Fahrzeug mit T2b-Ecken und 72er Kniestücken ausgerüstet. Verblieben ist die große Motorklappe mit dem dazugehörigen Abschlussträger. Erkennbar sind hier auch die runden Radkappen, die es ausschließlich nur für Modelle mit Trommelbremsen und den größeren Felgen/ Bremsenlochkreis 2/205 bis Bj. 1970, gab.
Es gab einen Prototyp mit Allradantrieb, mit dem der damalige Entwicklungsingenieur ein erfolgreiche Durchquerung der größten Wüste Afrikas absolvierte und so die Robustheit und Funktion demonstrierte. Doch diese Technik ging erst beim T3 als „Syncro” in Serie.
Auch beim öffentlichen Dienst (Polizei, Feuerwehr, Post) erfreute sich der Bulli in verschiedenen Bauformen großer Beliebtheit.
Bis Dezember 2005 wurde der T2b – wegen der geänderten, eckigeren Dachform auch als T2c bezeichnet – mit luftgekühltem Heckmotor und G-Kat – noch in Brasilien als VW „Kombi“ gebaut. Dabei wurden Merkmale vom T2a (Stoßstangen) und vom T2b (Blinker vorne, Rückleuchten) verwendet. Die Produktion des T2c fand mit der Sonderserie „Prata“ ein Ende. Seit 2006 hat der Kombi einen Motor mit Wasserkühlung, das Design ist aber, bis auf eine Kühlerblende aus schwarzem Plastik, weiterhin nahezu unverändert.
Der Motor war nach wie vor im Heck angeordnet. Dieses Konzept galt allerdings bereits beim Erscheinen des T3 als veraltet, da so keine durchgehende ebene Ladefläche zur Verfügung stand. Entsprechend schlecht verkaufte sich diese Version des Bullis im Ausland, in Deutschland fanden sich hingegen zahlreiche Käufer. Der T3 ist robust und zäh, noch 15 Jahre nach dem Auslaufen der Produktion sind zahlreiche Exemplare im Einsatz, vor allem in privater Hand, teilweise jedoch auch bei Firmen und Behörden (Polizei, Feuerwehr). Noch heute gehören die mit einem Dieselmotor ausgerüsteten gelben Varianten der ehemaligen Postbusse zum Straßenbild.
Neben der Variante „Transporter” gab es nun auch offiziell den „Bus” und später die „Caravelle” (in den Varianten C, CL, GL und Carat). Für viele blieb er einfach der „Bulli”. Anfang der 1980er zogen Neuerungen ein: Wassergekühlte Boxer- (1982) und Dieselmotoren (1981) im Heck, diese Modelle waren an dem zusätzlichen Grill über der vorderen Stoßstange zu erkennen, hinter dem sich der Wasserkühler verbirgt.
Im Freizeit- und Familienbereich setzte der T3 neue Maßstäbe. Diverse Campingausstatter boten Um- und Ausbauten für den T3 an. Bei den VW-Händlern wurde mit Modelleinführung wieder ein Westfalia-Ausbau angeboten. Dieser wurde zunächst in Verschiedenen Versionen als "Joker" angeboten. Aus dem Basismodell "Club-Joker" ging später der Multivan hervor. Er bot einen Klapptisch sowie eine zum Doppelbett umklappbare Sitzbank. Daneben wurde der als "Joker 1" und "Joker 2" bezeichnete Bus mit einen kompletten Campingausbau angeboten. Später wurde dieser unter dem Namen California verkauft. Weitere Ausbauten wurden u.a. von Reimo, Carthago, Weinsberg und Dehler angeboten. Hierbei erwies sich der Heckmotor als vorteilhaft da die Motorkonsole meist als Bettunterbau benutzt wurde und dadurch der Innenraum recht großzügig ausfiel.
Das Reserverad war beim T3 in einer speziellen Vorrichtung vorne unter dem Fahrzeug angebracht. Beim T2 war es im Innenraum untergebracht, was viele T2-Besitzer dazu veranlasste, das fünfte Rad senkrecht an der Front des Fahrzeugs zu befestigen, um den Innenraum besser nutzbar zu machen. Beim T3 war dies nicht mehr nötig.
Als „Syncro” war der T3 ab 1985 erstmals wahlweise auch mit Allradantrieb zu kaufen. Gebaut wurde diese Variante im österreichischen Graz von der Steyr Daimler Puch AG. Für die 4WD-Variante waren jedoch einige Änderungen an der Karosserie nötig. So wurde der Tank nach hinten über das Getriebe gelegt, da der Platz unter dem Bus nun für die Antriebswelle vom Getriebe zu der Vorderachse benötigt wurde. Auch die schöne Lösung des Reserveradhalters konnte beim Allradbus nicht beibehalten werden. Wie beim Vorgänger "landete" dieses wieder im Innenraum auf der Motorkonsole. Findige Syncro-Fahrer montierten aber das Rad oft auf einem Bügel hinter der Heckklappe. Der Syncro-Bus war in zwei Varianten erhältlich: Zum einen das Modell mit 14-Zoll-Rädern, wie sie auch am hinterradgetriebenen Bus Serie waren, und zum anderen das höhergelegte Modell mit 16-Zoll-Bereifung.
Beliebt waren der T3 und die nachfolgenden Modelle wegen der robusten Bauweise. So wurden die Bullis schon mit „Schlachtschiffen” oder „Autoscootern” verglichen, da sich unter den Stoßstangen Stahlbügel verstecken, die durch parallele Träger miteinander verbunden sind und so eine gewisse Unfallstabilität bieten.
