StoraGla1.jpg Värmland (deutsch veraltet Wermland) ist eine schwedische historische Provinz (schwedisch landskap, daher auch die teilweise benutzte Bezeichnung „Landschaft“) in der Region Svealand. Es grenzt im Süden an Västergötland und Dalsland, im Westen an Norwegen und im Osten an Dalarna, Västmanland und Närke. Värmland umfasst ein Gebiet von insgesamt 18.164 km², die sich weitgehend mit dem Gebiet der heutigen Provinz Värmlands län deckt.
Värmland ist reich an Seen und anderen Gewässern. Die meisten Flüsse münden in den See Vänern oder in einen seiner Zuflüsse. Die restlichen münden in den Dalälven oder in den norwegischen Glomma.
Aus der Eisenzeit sind verschiedene Runensteine bekannt, wobei der Stein Järsbergsstenen nahe Kristinehamn besonderes Interesse hervorrief. Die Runen konnten bisher nicht eindeutig gedeutet werden, aber da diese Runen in einer älteren Schriftart gehalten sind, die überwiegend in Götaland verwendet wurde, wird angenommen, dass Värmland während dieser Zeit zu Götaland gehörte. Die Funde der jüngeren Eisenzeit zeigen eine deutliche Übereinstimmung mit Gegenständen aus Norwegen und lassen eine Verbindung dieser Gebiete annehmen. Ab dem 7. Jahrhundert gibt es auch schriftliche Zeugnisse wie die isländische Sage Heimskringla.
Wann und wie Värmland von Norwegen getrennt wurde, ist nicht bekannt. Ein intensiver Handel bestand aber auch nach dieser Trennung und Teile der Bevölkerung Värmlands waren noch bis ins 13. Jahrhundert hinein an innernorwegischen Streitigkeiten beteiligt. Für die Zeit nach Entstehung der isländischen Quellen sind die Informationen über Värmland gering. Große Gebiete waren weiterhin menschenleer und die Bevölkerungsanzahl niedrig. Die Landschaft hatte einen juristischen Vorsteher (lagman), der die Ting-Versammlungen leitete. Dagegen waren keine Repräsentanten Värmlands an der Königswahl beteiligt und die neuen Könige ließen sich auch nicht vor Ort bestätigen, so wie es in anderen Landesteilen üblich war. Eine Einteilung des Gebietes in Harden ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt.
Die Christianisierung erfolgte von Västergötland und teilweise von Norwegen aus. Danach gehörte Värmland zum Stift von Skara. Während der Kalmarer Union war Värmland eine eigene Verwaltungseinheit, die von einem Vogt, der auf der Burg Edsholm residierte, verwaltet wurde. Diese Burg und eine weitere wurden beim Engelbrekt-Aufstand zerstört. Die Bevölkerung Värmlands rebellierte auch gegen Karl VIII. und gehörte 1521 zu den Erste, die sich Gustav Wasas Befreiungskampf anschlossen.
Laut Gustav Wasas Testament gehörte Värmland zum Herzogtum seines Sohnes Karl, doch unter Erik XIV. Regierungszeit wurde es vom König geleitet. Im Laufe des Dreikronenkrieges wurde Värmland oft Opfer von Zerstörungen. Nach Eriks Absetzung, 1568, übernahm Herzog Karl wieder die Verwaltung Värmlands und versuchte es so weit wie möglich aus Kriegshandlungen herauszuhalten.
Etwa um 1580 wanderte eine große Anzahl von Finnen nach Värmland ein. Während die bisherige Bevölkerung küstennahe Landstriche bevorzugte, ließen sich die Finnen auch auf den kargen Moränen im Inland nieder, was zu einer Besiedlung großer Gebiete führte. Durch Brandrodung schufen die Einwanderer neue Ackerflächen und belebten somit die bisher mäßige Getreideproduktion. Karl setzte sich auch nach seinem Aufstieg zum König für eine Belebung des Bergbaus ein. Dies führte aber zu neuen Anstrengungen für die Bauern und damit zu mehreren Unruhen. Nach Karls Tod ging das Herzogtum an seinen Sohn Karl Filip. Es wurde aber kurz vor 1622, als es endgültig von der Krone übernommen wurde, von Karl Filips Mutter geleitet.
Ein großer Teil Värmlands wurde im 17. Jahrhundert durch Kauf und Verpfändung steuerpflichtig gegenüber verschiedenen Adelshäusern. Als in Schweden die ersten län eingerichtet wurden, vereinigte man Värmland zusammen mit Närke zu Örebro län. Erst 1779 wurde der überwiegende Teil Värmlands in die Provinz Värmlands län überführt. In den Kriegen der folgenden Zeit kam es zu einigen Kämpfen an der Grenze zu Norwegen. Die größten Belastungen waren aber die Verpflichtung, Soldaten für das schwedische Heer zu stellen und die Steuerabgaben ans Königshaus. So standen bald viele Gehöfte Värmlands leer. Eine gewisse Verbesserung der ökonomischen Situation erfolgte zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als verstärkt Eisenprodukte gefragt waren.
1809 begab sich der General Georg Adlersparre von Karlstad nach Stockholm, um König Gustav IV. Adolf gefangen zu nehmen, der von einigen hochgestellten Schweden als untauglich betrachtet wurde. Auch an Schwedens letztem Krieg, dem Norwegischem Feldzug von 1814, waren viele Soldaten aus Värmland beteiligt. Der Feldzug endete mit einem Unionsvertrag zwischen beiden Staaten, der bis 1905 bestand hatte.
Värmland | Värmland | Värmland tartomány | Wermelandia | Värmland | Värmland | Värmland
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Värmland".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world