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|---|---|
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| Gegründet | 1941 |
| Unternehmenssitz | Linz |
| Umsatz | EUR 5,78 Mrd. (2005) |
| Gewinn vor Steuern | EUR 497,5 Mio. (2005) |
| Mitarbeiter | 22.955 (2005) |
| Branche | Stahlerzeugung |
| Webseite | www.voestalpine.com |
Der Konzern beschäftigt weltweit 23.000 Mitarbeiter (Stand 2004) – 60 % davon in Österreich – und betreibt Produktions- und Entwicklungsstätten in 30 Ländern auf fünf Kontinenten. Die wichtigsten Produktionsstätten sind Linz, Leoben-Donawitz und Krems. Wichtigste Tochtergesellschaft der voestalpine AG ist die voestalpine Stahl GmbH mit Sitz in Linz.
In Erwägung als Standort wurde ursprünglich auch das Gebiet um Pichling und Asten gezogen, doch kam man zum Entschluss, dort würde zu viel landwirtschaftliche Nutzfläche verloren gehen. Das Areal im Osten von Linz auf welchem nun gebaut wurde besaß ein Ausmaß von 4 x 1,5 km (heute rund 1 km² weniger). Auf dem selben Areal wurde von der nationalsozialistischen Herrschaft auch „die Stickstoffwerke Ostmark AG“ gegründet - die spätere Chemie Linz.
1941, nachdem der erste Hochofen angeblasen werden konnte, begannen die „Eisenwerke Oberdonau“ - so hieß die Division für Roheisenerzeugung - mit der Produktion von Panzerteilen, welche im nahe gelegenen Nibelungenwerk St. Valentin montiert wurden. Bis 1944 konnten drei weitere Hochöfen fertiggestellt werden, und so wurden bis zur Zerstörung der Werksgebäude durch US-amerikanische Bombenangriffe im Juli 1944 rund 1,5 Millionen Tonnen Roheisen für die Erzeugung von Panzerblechen produziert. Bis zuletzt arbeiteten rund 20.000 Menschen in der VOEST, welche neben den anderen neuen Industrieunternehmen zum wirtschaftlichen Motor der Stadt geworden war. Unter den Arbeitern befanden sich allerdings auch 8.500 Zwangsarbeiter und 6.390 KZ-Häftlinge aus Mauthausen, welche in 2 Lagern am Betriebsgelände untergebracht waren und hauptsächlich in der Division „Hochofenschlacke Linz Ges.m.b.H“ tätig waren. Die Bevölkerungszahl der Stadt stieg von 112.000 im Jahre 1938 auf 194.000 im Jahr 1945 an. Allerdings befanden sich auch rund 40.000 Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, Umsiedler, Flüchtlinge (teils aus Siedlungen nördlich der Donau, da man die nahende Besatzungszeit durch die Russen fürchtete) und Bombengeschädigte in der Stadt.
Nach Kriegsende wurden die ehemaligen Hermann-Göring Werke als deutsches Eigentum von den Alliierten (USA) beschlagnahmt und am 16.Juli 1946 ging die neu gegründete Vöest (Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke) aufgrund des „Verstaatlichungsgesetzes“ von 1946 schließlich in das Eigentum des österreichischen Staates über.
Nachdem LD-Stahl auch für den Schiffbau zugelassen wurde, erwägte die VÖEST eine eigene Reederei zu gründen. Grund dafür war, dass die Frachtkosten für Kohle und Erztransporte zwischen 1950 und 1970 massiven Preisschwankungen unterlagen. Pro Tonne musste das Unternehmen von 22 bis zu 120 englischen Shilling bezahlen. Die „Ister-Reederei“ wurde gegründet, und im Januar 1958 lief bei der Flensburger Schiffsbaugesellschaft das erste Schiff vom Stapel - die zu 100 % aus LD-Stahl gebaute „Linzertor“. Im März 1959 erreicht die Linzertor ihr erstes Fahrziel: New York City. Nach Löschen der Ladung tritt das erste VÖEST-Frachtschiff die Weiterfahrt in Richtung Hampton Roads im südöstlichen Virginia an, um dort für die Rückfahrt Kohlefracht aufzunehmen. Weitere Schiffe wurden in Auftrag gegeben. Im November 1960 lief das zweite Frachtschiff, die „Wienertor“ bei der Weser AG in Bremen vom Stapel. Es besaß eine Länge von 159,44 m, eine maximale Breite von 20,20 m und einen Freibord-Tiefgang von ca. 9,89 m. Es konnte eine Geschwindigkeit von ca. 15,5 Knoten erreichen und maximal 16.250 t laden. Das dritte Schiff der VÖEST-Reederei war die „Kremsertor“, welche am 20. Jänner 1966 in einem Sturm vor der Küste Großbritanniens bei Plymouth sinkt. Als Ersatz wird Ende Oktober 1967 die „Buntentor“ in der Flensburger Werft fertiggestellt. Es ist das größte VÖEST-Schiff, mit einer Tragfähigkeit von 38.000 t.