Die Bundeswehr nutzte ab 1988 die Version T3-Pritsche als Nachfolger für die T2-Pritsche. Dieser Typ hatte ein erweitertes Einsatzspektrum und wurde für Material- und Personentransporte aller Art sowie in der Kraftfahrgrundausbildung eingesetzt. Bis zur Ablösung 1995 durch das Nachfolgemodell T4 befanden sich 4340 Fahrzeuge im Bestand der Bundeswehr.
Der T3 war das letzte Fahrzeug, das Volkswagen in Europa mit dem traditionellen Heckmotorantrieb herstellte. Mit Einstellung der Produktion ging bei VW eine Ära zu Ende. Entsprechend hoch war gegen Ende der Produktionszeit die Nachfrage: Nachdem die Produktion im Stammwerk Hannover-Stöcken 1990 geendet hatte, wurden noch bis 1992 Syncros und weitere Exemplare als „Limited Last Edition” (LLE) bei der Steyr Daimler Puch AG in Österreich hergestellt. Es wurden genau 2.500 LLE gebaut. 2.499 wurden verkauft. Die Nummer 2.500, das allerletzte in Europa gebaute Exemplar, steht im Museum der VW-Autostadt. In Südafrika wurde der T3 noch bis 2002 weitergebaut, unter anderem auch mit stärkeren Motoren.
Der T4 war in verschiedenen Ausstattungsvarianten in Deutschland erhältlich:
Neben dem Transporter, der in erster Linie von Firmen und Behörden genutzt wurde, erfreute sich vor allem die Multivan-Variante großer Beliebtheit, da sie mit der praktischen Innenausstattung (Klapptisch, Bett, flexible Einzelsitze in der zweiten Reihe) viel Komfort für Reisen bot, dennoch PKW-ähnliche Abmessungen aufwies und damit auch im Alltag handlich war. In die USA wurde nur die dort als Eurovan bezeichnete Version zum Personentransport exportiert. Der T4 war der erste „Bulli”, der mit zwei unterschiedlichen Radständen verfügbar war: Die kurze Version misst 4,7 m bei einem Radstand von 2,9 m, die lange Version 5,1 m bei 3,3 m Radstand. (Diese Maße gelten für die erste Modellvariante.) Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang der am Anfang zu zahlende Aufpreis von nur DM 1000,- für die lange Radstandvariante. Die kurze und lange Version lassen sich leicht an der außen angebrachten Rollschiene der Schiebetür unterscheiden: Bei der kurzen Version schließt die Schiene bündig mit der Nut der Heckklappe/-tür ab.
Die Bundeswehr nutzte gleichfalls dieses Modell ab 1995 als Nachfolger für den T3-Pritsche und beschaffte ca. 5610 Fahrzeuge. Mit dem Modellwechsel 1996 im Herbst 1995 erfolgte die „Große Produktaufwertung” (GP). Am auffallendsten daran war die Verlängerung des Vorderwagens um acht Zentimeter. Der bis dahin rechteckige Kühlergrill erhielt das zum damaligen Zeitpunkt VW-typische „Smile-Face”, die Scheinwerfer des langen Vorderwagen wurden darüber hinaus keilförmig, und er erhielt ab Werk weiße statt gelbe Blinkergläser. VW wollte damit die PKW-Varianten Caravelle und Multivan optisch von den Transportermodellen abheben. Mit Einführung des langen Vorderwagens wurde auch erstmalig der Einbau des VR6-Motors - der damaligen Spitzenmotorisierung mit 103 kW/140 PS - möglich. Ab 1998 war eine leistungsgesteigerte Variante des TDI-Motors mit 111 kW/150 PS erhältlich, äußerlich erkennbar an einem rotem „I” im Schriftzug. Zeitgleich wurde auch eine leistungsschwächere Version des TDI mit 65kW / 88 PS angeboten, dann mit einem blauen „I”. Ab dem Jahr 2000 ersetzte eine überarbeitete Version des VR6-Motors mit 150 kW / 204 PS das Vorgängertriebwerk, optisch durch einen Schriftzug V6 mit roter „6”. Es fehlt jedoch beim Pritschenwagen und Doka (Doppelkabine) der beliebte und praktische „Tresor” unter der Ladefläche, ein kleiner Stauraum, den der damals geschlossene Unterbau zwischen Motor und Personenkabine ergab.
Seit 2003 wird die intern als T5 bezeichnete fünfte Generation des VW-Bus produziert. Wie der Vorgänger T4 verfügt der T5 über Frontmotor und Frontantrieb. Die noblen Varianten Caravelle, Multivan und California (Wohnmobil) unterscheiden sich in der Frontgestaltung vom schlichten Transporter, dessen Front aus viel grauem Kunststoff besteht. Im Gegensatz zur Entwicklung vom T3 zum T4 weist der T5 nur wenige technische Neuerungen im Vergleich zu seinem Vorgänger auf. Die Nockenwellensteuerungen der stärkeren Dieselmotoren wurden von den anfälligen Zahnriemen auf Zahnräder umgestellt. Der T5 wird sowohl in Hannover-Stöcken als auch im polnischen Posen gebaut. Das Brudermodell des T5 wird vermutlich der VW Microbus sein.
Das Luxus-Modell der Multivan-Reihe trägt den Namen Multivan Business. Der Van ist ab 120.000 Euro zu haben und ist serienmäßig mit Bi-Xenonscheinwerfern, Navigationssystem, Klimaautomatik, el. Schiebetür, Volllederausstattung, Entertainmentsystem und diversen Holzzierteilen ausgestattet.
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