Der Völkermord an den Aramäern geschah im Jahre 1915 im damaligen Osmanischen Reich. Mit dieser Vernichtung einer christlichen Minderheit einher ging auch der wesentlich bekanntere Völkermord an den Armeniern.
Nicht unerwähnt sollten auch die Christen aus der damaligen türkischen Provinz Syrien und dem Libanon bleiben. Die Jungtürken zeigten sich uninteressiert am Leid der vermeintlich illoyalen christlichen Untertanen und leisteten einer Hungersnot vermutlich sogar Vorschub, die den Tod von zuletzt 100.000 Menschen nach sich zog.
Einige aramäische Christen in den großen Städten entkamen dem Tod nur durch Hilfe z.B. US-amerikanischer Missionare und dem Apostolischen Nuntius. Andere wurden in den Dörfern durch das mutige Eingreifen türkischer Beamter gerettet oder konnten bei türkischen oder kurdischen Freunden versteckt werden. Speziell US-amerikanische anglikanische und lutheranische Missionare versuchten damals und versuchen heute noch, die jahrtausendealten Christengemeinden im Orient zum Abfall von ihrer Glaubenslehre zu bewegen.
Die wenigen schwachen, vom Lausanner Vertrag (1923) garantierten Kollektivrechte, die Christen und Juden in der Türkei die Ausübung ihrer Religion ermöglichen sollen, wurden der syrisch-orthodoxen Kirche nicht gewährt. Erst auf Druck der EU gibt es neue Hoffnung.
Es gibt von Seiten des türkischen Staates noch immer Versuche, die Vorfälle zu leugnen. So ist das dem Minister Hüseyin Çelik unterstehende Erziehungsministerium noch im April 2003 mit Verleumdungsdekreten den EU-Kommissaren negativ aufgefallen. Das Erziehungsministerium veranlasste türkische Schüler dazu, an einem Aufsatzwettbewerb gegen die angebliche "Völkermordlüge" der Armenier, Pontosgriechen sowie Syrisch-Orthodoxen Aramäer mitzuwirken. Gleichzeitig verpflichtete das Ministerium die türkische Lehrerschaft zur Teilnahme an dazu passenden Fortbildungsmaßnahmen und hat die Neuauflage veralteter türkischer Schulbücher vorgenommen, in denen Nicht-Muslime in der Türkei als "Spione", "Verräter" sowie "Barbaren" bezeichnet werden. Obwohl die Türkei inzwischen von der EU für diese Verfügungen gerügt worden ist, blieb der umstrittene Minister Hüseyin Çelik im Amt.
Wenngleich sich die geflohenen und vertriebenen Christen aus dem Tur Abdin und Hakkari in Europa und Übersee eine neue Existenz aufgebaut haben, bestehen viele Verbindungen in die alte Heimat. Die aktuellen Vorgänge in der Türkei werden daher auch in Zukunft genau verfolgt werden. Da die Aramäer keinen eigenen Nationalstaat wie die Armenier besitzen, kämpfen sie in den Aufnahmeländern um ihre Anerkennung als ethnische Minderheit. Nach einem Bericht der "Gesellschaft für bedrohte Völker", sollen die syrischen Kirchen Opfer grausamer Verfolgung und Vertreibung gewesen sein. Die Aramäer verloren in den nördlichsten Gebieten Obermesopotamiens und im Iran über 50 Prozent ihrer Gesamtbevölkerung. Bis auf spärliche Reste wurden sie aus ihren alten Siedlungsgebieten vertrieben und mussten unter schwierigsten Bedingungen jahrelang in Lagern zubringen, die unter Aufsicht des Völkerbundes standen.
Die genannten Vorkommnisse können gemäß den Kriterien der Uno eindeutig als Genozid definiert werden. Der Genozid wurde systematisch begangen. Das Aramäer-Suryoye-Volk verübte keinerlei feindliche Tätigkeiten gegen die Staatsmacht und unterhielt auch keinerlei Beziehungen zu den Gegnern des Osmanischen Reiches. Zudem hatte das Assyrer-Suryoye-Volk keinerlei Kenntnis von den Absichten der Osmanen. Es war auf derartige Angriffe nicht vorbereitet und hatte somit auch keinerlei Möglichkeit, sich zur Wehr zu setzen. Die historische Auseinandersetzung mit diesen schrecklichen Ereignissen ist notwendig. Die Türkei hat sich verstärkt mit ihrer eigenen Geschichte im Zusammenhang mit Verbrechen an der Menschlichkeit auseinander zu setzen.
Nach einem Antrag der "Aussenpolitischen Kommission" bei dem Nationalrat der Schweiz können die genannten Vorkommnisse gemäß den Kriterien der Uno eindeutig als Genozid definiert werden. Der Genozid wurde systematisch begangen. Das Assyrer-Suryoye-Volk verübte keinerlei feindliche Tätigkeiten gegen die Staatsmacht und unterhielt auch keine Beziehungen irgendwelcher Art zu den Gegnern des Osmanischen Reiches. Zudem hatte das Aramäer-Suryoye-Volk keinerlei Kenntnis von den Absichten der Osmanen. Es war auf derartige Angriffe nicht vorbereitet und hatte somit auch keine Möglichkeit, sich zur Wehr zu setzen. Die demographischen Veränderungen durch den Genozid und die Vermischung durch die Zwangislamisierung durch die Araber, die Osmanen und die Kurden sowie die Auswanderung aus den Ursiedlungsgebieten bedingt durch die Verfolgung und Massaker, haben die Identität der Region stark verändert. Dieser Genozid prägte jedoch auch das Nationalbewusstsein dieses Volkes und seine Nationalbewegung, denn der Assyrismus ist auch stark von den Leiden, Massakern und Verschleppungen beeinflusst. Der Genozid und all die Leiden gaben diesem Volk eine Identität des ständigen Leidens.
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"Völkermord an den Aramäern".
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