Aber auch die VÖEST selbst ließ Schiffe bauen. In der von 1974 bis 1991 zum Konzern gehörenden Schiffswerft Korneuburg, welche unter NS-Besatzung den Hermann-Göring-Werken einverleibt und ausgebaut wurde, wurden über 100 Passagierschiffe für die Sowjetunion gebaut.
1973 wurde die damals wirtschaftlich in Bedrängnis geratene steirische Alpine Montan AG (vollständige Bezeichnung Oesterreichisch-Alpine Montangesellschaft, Hauptproduktionsstätte in Leoben-Donawitz) auf politischen Druck hin wieder in die VÖEST eingegliedert, zu der sie bis 1946 gehört hatte. Das neu entstandene Unternehmen erhielt den Namen VOEST-Alpine AG.
In der Folge wurde das Unternehmen massiv re- und umstrukturiert und der Personalstand stark abgebaut; um das entlassene Personal bei der Wiedereingliederung ins Erwerbsleben zu unterstützen, wurde 1987 die StahlstiftungGeschichte der Stahlstiftung gegründet. 1988 und 1989 wurde die VOEST-Alpine AG in sechs Branchenholdings aufgeteilt (VOEST Alpine Stahl AG, Stahl Linz Ges. m. b. H., Maschinen- und Anlagenbauholding AG, Industrieanlagenbau Ges. m. b. H., Bergbau Holding AG, Machinery, Construction & Engineering Ges. m. b. H.). Mit dem Privatisierungsgesetz von 1993 wurde das Firmenkonglomerat im Wesentlichen in drei Konzerne zerlegt (VOEST-Alpine Industrieanlagenbau - damals Teil der neu gegründeten VA Technologie AG und seit 2005 der Metallurgiezweig von Siemens Industrial Solutions and Services –, Böhler-Uddeholm AG und VOEST-ALPINE STAHL AG) und bis 1995 teilprivatisiert.
Seit 2003 firmiert das Unternehmen als Voestalpine AG wieder unter der traditionellen Bezeichnung in neuer Schreibweise. Das Unternehmen gilt heute als wirtschaftlich gesunder, ertragsstarker und wachsender Leitbetrieb vor allem des oberösterreichischen Zentralraums.
Das von der voestalpine entwickelte Linz-Donawitz-Verfahren (LD-Verfahren) ist eine der bedeutendsten Erfindungen in der Stahlerzeugung, mit dem Roheisen mit technisch reinem Sauerstoff aufgeblasen wird. 1952 ging das weltweit erste LD-Stahlwerk am Standort Linz in Betrieb. Das heutige LD-3, das 1973 eröffnet wurde, gilt bis heute als eines der modernsten Stahlwerke der Welt. Das Know-how der Ingenieure der damaligen Neubauabteilung ging später in die VOEST-Alpine Industrieanlagenbau (VAI) über (ab 1995 Teil der börsennotierten VA Tech AG mit Sitz in Wien, die heute zum Siemens-Konzern gehört).
Der Corex-Prozess wurde von der VOEST-Alpine Industrieanlagenbau (VAI) entwickelt. Die erste großtechnische Corex-Anlage wurde Ende 1989 bei ISCOR in Südafrika errichtet (Kapazität ca. 300.000 Tonnen pro Jahr). Mittlerweile wurde eine zweite Corex-Anlage bei POSCO in Südkorea mit einer Kapazität von 600.000 Tonnen pro Jahr erfolgreich in Betrieb genommen. Weitere Anlagen sind in Planung bzw. in Bau.
Zur Schichtwechsel-Zeit fahren zahlreiche so genannte „Schichtbusse“ vom Voest-Gelände in die Linzer Umlandgemeinden, wobei an den Haltestellen, von denen mehrere auch bereits in Linz liegen, auch Nicht-Mitarbeiter zu gewöhnlichen Preisen zu- und aussteigen können.
Ehemaliger Staatsbetrieb | Montanunternehmen | Unternehmen (Österreich)
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