Die VIAG AG (ursprünglich Vereinigte Industrieunternehmen AG) war ein zuletzt in München ansässiger Holdingkonzern. Bis Mitte der 90er Jahre war der aktive Sitz in Bonn und früher in Berlin.
Die VIAG wurde 1923 in Berlin als Dachgesellschaft für Industriebeteiligungen des Deutschen Reiches gegründet. Auch nach dem zweiten Weltkrieg verblieben die Aktien der VIAG im Besitz des Staates. Erst 1986 erfolgte mit einer Anteilsquote von 40% der erste Börsengang. 1988 trennte sich die Bundesrepublik Deutschland über die Börse auch von den verbleibenden Aktien.
Zu den traditionellen Beteiligungsschwerpunkten der VIAG gehörten die Erzeugung von elektrischer Energie sowie deren industrielle Nutzung:
Nach der Privatisierung änderte die Holding ihre Strategie, die bisher eher einer risikovermeidenden Vermögensverwaltung entsprach, durch ein aktives Portfoliomanagement. Zahlreiche Beteiligungen wurden oft auch gemeinsam mit dem Bayernwerk in kurzer Zeit mehrheitlich erworben: Didier-Werke AG, Klöckner & Co AG, Gerresheimer Glas AG, PWA AG, Schmalbach-Lubeca AG, Goldschmidt AG, Isar-Amperwerke AG. Eine nicht geringe Zahl der Beteiligungen wurde nach wenigen Jahren aus Portefoliogründen bereits wieder veräußert. Außerdem erhielt die VIAG 1997 die vierte deutsche Mobilfunklizenz, die unter dem Namen VIAG Interkom (heute O2) vermarktet wurde.
Aus Sorge vor feindlichen Übernahmen mit anschließender Zerschlagung fusionierte die VIAG im Sommer 2000 mit der VEBA zur E.ON. Außerdem war es gemeinsames Ziel der beiden Fusionspartner, anstelle eines Konglomeratkonzerns einen auch global marktstarken Energiekonzern zu formen. Die VIAG-Energiebeteiligungen sind heute ein Teil der E.ON und erhielten entsprechende neue Firmennamen. Die VAW wurde 2002 an Norsk Hydro verkauft. Die SKW wurde mit der damaligen VEBA-Tochter Degussa zur neuen Degussa verschmolzen, die heute zur RAG gehört. Auch alle sonstigen in den Jahren zuvor erworbenen Industrie-Beteiligungen sind inzwischen von der E.ON wieder veräußert worden. Letzter Vorstandsvorsitzender war Dr. Wilhelm Simson.
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